Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Lage in Syrien verschärft sich

Militär greift Oppositionelle aus der Luft an

Syrische Soldaten dringen in ein Dorf nahe Jisr al-Shughour im Norden Syriens vor. (AP)
Syrische Soldaten dringen in ein Dorf nahe Jisr al-Shughour im Norden Syriens vor. (AP)

Weil die Proteste gegen Syriens Präsident Assad nicht abebben, geht das Regime offenbar immer brutale gegen die Demonstranten vor: Erstmals gibt es jetzt Berichte von Luftangriffen auf Regierungskritiker im Nordwesten des Landes. Das Militär feuert aus Hubschraubern auf die Menschen.

Am Freitag hatten wieder Zehntausende im ganzen Land gegen die syrische Regierung demonstriert und den Rücktritt von Präsident Assad gefordert. Die Armee ging brutal gegen die Regimegegner vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten und Augenzeugen kamen dabei mindestens 25 Menschen ums Leben. Im Norden Syriens begann eine groß angelegte Militäraktion, wie Felix de Cuveland im Deutschlandfunk berichtet. Das syrische Staatsfernsehen bezeichnete das Vorgehen der Armee als Operation gegen bewaffnete Banden - reine Propaganda, widersprechen Menschenrechtler.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beriet am Freitag in New York über eine UN-Resolution für Libyen. Generalsekretär Ban Ki-moon rief Syrien auf, die Gewalt zu beenden.

Angesichts der eskalierenden Lage fliehen immer mehr Syrer in die Türkei. Auf türkischer Seite wurden Auffanglager eingerichtet. Ministerpräsident Erdogan bezeichnete Assads Vorgehen als unmenschlich, berichten türkische Medien.

Haltung des Militärs entscheidend

Bislang stehen Geheimdienste, Polizei und Militär in Syrien geschlossen hinter der politischen Führung. Die Regierungskritiker sprechen gezielt die syrische Armee an in der Hoffnung, die könne sich auf die Seite des Volkes schlagen. Tatsächlich mehren sich Berichte über desertierte Soldaten, die aber kaum zu überprüfen sind, wie Kristin Helberg im Deutschlandfunk berichtet. Sollten immer mehr Soldaten desertieren, könnte das zu einer Spaltung des Militärs führen - für das Regime womöglich der Anfang vom Ende. Genau darauf hoffen Syriens Oppositionelle.

Das Internet als Waffe gegen die Regierung

Stündlich stellen syrische Oppositionelle Videos ins Internet, die Demonstrationen, Zusammenstöße zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften und immer wieder Bilder von getöteten und vorher offenbar gefolterten Menschen. Jan Kuhlmann berichtet im Deutschlandradio Kultur, welch hohes Risiko die syrischen Internetaktivisten dafür eingehen : Die Sicherheitskräfte haben schon viele von ihnen gefasst, dennoch reisen sie häufig viele hundert Kilometer innerhalb Syriens, um eine sichere Internetverbindung zu finden und die Videos zu versenden.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Resolutionen und Sanktionen wertlos - Fehler des Auslands mit Syriens Regime sind viel älter

Eskalation der Gewalt - Syriens Machtapparat geht rigide gegen Demonstranten vor *

UNO schafft es nicht, Syrien zu verurteilen

Die Demonstrationen in Syrien bereiten der Türkei Sorgen *

NATO darf nicht "Dauertüröffner für Regimewechsel" werden - CDU-Außenpolitiker Kiesewetter warnt vor Militärschlag gegen Syrien

Die Revolution, die keine wird - Die Krise in Syrien

Protestwelle erreicht Syrien: Einblicke in die aktuelle Situation im Land

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Attentat von London"Es sieht schon verdammt nach Islamischem Staat aus"

Peter Neumann, Direktor des "International Centre for the Study of Radicalisation" am Londoner King‘s College. (imago / IPON)

Wenn Ermittler in Großbritannien von internationalem Terrorismus sprechen, sei das ein Codewort für Al-Kaida oder den Islamistischen Staat, sagt Peter Neumann, Sicherheitsexperte am Londoner King's College, im DLF. Die Briten seien zwar die Besten bei der Anti-Terror-Abwehr in Europa, aber Anschläge mit Messern und Autos könne man nicht verhindern.

Merkel-Kritikern sammeln sich "Freiheitlich Konservativer Aufbruch" innerhalb der CDU

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen. (AFP / Tobias Schwarz)

Konservative Merkel-Kritiker gründen am Wochenende innerhalb der Union die Plattform "Freiheitlich Konservativer Aufbruch". Der CDU-Politiker Christian Wagner will damit im Parteiprogramm zur Bundestagswahl den Wertkonservatismus wieder stärker verankern.

Wie umgehen mit Erdogan & Co.?Klarheit ist manchmal besser als Diplomatie

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am 04.09.2016 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Treffens. (dpa / picture alliance)

Die AKP will nun doch keine Spitzenpolitiker mehr zu Wahlkampfauftritten nach Deutschland schicken. Ein Verdienst der konsequenten Haltung der Bundesregierung? Der Grüne Memet Kilic sieht eher eine völlig wirkungslose Diplomatie gegenüber Autokraten am Werk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Täter war Brite und den Sicherheitsbehörden bekannt | mehr

Kulturnachrichten

Florian Ebner geht ins Centre Pompidou  | mehr

 

| mehr