Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Kunst als Grunderfahrung

Forum Neuer Musik 2008 im Deutschlandfunk-Kammermusiksaal

Die Musikerin Margit Kern am Akkordeon. (Studio Black)
Die Musikerin Margit Kern am Akkordeon. (Studio Black)

Menschheit und Menschlichkeit, im Englischen ein und dieselbe Vokabel, sind nicht identisch. Humanität ist immer neu zu erringen – ihr Begriff ist permanent zu befragen. Kunst als elementar menschliches Tun hat einen entscheidenden Anteil daran. Lenkt sie den Blick auf Unbewältigtes von gestern und heute? Befördert sie den Dialog der Kulturen? Vermag sie der Gegenwart Entwürfe für Künftiges abzuringen – Perspektiven für ein sinnvolles menschliches Sein?

Das Forum Neuer Musik 2008 beteiligt sich an diesem Diskurs auf einem Terrain, auf dem sich avanciertes Musizieren und soziales Wahrnehmen miteinander verbinden. Welche Visionen daraus erwachsen, erkunden sechs Kompositionsaufträge, die der Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Basel, den ’Klangspuren’ Schwaz, dem Hessischen Rundfunk und kanadischen Partnern realisiert.

Jakob Ullmanns neues Werk führt ins Jüdische Viertel in Prag. Es thematisiert Verfolgung und Vernichtung jüdischer Künstler und Kunst als Grunderfahrung europäischer Moderne. Margit Kern verweist auf Positionen auch aus Nah- und Fernost; ihr Akkordeon-Recital zielt ins Zentrum auf menschlicher Selbstreflektion. Der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh-Tamimi fragt nach der in Auschwitz ermordeten Bukowinerin Selma Meerbaum-Eisinger. In einem kanadischen Projekt mit Joane Hétu, Jean Derome und dem Quatuor Bozzini begegnen sich Improvisation und Neue Musik – das Streichquartett wird als Gesellschaftsmodell durchgespielt.

Gefördert von der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, bietet das Forum erstmals ein themenbezogenes Rahmenprogramm. Dazu gehören die 48-stündige Installation Waldstück des Audioart-Künstlers Christoph Korn, elektroakustische Arbeiten von Jin-Ah Ahn und Georg Katzer, ein Roundtablegespräch, Workshops an der Kölner Musikhochschule sowie eine Begegnung mit dem Düsseldorfer KOBI-Gymnasium.


Konzerte und Sendetermine


4. April 2008 – 20 Uhr
JAKOB ULLMANN, PRAHA: celetná - karlova - maiselova
für Sopran, Sprecher, Kammerensemble und Zuspiel
Studierende der Hochschule für Musik Basel
Einstudierung: Jürg Henneberger

Deutschlandfunk
8. Juli – 21.05
Musikforum



5. April 2008 – 19 Uhr
im spiegel: ICH. Akkordeon-Recital Margit Kern
JIN-AH AHN, EDISON DENISSOW, SAMIR ODEH-TAMIMI,
YOUNGHI PAGH-PAAN, ANNETTE SCHLÜNZ, CHARLOTTE SEITHER

Deutschlandfunk
26. April – 22.05
Atelier neuer Musik



5. April 2008 – 21 Uhr
SAMIR ODEH-TAMIMI, Challumót
Gunnar Brandt (Stimme), Jeremias Schwarzer (Blockflöte),
Matthias Jann (Posaune), Roland Neffe (Schlagwerk),
Johan Bossers (Klavier)

Deutschlandfunk
10. Mai – 22.05
Atelier neuer Musik



6. April 2008 – 19 Uhr
JOANE HÉTU / JEAN DEROME, La mensonge et l’identité
Quatuor Bozzini Montréal

Deutschlandfunk
1. Juli – 21.05
Musikforum

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:10 Uhr Büchermarkt

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Auslaufmodell Businessmode Warum man Kompetenz nicht anziehen kann

Eine Frau im Businesskostüm  (Picture Alliance / Patrick Pleul)

Businesslook als Zeichen von Seriosität und Fachkenntnis? Das war einmal. Chefs lösen ihre Krawatten und Bankangestellte sollen sie ganz ablegen - für mehr Kundennähe. Kompetenz vermittelt sich heute nicht durch einen schlecht sitzenden Anzug, sondern durch Wissen und Empathie.

ABBA-Ausstellung "Super Trouper"Strahlende Schweden im dunklen Britannien

Die Mitglieder der schwedischen Popgruppe "Abba" (von links nach rechts): Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1974 im südenglischen Brighton 

Die schwedische Band ABBA wird im Londoner Southbank Centre mit der Ausstellung "Super Trouper" geehrt. Die zeigt nicht nur Exponate der Band, sondern zeichnet auch ein düsteres Bild Englands in den 1970er-Jahren.

FilmwirtschaftDisneys Deal mit "21st Century Fox"

Das Logo des US-Unterhaltungsriesen Disney auf einem Bildschirm, im Hintergrund das Handelsparkett der New Yorker Börse (AP Photo/Richard Drew)

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney steht kurz davor, Teile des Medienunternehmens "21st Century Fox" von Rupert Murdoch zu kaufen. Dies sei eine Reaktion auf die digitale Konkurrenz wie Netflix oder Amazon, erklärt Caspar Busse von der "SZ".

Islamexperte Ahmad Mansour"Antisemiten sind selbstbewusster geworden"

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy (Imago / Jens Jeske)

Der Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein nationales Konzept für den Umgang mit Antisemitismus. Judenfeinde seien selbstbewusster geworden und hätten weniger Hemmungen sich zu äußern, sagte der Psychologe im Dlf. Den aktuellen Antisemitismus hält er für herkunftübergreifend.

Vor 30 Jahren Warum ein Verkehrsunfall zur Gründung der Hamas führte

Anhänger der Hamas demonstrieren am 14.12.2016 in Gaza-Stadt. (dpa / EPA / Mohammed Saber)

Ein tragischer Verkehrsunfall und Gerüchte waren der Auslöser für die Gründung der Hamas am 14. Dezember 1987. Seitdem kämpft die radikal-islamische Bewegung für das palästinensische Volk und "seine Freiheit, seine Rückkehr und seine Unabhängigkeit im Namen Gottes".

Anke Engelke über "Sowas wie Angst"Gefühle sind stärker als Statistiken

Die Schauspielerin und Autorin Anke Engelke schaut 01.12.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nach einem dpa-Gespräch im die Kamera. (zu dpa «Anke Engelke: «Habe mich als Kind schon supergern verkleidet»» vom 03.12.2017) Foto: Henning Kaiser/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

In einer WDR-Dokumentation macht sich die Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke auf die Suche nach der Angst in unserer Gesellschaft. Sie sagt, die Kriminalstatistik könnte einem eigentlich die Angst nehmen, aber bei Vielen seien die Gefühle eben stärker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Urteil  BND darf keine Telefonie-Daten von Reporter ohne Grenzen speichern | mehr

Kulturnachrichten

Widerstand gegen Gebühr für "Spiegel-Bestseller"-Siegel | mehr

 

| mehr