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Kritik an Ergebnis der Afghanistan-Konferenz

Außenminister Westerwelle verteidigt Ausstiegsprogramm für Taliban

Gruppenbild der Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz (AP)
Gruppenbild der Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz (AP)

Sie sollte einen Wendepunkt darstellen, und die Afghanistan-Konferenz von London erzielte durchaus vorzeigbare Ergebnisse. Kernpunkt: eine geregelte "Exit-Strategie" und das finanzielle Abwerben von Taliban. Doch so aussichtsreich die Planung, so unkonkret blieb die Frage der Umsetzung.

Im Grundsatz ist der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Ergebnis in London zufrieden. Wolfgang Ischinger sagt aber einen viel längeren Abzugszeitraum für Afghanistan voraus - und wünscht sich von der muslimischen Welt eine Beteiligung an der "Last dieses Einsatzes".

Es gebe keine Garantie, dass der von der Staatengemeinschaft in London beschlossene Strategiewechsel erfolgreich sei, sagte Bundesaußenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) über die Situation in Afghanistan am Donnerstag Abend im ARD-Fernsehen.Den alten Weg weiterzugehen, wäre aber garantiert erfolglos. Mit dem Ausstiegs-Programm für Taliban-Kämpfer werde man zwar nicht an den harten Kern herankommen, man fange jedoch auch nicht bei Null an.

Taliban: Verhandeln und abwerben für den friedlichen Weg

Anfang Januar soll der UNO-Sondergesandte für Afghanistan, Kai Eide, in Dubai ein vorbereitendes Gespräch mit Taliban-Kommandeuren geführt haben. Es sei auf Initiative der Taliban zustande gekommen, heißt es unter Berufung auf UNO-Vertreter.

Am Donnerstag hatten sich in London Vertretern aus 70 Ländern getroffen, um die Zukunft der Menschen am Hindukusch neu auszurichten. Der afghanische Präsident Hamid Karsai, selbst nicht unumstritten wegen mutmaßlicher Wahlmanipulationen und seiner als korrupt geltenden Regierung, versprach, stärker gegen Korruption in Afghanistan vorzugehen. Die internationale Staatengemeinschaft beschloss, Afghanistan so schnell wie möglich in die Autonomie zu entlassen.

Afghanistan - Land der Warlords und Agitatoren

Warlords, die eifersüchtig über ihre Gebiete wachen und Konflikte zwischen Clans, die zu Mord und Vertreibungen führen: Das ist die Welt, die Bundeswehrsoldaten oder Polizeikräfte im Norden Afghanistans bei ihrem Einsatz vorfinden.


Links zum Thema:

bundeswehr.de - Afghanistan-Einsatz

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

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