Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kritik im Sicherheitsrat an russischer Syrien-Resolution

Syrische Widerständler werben in Moskau vergeblich um Kurswechsel

Die Kämpfe in Syrien gehen weiter - die Welt berät über die politische Zukunft des Landes (picture alliance / dpa/Syrian News Agency Sana / Handou)
Die Kämpfe in Syrien gehen weiter - die Welt berät über die politische Zukunft des Landes (picture alliance / dpa/Syrian News Agency Sana / Handou)

Uneinigkeit ist der Konsens: Nach Gesprächen in Moskau gibt es keine Annäherung zwischen Vertretern der syrischen Opposition und der russischen Regierung über ein Ende des Blutvergießens in Syrien. Der russische Resolutionsentwurf stößt derweil auf Kritik.

Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben den russischen Resolutionsentwurf zu Syrien kritisiert. Der deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Peter Wittig, sagte vor Beginn einer Sitzung des Gremiums in New York, der Entwurf konzentriere sich zu sehr auf eine reine Fortsetzung der Syrien-Mission.

Unmittelbar zuvor hatte es zum ersten Mal Gespräche zwischen dem oppositionellen syrischen Nationalrat und der russischen Regierung gegeben - aber sie brachten keine Annäherung. Russland hält im Syrien-Konflikt an seinem international heftig kritisierten Kurs fest. Die russische Regierung lehne einen Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad weiterhin ab, sagte der neue Chef des syrischen Nationalrates, Abdel Basset Sajda, nach Gesprächen in Moskau.

Russland will syrische Opposition in Dialog mit Assad bringen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (dapd - Misha Japaridze)Der russische Außenminister Sergej Lawrow (dapd - Misha Japaridze)Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte schon vor dem Treffen klar gemacht, dass sein Land nicht von seiner Position abrücken werde. Russland sehe die Gespräche als Möglichkeit, alle Fragen des Nationalrates über die russische Position zu klären, sagte er. Moskau wolle wissen, wie die Chancen dafür stünden, dass die syrische Opposition Gespräche mit der Regierung in Damaskus aufnehme.

Der syrische Nationalrat lehnt einen Dialog mit der jetzigen Führung in Damaskus bislang strikt ab und fordert einen Rücktritt von Präsident Assad. Moskau ist dagegen ein Verbündeter Assads und plädiert für die Bildung einer Übergangsregierung, in der auch Vertreter der jetzigen Führung vertreten sind. Trotz heftiger Kritik westlicher Staaten hat Russland Assad bisher nicht aufgefordert abzutreten.

Russischer Resolutionsentwurf stößt auf Kritik

Den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates legte Russland einen Resolutionsentwurf zu Syrien vor, der keine Sanktionen gegen Damaskus vorsieht. Stattdessen soll die UN-Beobachtermission in Syrien, die am 20. Juli ausläuft, um drei Monate verlängert werden. Es gilt als wahrscheinlich, dass der russische Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat abgelehnt wird. Das französische Außenministerium erklärte, der russische Entwurf gehe "nicht weit genug" und bleibe hinter den Erwartungen von großen Teilen der internationalen Gemeinschaft zurück.

Wie weiter mit Syrien?

Der UN-Sondergesandte Kofi Annan in Genf (picture alliance / dpa / Martial Trezzini)Der UN-Sondergesandte Kofi Annan spricht heute vor dem UN-Sicherheitsrat (picture alliance / dpa / Martial Trezzini)Der UN-Sondergesandte Kofi Annan will den Sicherheitsrat über den Stand seiner Vermittlungsbemühungen im Syrien-Konflikt informieren. Er war in den vergangenen Tagen zu Gesprächen in Damaskus, Teheran und Bagdad unterwegs. Im April hatte Annan einen Friedensplan für Syrien vorgelegt, der unter anderem einen Waffenstillstand vorsah. Er erwies sich bislang jedoch als wirkungslos.

Unterdessen wurde in Syrien weiter gekämpft. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien meldete Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen in einem Stadtviertel von Damaskus. Landesweit seien mindestens elf Menschen getötet worden, darunter sechs Zivilisten.

Mehr Hintergründe zu Syrien:

Die Toten von Hama - Syrien und das System Assad
"Freunde Syriens" fordern Assads Rücktritt - Krisengipfel in Paris fordert China und Russland zum Handeln auf

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:30 Uhr Lesezeit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Parlamentswahl in GrönlandUnabhängigkeit dank Klimawandel?

Abenddämmerung in Kulusuk, Grönland. (imago/Westend61)

Grönland will von Dändemark unabhängig werden. Die finanzielle Grundlage dafür sollen Rohstoffe liefern, die unter dem Eis vermutet werden. Doch weil dem Land Know-how und Kapazitäten für den Abbau fehlen, drohen neue Abhängigkeiten, meint der Politologe Tobias Etzold.

Radio für die kosmische EwigkeitSoweit die Funkwellen tragen

Abell 2744 ist ein typischer Galaxienhaufen  (NASA)

"Wer schreibt, der bleibt", lautet ein altes Sprichwort. Doch auch Papier ist vergänglich und nichts Geschriebenes hält für immer. Ganz anders ist das beim Radio.

100. Geburtstag von Elisabeth Mann Borgese Anwältin der Meere

Elisabeth Mann Borgese 1998 vor einem Familienfoto im Lübecker Buddenbrookhaus. Die Wissenschaftlerin, Schriftstellerin und Mitbegründerin des "Club of Rome" lebte von 1918 - 2002. Sie war die jüngste Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. (picture alliance / dpa / Rolf Rick)

Sie war das Lieblingskind von Thomas Mann und ist von ihm auch in der Literatur verewigt worden. Und doch kannte in Deutschland kaum jemand Elisabeth Mann Borgese. Umso mehr hat sie sich international als Seerechtsexpertin einen Namen gemacht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Armenien  Dialog geplatzt - neue Proteste angekündigt | mehr

Kulturnachrichten

Ibrahim Nasrallah gewinnt arabischen Booker-Preis | mehr

 

| mehr