Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kreditkrise zwingt EU zum Handeln

Krisengipfel der Europäischen Union im Mai

Eine EU-Flagge weht vor der Akropolis in Athen, Griechenland. (AP)
Eine EU-Flagge weht vor der Akropolis in Athen, Griechenland. (AP)

Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Griechenland-Hilfe rasch auf den Weg gebracht wird. Ein Sprecher erklärte in Brüssel, die Behörde werde in den nächsten Tagen ihre Bewertung der griechischen Anfrage vorlegen. Die Kommission verhandelt mit der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds über Finanzhilfen von bis zu 45 Milliarden Euro.

<p>EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat wegen der griechischen Schuldenkrise einen Gipfel der Euro-Staaten für den 10. Mai angekündigt. <br /><br />In Berlin fanden heute wieder mehrere Spitzengespräche zu dem Thema statt. Zunächst trafen sich Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble, Außenminister Westerwelle und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Zu Gast in Berlin waren auch EZB-Präsident Trichet und IWF-Direktor Strauss-Kahn. Sie sprachen nicht nur mit der Regierung, sondern auch mit Vertretern der Bundestagsfraktionen über Griechenland.<br /><br />Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin äußerte nach den Gesprächen, die Finanzhilfen würden zwischen 100 und 120 Milliarden Euro bis 2012 betragen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bezifferte die Höhe des Rettungspakets mit 135 Milliarden Euro. Trichet und Strauss-Kahn wollten zu den Äußerungen über ein weit höheres Kreditvolumen als die für 2010 festgezurrten 45 Millarden Euro nichts sagen.<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="68467" text="Rasches und entschlossenes Handeln gegen die Griechenland-Krise" alternative_text="Rasches und entschlossenes Handeln gegen die Griechenland-Krise" /> forderte der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Angel Gurria.<br /><br />Auch der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis <papaya:link href="http://www.dradio.de/exo-article/00b0ed76de867a22bb038b2f959a744c/1172187/" text="warnte die Bundesregierung, Finanzhilfen für Griechenland hinauszuzögern." title="" target="_self" /><br /><br />SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte am Dienstag die Zustimmung seiner Partei zur Griechenlandhilfe von einer Einbeziehung der privaten Banken abhängig gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ebenfalls bekräftigt, dass es deutsche Finanzhilfen für Griechenland nur unter harten Bedingungen geben könne. <br /><br />Dabei ist es auch Selbsthilfe, wenn die Bundesregierung ihren Beitrag zur internationalen Griechenlandhilfe leistet, denn staatliche und staatlich gestützte Banken gehören auch zu den Geldgebern des griechischen Staates - etwa Hypo Real Estate. <a class="link_audio_portal" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/28/dlf_20100428_1336_8a91babc.mp3" title=Wirtschaft am Mittag (DLF)> Wirtschaft am Mittag (DLF)</a> <br /><br /></p><p><strong>Griechische Staatsanleihen sind "Ramsch"</strong></p><p>Die Krise des hoch verschuldeten Griechenlands hatte sich am Dienstag verschärft. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde von einer führenden Ratingagentur auf ein sogenanntes Ramschniveau ("junk") herabgestuft. Auch Portugal wurde unterdessen heruntergestuft. An den Börsen löste die Information starke Kursverluste aus, auch der Euro gab nach. Ein Regierungssprecher in Athen nannte die Herabstufung unverständlich.<br /><br /><papaya:media src="43ef2fd97865b71f6bf69bf47009899a" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Griechische Zeitungen schreiben über den 3. März, den Tag der Ankündigung von massiven Einschnitten durch Papandreou: &quot;Unvergesslicher Tag&quot; und &quot;Schock&quot;" popup="yes" /></p><p><strong>Staatsbankrott - warum nicht?</strong></p><p>Ein Staatsbankrott Griechenlands wäre "nicht die schlechteste aller Möglichkeiten," meinte am Montag Finanzwissenschaftler Professor Markus Kerber im Deutschlandfunk. Er überlegt sogar, gegen Finanzhilfen für Griechenland vorzugehen, denn: "Dies kann ein Fass ohne Boden werden", meint er <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="68455" text="angesichts der Risiken und Nebenwirkungen von Finanzhilfen für Athen" alternative_text="angesichts der Risiken und Nebenwirkungen von Finanzhilfen für Athen" />.<br /><br />Am vergangenen Freitag hatte Athen die EU und den IWF um Finanzhilfen gebeten. Mit einer Aktivierung des Hilfspakets kämen auf Deutschland Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro zu. Die Euroländer hatten insgesamt 30 Milliarden Euro zugesagt, der Internationale Währungsfonds IWF weitere 15 Milliarden.<br /><br />Zur Griechenlandkrise auf dradio.de:<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="203209" text="Aktuell: Griechenland kann Staatspleite nicht mehr allein abwenden" alternative_text="Aktuell: Griechenland kann Staatspleite nicht mehr allein abwenden" /><br /><br /> <a class="link_audio_portal" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/28/dlf_20100428_1840_9b45d8c9.mp3" title=Ebbe in der Ägäis - Griechenland braucht Finanzhilfen (Hintergrund, DLF)> Ebbe in der Ägäis - Griechenland braucht Finanzhilfen (Hintergrund, DLF)</a><br /> <a class="link_audio_portal" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/28/dlf_20100428_1815_5b34f94f.mp3" title=Griechische Reaktionen am Tag der Krisentreffen in Berlin (Informationen am Abend, DLF)> Griechische Reaktionen am Tag der Krisentreffen in Berlin (Informationen am Abend, DLF)</a> <br /> <a class="link_audio_portal" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/28/drk_20100428_1719_8b13c2f2.mp3" title=Frankfurt: Die Ratingagenturen in der Griechenlandkrise (Ortszeit, DKultur)> Frankfurt: Die Ratingagenturen in der Griechenlandkrise (Ortszeit, DKultur)</a> <br /><br />DRadio Wissen Tagesthema: <br /><papaya:link href="http://wissen.dradio.de/index.11.33.de.html?dram:article_id=2434" text="Wie kann Griechenland noch vor dem Zusammenbruch bewahrt werden?" title="Wie kann Griechenland noch vor dem Zusammenbruch bewahrt werden?" target="_blank" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:47 Uhr Sport

