Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kontroverse um Bundeswehrreform

Bundeswehrverband befürchtet schleichende Abschaffung der Wehrpflicht

Bundeswehrsoldaten stehen anlässlich des feierlichen Gelöbnisses auf dem Marienplatz in München. (AP)
Bundeswehrsoldaten stehen anlässlich des feierlichen Gelöbnisses auf dem Marienplatz in München. (AP)

Die Pläne von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zur Bundeswehrreform sorgen für eine lebhafte Debatte. Zustimmung finden sie beim CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens: "Wir brauchen mehr gut ausgebildete Soldaten." Der Bundeswehrverband hingegen meint, eine Aussetzung der Wehrpflicht käme ihrer Abschaffung "sehr nahe".

In der Union werden die Pläne von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zur Reform der Bundeswehr kontrovers diskutiert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens sagte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, die Bundeswehr müsse sich den neuen Herausforderungen stellen, die Sicherheitssituation in Europa habe sich entspannt: "Wir brauchen mehr und mehr gut ausgebildete Soldaten, die einfach länger brauchen als sechs Monate und neun Monate, um diese hochtechnisierte Armee, um das Gerät, das sie bedienen, auch beherrschen zu können."

Der CDU-Abgeordnete aus Schleswig-Holstein gestand ein, dass in seiner Partei bei der Wehrpflicht auch die Auffassung vertreten werde: "Aber das war gut, und das wird immer gut bleiben." Dem hielt er entgegen: "Wir müssen uns hier bewegen und wir müssen die Bundeswehr zukunftsfähig aufstellen."

Kritik an den Reformplänen äußerte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch. Er sagte im Deutschlandradio Kultur, eine Aussetzung der Wehrpflicht käme einer Abschaffung "sehr nahe" und "das wollten wir keinem leicht machen". Der Verbandschef erneuerte seine Forderung nach Umsetzung der vom Bundeswehrverband vorgetragenen "Attraktivitätsagenda 2011". Diese betreffe neben Fragen der Bezahlung auch weiche Faktoren wie die Vereinbarkeit von Familie und Dienst. "Ich bin ganz sicher, wenn diese Dinge nicht umgesetzt werden, dann wird diese Reform scheitern", so Kirsch.

Am Freitag waren Pläne bekannt geworden, wonach die Truppenstärke auf 165.000 Mann reduziert werden und die Wehrpflicht nur noch auf freiwilliger Basis bestehen soll.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Jüdisches Leben heute Warum es junge Israelis nach Berlin zieht

Wandgemälde einer deutsche Flagge mit Davidstern an der East Side Gallery in Berlin. Copyright: imageBROKER/EgonxBömsch (imageBROKER/EgonxBömsch)

19 Cent für einen Schoko-Pudding - mit einem Foto davon rief ein junger Israeli vor zweieinhalb Jahren seine Landsleute dazu auf, auch nach Deutschland zu kommen. Inzwischen leben Tausende hier. Eine Forschungsgruppe an der Bergischen Universität Wuppertal erforscht die Gründe.

50 Jahre "Sgt. Pepper´s"Musikgeschichte im Stereomix

The Beatles im Jahr 1967: Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr, John Lennon (v.l.n.r.) (imago / United Archives)

"Sgt. Pepper´s Lonely Heart Club Band" feiert kommende Woche sein 50-jähriges Erscheinen - und erstrahlt jetzt im neuen Glanz. Der Sohn des Beatles-Produzenten George Martin hat dem legendären Album ein technisches Update verpasst.

Zum Abschied von Fritz von Thurn und Taxis"Huiii! Ein Hüüüüne!"

Fritz von Thurn und Taxis kommt am Mittwoch (23.02.2011) zur Sky - 3D-Premiere der Oper "Lucrezia Borgia" in München (Oberbayern). (picture alliance / dpa / Volker Dornberger)

Wenn morgen Frankfurt und Dortmund im DFB-Pokalfinale aufeinandertreffen, hat einer sein Abschiedsspiel, der gar nicht auf dem Platz steht: Fritz von Thurn und Taxis, Sportreporter-Urgestein und Legende. Matthias Dell über einen der Großen dieser Zunft.

Manchester nach dem TerroranschlagAuf der Suche nach Normalität

Menschen zünden Kerzen für die Opfer des Attentates in Manchester an. (Chibane/MAXPPP/dpa)

Mindestens 22 Menschen starben, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Popkonzert in Manchester in die Luft sprengte. In der Trauer stehen die "Mancunians", die Bewohner der Stadt, zusammen und helfen sich gegenseitig - egal ob Ärzte, Taxifahrer oder Geistliche. Der Terror hat selbst im Fußball für Einigkeit gesorgt.

Neuro-Doping unter Studierenden"Großes Suchtpotenzial"

Die Grafik eines Kopfes, der mit Blitzen durchzogen ist. (imago / Science Photo Library)

Dank Pillen besser durch die Prüfung? Das praktizieren offenbar so viele Studierende, dass schon Dopingtests an Universitäten gefordert wurden. Der Neuroethiker Dieter Sturma lehnt das ab. Gleichwohl warnt er vor massiven Folgeschäden durch Neuro-Doping.

MietenexplosionKleines Gewerbe in großen Städten ist bedroht

Eine Mutter mit Kleinkind geht an einem Buchladen mit gebrauchten Büchern in der Weserstraße in Berlin-Neukölln vorbei, aufgenommen 2012 (picture alliance / ZB / Jens Kalaene)

Ein Teeladen, eine Buchhandlung, eine Bäckerei – sie alle bekamen zum Jahreswechsel die Kündigung, weil sie die geforderten Mieterhöhungen nicht zahlen können. Sechs Monate bleiben den drei Gewerbetreibenden aus Berlin – so lange läuft die Kündigungsfrist. Umziehen? Kämpfen? Oder kapitulieren?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Fußball  Dortmund holt DFB-Pokal | mehr

Kulturnachrichten

Ökumenischer Jury-Preis in Cannes geht an "Hakari"  | mehr

 

| mehr