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Lage in Hochwassergebieten bleibt angespannt

Flutwelle der Elbe erreicht neue Rekordstände

Ein Mann läuft durch das Hochwasser (picture alliance / dpa / Arno Burgi)
Ein Mann läuft durch das Hochwasser (picture alliance / dpa / Arno Burgi)

In Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist die Lage in den Hochwassergebieten weiterhin kritisch. Menschen müssen ihr Zuhause verlassen, Hunderte Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz. Bei Fischbeck im Kreis Stendal brach ein Deich auf einer Länge von etwa 50 Metern.

Die Hochwasserwelle der Elbe hat sich in der Nacht weiter nach Norden verlagert. Der Ort Fischbeck, rund 15 Kilometer südöstlich von Stendal, ist überflutet. Dort war der Elbedeich zunächst auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Der Durchbruch erweiterte sich durch die Kraft der Wassermassen auf rund 50 Meter. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. In drei weiteren Ortschaften wurde ebenfalls eine Evakuierung angeordnet.

Bahnverkehr von und nach Berlin betroffen

Der Deichbruch beeinträchtigt auch die ICE-Bahnstrecke Berlin-Hannover-Köln beziehungsweise Berlin-Kassel-Frankfurt (Main). Weil die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten gesperrt wurde, müssen die Züge umgeleitet werden. Es kommt zu starken Verspätungen. Die Bahnhöfe Wolfsburg, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe werden von den umgeleiteten Zügen nicht angefahren. Die Deutsche Bahn informiert in ihrer Online-Fahrplanauskunft über die Beeinträchtigungen.

In der Landeshauptstadt Magdeburg sinkt der Pegelstand der Elbe, dennoch blieb die Lage weiter angespannt. Die Hochwasserflut hatte in Magdeburg viel höhere Stände erreicht als erwartet. In den östlichen Stadtteilen wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Der Krisenstab der Landesregierung begründete die Räumung damit, dass der Hochwasserscheitel eine Länge von 40 Kilometern habe und mehrere Tage gegen die Deiche drücken werde. Die Pegelstation in der Mitte des Magdeburger Stadtgebiets erreichte die Marke von 7,50 Meter. Bei der verheerenden Flut im August 2002 stand der Rekord-Pegel dort bei 6,72 Meter, der Normalwert beträgt knapp zwei Meter.

Flutwelle rollt auf Brandenburg und Norddeutschland zu

Da sich die Wassermassen weiter stromabwärts bewegen, spitzt sich die Lage auch an der Elbe im Nordwesten Brandenburgs dramatisch zu. In der Prignitz stiegen die Pegel binnen 24 Stunden um 60 Zentimeter. Nord-Brandenburg steht das Schlimmste allerdings noch bevor: In Wittenberge erreichte die Elbe die Marke von 7,85 Meter. Am Dienstag werden sogar 8,10 Meter erwartet. In Norddeutschland sollen Rekord-Wasserstände erreicht werden. In Hohnstorf bei Lauenburg rechnet der Krisenstab am Donnerstag mit 10,10 Meter. Höchster bisher gemessener Pegelstand war 9,88 Meter.

Entwarnung in Bitterfeld und Halle

In Bitterfeld hat sich unterdessen die Lage entspannt. Die Evakuierungen wurden aufgehoben. Auch die Stadt Halle hat wohl das Schlimmste des Hochwassers an Saale und Weißen Elster überstanden - und noch Sandsäcke übrig. Die kiloschweren Säcke sollen nun den Magdeburgern im Kampf gegen die immense Elbeflut helfen. Insgesamt 50.000 Sandsäcke will Halle der Stadt Magedeburg zur Verfügung stellen.

Gauck und Merkel rufen zur Solidarität mit Hochwasseropfern auf


Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Gipfel in Brüssel (picture alliance / dpa / Julien Warnand)Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht Hilfe (picture alliance / dpa / Julien Warnand)Mit dem Besuch eines Gottesdienstes hat Bundespräsident Joachim Gauck am Sonntag in Sachsen-Anhalt seinen Aufenthalt in ostdeutschen Hochwassergebieten gestartet. "Man kann sich nicht vorstellen, was da alles zu bewältigen ist", sagte Gauck mit Blick auf die Flutkatastrophe und deren Folgen bei seiner Ankunft in Halle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach den Flutopfern Unterstützung. Man werde beim Wiederaufbau alles tun, was möglich sei. "Deutschland steht in bewundernswerter Weise zusammen in diesen Tagen - und das soll auch so bleiben." Bundesweit kämpfen rund 70.000 Feuerwehrleute und 11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut.

Bundesregierung plant Flutgipfel

Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" plant die Bundesregierung einen nationalen Flutgipfel. Dabei solle zusammen mit allen Ministerpräsidenten der Länder eine faire Lastenverteilung bei der Bewältigung der Flutschäden gewährleistet werden. Die Kosten dürften nicht allein beim Bund und den direkt betroffenen Bundesländern hängen bleiben, hieß es. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haselhoff sagte der Zeitung "Die Welt", ein schnelles Gesetzgebungsverfahren sei erforderlich.

Hochwasser richtet Millionenschäden an

"Zigtausende Hektar Land sind überschwemmt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, Fritz Schumann, in Magdeburg. Das Hochwasser hat nach Einschätzung des Verbandes Millionenschäden bei den betroffenen Landwirten angerichtet. Und an der Elbe stehe den Bauern das Schlimmste noch bevor. Die finanziellen Einbußen für die Betroffenen könnten nicht allein durch Versicherungen und die von der Bundesregierung versprochene Soforthilfe beglichen werden. "Die Landwirte brauchen dringend weitere Unterstützung", forderte Schumann.


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Weitere Informationen zum Thema:

Länderübergreifendes Hochwasserportal" - Eine gemeinsame Initiative der deutschen Bundesländer
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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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