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Autokonzern unter VerdachtTransparenz nach Art des Hauses VW

Blick auf das Verwaltungshochhaus des VW-Werks in Hannover (dpa)

Statt durch echte Aufklärung und uneingeschränkte Kooperation, glänze der Autohersteller VW im Abgas-Skandal bislang durch fehlende Transparenz, meint Dietrich Mohaupt. Dabei wäre die nötig um Vertrauen zurückzugewinnen.

Sommerhits 2017Vier Silben für die Welt

Ein Screenshot aus dem Video zu Despacito von Luis Fonsi und Daddy Yankee (Bild: Despacito / Luis Fonsi & Daddy Yankee / YouTube) (Despacito / Luis Fonsi & Daddy Yankee / YouTube)

Es gibt Millionen Songs auf der Welt, doch im Radio läuft: "Despacito". Der weltweit populäre Song gilt als offizieller Sommerhit, wie die dafür zuständige GfK feststellt, denn: Er ist tanzbar, hat eine eingängige Melodie und verbreitet Urlaubsstimmung.

Die Geschichte der KoalitionenNeue Farben - neues Glück?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M, CDU) kommt mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (r) und dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer aus einem Raum am 12.02.2017 im Reichstag in Berlin bei der Wahl des Bundespräsidenten. Zur Wahl des neuen Bundespräsidenten tritt am Sonntagmittag in Berlin die Bundesversammlung zusammen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa | Verwendung weltweit (dpa/Bernd von Jutrczenka)

Sechs Fraktionen könnten nach der Wahl am 24. September dem 19. Bundestag angehören. Damit könnten sich mehr Koalitionsoptionen als je zuvor ergeben. Ob Sozialliberal, schwarz-rot, schwarz-gelb oder rot-grün: In der Geschichte der Bundesrepublik waren neue Koalitionen immer auch bundespolitische Wendepunkte.

Überwachung im Job: Tastatur-Protokolle

Beim Arbeiten mal schnell eine private E-Mail schreiben oder die U-Bahn-Verbindung checken. Euer Arbeitgeber kann das alles protokollieren - per Keylogger-Programm. Aber darf er das auch? Heute (27. Juli) entscheidet das Bundesarbeitsgericht, ob solche Programme legal sind.

Serie "Lost in Translation" Diese Wörter lassen sich einfach nicht übersetzen

Manche Wörter in anderen Sprachen beschreiben Phänomene, die wir zwar kennen und verstehen - für die es aber keine Entsprechung im Deutschen gibt. Hier stellen wir Ihnen einige der schönsten dieser unübersetzbaren Begriffe vor.

240. Geburtstag von Heinrich Wilhelm BrandesBrandes und die Sternschnuppe von Rotenburg

Eine besonders helle Sternschnuppe über der Teleskopanlage ALMA in Chile (ESO/C.Malin)

Vor 240 Jahren kam im norddeutschen Groden Heinrich Wilhelm Brandes zur Welt. Der spätere Kommilitone von Carl Friedrich Gauß untersuchte Sternschnuppen - und was sie mit dem Wetter anstellen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Israel  Zugang zum Tempelberg nach neuen Unruhen wieder eingeschränkt | mehr

Kulturnachrichten

Salzburger Festspiele: Opernprogramm hat begonnen | mehr

 

| mehr