Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Künast will Berlin regieren

Grünenpolitikerin fordert Klaus Wowereit heraus

Renate Künast bei ihrer Rede im Berliner Kommunikationsmuseum (AP)
Renate Künast bei ihrer Rede im Berliner Kommunikationsmuseum (AP)

Lange war spekuliert worden, nun ist es offiziell: Renate Künast will Regiernde Bürgermeisterin in Berlin werden. Im September 2011 tritt die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag gegen Amtsinhaber Klaus Wowereit von der SPD an.

"Ich bin bereit, ich kandidiere für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin." Für die Grünen in der Hauptstadt war dies der entscheidende Satz in der mit Spannung erwarteten Rede von Renate Künast. In ihrer Ansprache im Berliner Kommunikationsmuseum eröffnete Künast die Auseinandersetzung mit einer Attacke auf den rot-roten Senat: "Berlin ist eine Verheißung, aber seine Regierung ist eine Zumutung."

Offiziell nominiert ist Künast im Moment noch nicht, dies soll auf einem Parteitag im kommenden Jahr geschehen - dürfte aber nur noch eine Formalie sein. Denn die Chefin der Bundestagsfraktion gilt den Berliner Grünen als Hoffnungsträgerin. Nach ihrer Erklärung am Freitagabend bekam sie von der Basis begeisterten Applaus (mp3-Audio).

Nach Ansicht von Ralf Fücks, Leiter der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung, findet Künast "Zugang zu den Leuten auch jenseits des grünen Kernmilieus" - analog dazu habe sie in ihrer Rede auch ihren Wahlslogan formuliert: "Eine Stadt für alle." Für Wowereit werde ihre Kandidatur daher "eine ziemliche Herausforderung", sagte Fücks im Interview mit dem Deutschlandfunk (mp3-Audio).

Von der Berliner CDU kamen nach Künasts Rede erste Signale mit Blick auf eine mögliche Koalition mit den Grünen. "Eins ist ganz klar: Alles ist besser als Rot-Rot", sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende in Berlin, Monika Grütters. Sie habe immer "mit schwarz-grünen Bündnissen geliebäugelt" und sei davon überzeugt, dass eine Alternative zum jetzigen Regierungskonzept "auch nur mit diesen Farben verbunden sein kann", sagte Grütters im Interview mit Deutschlandradio Kultur (mp3-Audio).

Mehr zum Thema:

Konkurrenz belebt - Klaus Wowereit und Renate Künast rüsten sich für den Berliner Wahlkampf

Kommentar - Lagerwahlkampf einmal anders

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Klassik-Pop-et cetera

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

Vinyl-Box: "The Beatles: The Christmas Records"Weihnachtsgrüße der Beatles

Die Beatles 1967 (imago/ZUMA/Keystone)

Von 1963 bis 1969 verschickten die Beatles an die Mitglieder ihres Fanclubs Weihnachtsbotschaften, die die Bandgeschichte erzählen: vier junge Musiker starten voller Elan, haben überraschend Erfolg und werden sich schließlich fremd.

Radikalisierung in DeutschlandWenn aus Nazis Islamisten werden

Der Angeklagte Sascha L. kommt am 20.09.2017 in Handschellen zum Prozessauftakt in die Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig (Niedersachsen). Dem Hauptangeklagten wird die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat sowie der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Die drei weiteren Angeklagten sind wegen Beihilfe angeklagt. (Angeklagte auf Anweisung des Gerichts unkenntlich gemacht)  (dpa / Swen Pförtner)

Im Hass vereint: Die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen scheint ähnlichen Mustern zu folgen. Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll.

Anita Rée-Ausstellung in Hamburg Die Menschen-, die Frauen-Malerin

"Selbstbildnis" der Malerin Anita Rée  (picture alliance/dpa/Foto: Georg Wendt)

Die Künstlerin Anita Rée stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie, zeitlebens wehrte sie sich aber dagegen, dass ihre Arbeiten als jüdische Kunst gelte. Ihre sensiblen Portraits sind noch bis Februar in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Germanistin Sandra Richter"Deutschsprachige Literatur wird global wahrgenommen"

Eine junge Frau betrachtet im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar eine Porträtbüste von Johann Wolfgang Goethe. (dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)

Rockstars und Jeansdesigner nutzen Rilke-Verse als Kontext. Und es gibt viele weitere Bespiele für den weltweiten Einfluss deutscher Literatur. Die Germanistin Sandra Richter hat ein Buch über deren Weltgeschichte veröffentlicht – "eine Geschichte des kulturellen Austauschs".

Antisemitismus in Deutschland"Wir brauchen eine gesellschaftspolitische Offensive"

Volker Beck (Grüne) spricht am 03.06.2016 im Deutschen Bundestag in Berlin. (dpa)

Auf Demonstrationen in Berlin wurden kürzlich israelische Flaggen verbrannt. Volker Beck von den Grünen fordert deswegen mehr Aufklärung über Antisemitismus. Allein mit ordnungspolitischen Maßnahmen ließe sich das Problem nicht lösen, sagte er im Dlf.

80 Jahre Bunker in WünsdorfNazis, Russen und Touristen

Ein Bunker im Wald nahe dem brandenburgischen Ort Wünsdorf. (Philipp Buder/Thomas Klug)

1937 wurde im brandenburgischen Wünsdorf mit dem Bau streng geheimer Bunker begonnen – das Oberkommando der Wehrmacht sollte von dort den Zweiten Weltkrieg dirigieren. Die Bunkeranlagen sind mittlerweile ein Mahnmal und locken viele Touristen an.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jürgen Todenhöfer  "Der Jemen braucht Frieden" | mehr

Kulturnachrichten

Peter Jackson gibt Interview zum Fall Weinstein | mehr

 

| mehr