Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Landesregierung prüft Forderungen gegen Nokia

Handy-Hersteller bekräftigt Schließungspläne für Werk in Bochum

Mahnwache von Nokia-Mitarbeitern vor den Werkstoren von Nokia in Bochum. (AP)
Mahnwache von Nokia-Mitarbeitern vor den Werkstoren von Nokia in Bochum. (AP)

Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist bei der Überprüfung der Subventionsvergabe an den finnischen Mobilfunkkonzern Nokia offenbar auf Verstöße gegen die Förderbedingungen gestoßen. Nach dem Stand der bisherigen Prüfungen gebe es Hinweise darauf, dass das Unternehmen gegen die Vorschriften zur Subventionsvergabe verstoßen hat, sagte Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) in Bochum. Das Land behalte sich deshalb vor, Gelder von Nokia zurückzufordern, erklärte die Ministerin.

Wie hoch die zurückgeforderte Summe sein könnte, sagte Thoben nicht. Das Land hatte Nokia insgesamt 88 Millionen Euro für die Ansiedlung in Bochum gezahlt.

Der finnische Handy-Hersteller indes sieht wenig Spielraum für einen Erhalt seiner Produktion in Bochum. Nokia habe die Entscheidung zur Schließung des Werkes getroffen. Das Unternehmen sei aber gesprächsbereit, um seinen Beschluss zu erläutern. "Das Angebot steht", sagte Pressesprecherin Kristina Bohlmann im WDR.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warf dem finnischen Konzern mangelnde gesellschaftspolitische Verantwortung vor. Mit der angekündigten Schließung des Bochumer Werks untergrabe das Unternehmen das Vertrauen der Menschen in die soziale Marktwirtschaft, sagte Steinbrück im Deutschlandfunk. Die Stilllegung komme viel zu plötzlich und sei anhand der wirtschaftlichen Zahlen von außen nur schwer nachvollziehbar. Der SPD-Politiker sprach im Hinblick auf die Verlagerung der Produktion nach Rumänien von einem "Karawanen-Kapitalismus", mit dem Nokia sein Image erheblich schädige. Er glaube aber nicht, dass die Schließung noch zu verhindern sei. (Text/ MP3-Audio)

Glos: Menschen fühlen sich vor den Kopf gestoßen

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, viele Menschen fühlten sich von Nokia vor den Kopf gestoßen. Es habe keine sichtbaren Bemühungen des finnischen Konzerns gegeben, über Kostensenkungen oder andere Maßnahmen eine Weiterführung der Produktion zu ermöglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Nokia auf, die Motive für die Schließung des Standorts offenzulegen.

Aus Protest gegen die geplante Schließung des Werkes in Bochum wollen mehrere Politiker ihre Nokia-Handys zurückgeben. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der "Bild"-Zeitung: "Was Nokia in Bochum vorhat, ist eine Riesensauerei. Ich habe heute mein Büro gebeten, mir ein anderes Handy zu besorgen." Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) will dem Bericht zufolge sein privates Nokia-Handy zurückgeben und lässt für sein Ministerium prüfen, ob ein Boykott des Handy-Herstellers zulässig sei. "Ich habe den Leiter unserer Zentralabteilung angewiesen zu schauen, ob und unter welchen Bedingungen wir bei Nokia aussteigen können", zitierte das Blatt Seehofer

Nokia hatte am Dienstag mitgeteilt, seine Handyproduktion in Deutschland einzustellen und den Standort Bochum bis Mitte des Jahres zu schließen. Rund 2300 Beschäftigte sind betroffen, zudem sind bis zu 2000 Stellen bei Zulieferern und Leiharbeitern in Gefahr. Die Fertigung soll nach Rumänien und Ungarn verlagert werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Atelier neuer Musik

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Die besondere Aufnahme

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Agenda 2010"Es ist immer wieder gut, Dinge in Frage zu stellen"

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise nimmt am 25.02.2016 in Berlin im Haus der Wirtschaft an der Veranstaltung "Ankommen in Deutschland", dem Aktionsprogramm der Industrie- und Handelskammern zur Integration von Flüchtlingen teil. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Agenda 2010 gelobt und sich zugleich für Änderungen ausgesprochen. Berufe, Arbeitsverträge und Arbeitsorte veränderten sich. Deshalb könne man erwarten, dass die Politik diese Entwicklungen nach vorne gerichtet unterstütze, sagte er im Deutschlandfunk.

Aretha Franklins GeburtstagSoul-Ikone und Bürgerrechtlerin feiert 75.

Aretha Franklin  (picture alliance / dpa / Ron Sachs)

Aretha Franklin sang für Martin Luther King und bei der Amteinführung von Barack Obama, die afroamerikanische Sängerin gilt als eine der erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt. Nun ist die Soul-Diva 75 Jahre alt geworden - und denkt über einen Abschied von der Bühne nach.

BuchprojektAuf einen Coffee to go nach Togo

Ein leerer Starbucks-Kaffeebecher (dpa picture alliance / Inga Kjer)

Coffee to go kennen wir alle. Bloß wo kommt eigentlich der echte Kaffee Togo her? Markus Weber wollte es wissen und machte sich auf den Weg. Mit dem Fahrrad nach Togo, durch 26 Länder, 14.000 Kilometer. Daraus entstand sein Buch "Ein Coffee to go in Togo".

KaczynskilandWie polnische Geschichte und Kultur umgedeutet werden

Das Denkmal "Westerplatte" zu Ehren der polnischen Verteidiger in der gleichnamigen Gedenkstätte in Danzig in Polen, aufgenommen am 17.06.2012. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Mit dem deutschen Beschuss der Westerplatte vor Danzig beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Die Polen wehren sich tapfer und unterliegen. So wird die Geschichte im Museum der Stadt Gdansk erzählt. Und das, findet die neue polnische Regierung, ist viel zu unpatriotisch.

FamilienkonflikteGeschichten vom Loslassen

Eine Frau zerreißt ein Foto ihrer Eltern. (imago/epd )

Wenn sich Familienkonflikte nicht lösen lassen, bleibt noch die Möglichkeit, sich ganz zu trennen. Die "Lange Nacht" porträtiert Menschen, die genau das getan haben.

Sir Elton John wird 70"Musik ist meine Liebe, Shoppen meine Sucht"

Elton John in Brasilien  (picture alliance / dpa / Foto: EPA/Antonio Lacerda)

Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Elton John auf der Bühne. Er zählt zu den erfolgreichsten Popstars aller Zeiten. Rund 300 Millionen Alben hat der exzentrische Brite verkauft. Doch ans Aufhören denkt Sir Elton John noch lange nicht: Die Show wird weitergehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Erdogan  Referendum über EU-Mitgliedschaft der Türkei grundsätzlich möglich | mehr

Kulturnachrichten

Anti-Trump-Kunstinstallation erneut abgebrochen  | mehr

 

| mehr