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Kongo: Rebellen nehmen Goma ein

UNO-Truppen greifen nicht ein

Kongo: Rebellen nehmen Goma ein (picture alliance / dpa / EPA / Str)
Kongo: Rebellen nehmen Goma ein (picture alliance / dpa / EPA / Str)

Im Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat die Rebellenmiliz "M23" die Kontrolle über die Stadt Goma übernommen. Unter den Augen der UNO-Blauhelmsoldaten zogen hunderte Kämpfer durch die Stadt. Präsident Kabila rief dazu auf, Widerstand gegen die Aufständischen zu leisten.

Nach dem Rückzug der Regierungseinheiten hätten die Friedenstruppen der Vereinten Nationen ihre Versuche aufgegeben, die Stadt zu verteidigen, hieß es aus UNO-Kreisen. Präsident Joseph Kabila hatte zuvor an die Bevölkerung appelliert, "unsere Souveränität zu verteidigen". Nach Berichten des amtlichen Fernsehens reiste Kabila anschließend nach Uganda. Das Nachbarland vermittelt zwischen den beiden Parteien.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich besorgt über die Entwicklung in der Region. "Dem sich abzeichnenden Chaos muss dringend Einhalt geboten werden", sagte Westerwelle am Rande seiner Nahostreise. Die Regierung in Kinshasa müsse "alles tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen". Die katholische Hilfsorganisation Caritas appellierte an die Konfliktparteien, die Zivilbevölkerung zu schonen. Aufgrund der Kämpfe sei humanitäre Hilfe derzeit kaum möglich.

Unübersichtliche Konfliktlinien

Die"Bewegung 23. März" geht seit Monaten gewaltsam gegen Regierungstruppen und UNO-Blauhelmsoldaten vor. Sie ist benannt nach dem 23. März 2009, als eigentlich ein Friedensabkommen ausgehandelt wurde. Die Miliz ist ein Zusammenschluss von ehemaligen kongolesischen Tutsi-Rebellen, die zwischenzeitlich in die Armee eingegliedert worden waren. Aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verließen sie die Truppe jedoch wieder und setzten die Kämpfe gegen die Regierung fort. Diese lehnte bisher Verhandlungen mit den Rebellen ab.

In der Region ist seit über zehn Jahren die größte UNO-Friedensmission mit rund 1400 Soldaten stationiert. Diese soll den unübsichtlichen Bürgerkrieg beenden, der mit Unterbrechungen seit 1994 herrscht. Die Kämpfe zwischen Rebellen und den von UN-Friedenssoldaten unterstützten Regierungstruppen waren am Donnerstag ausgebrochen.

Zuletzt forderten die Rebellen einen Waffenstillstand und Gespräche mit der Regierung, was nach Medienberichten von Kinshasa abgelehnt wurde. Die Rebellen werden angeblich von dem desertierten kongolesischen General Bosco Ntaganda angeführt. Der 39-Jährige wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen gesucht.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Angriffe der Rebellen bereits am Wochenende verurteilt. Beobachter werfen Ruanda, Uganda und Burundi vor, die Aufständischen zu unterstützen. Die Länder bestreiten das. Hintergrund ist der Konflikt zwischen den Volksgruppen Hutu und Tutsi. Bis zu eine Million Tutsi wurden bei Massakern 1994 getötet.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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