Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Landeverbot für Flugzeuge aus Jemen

Bundesregierung prüft Ausweitung von Einfuhrbeschränkungen

Emirates-Flugzeug, das ein verdächtiges Paket transportierte.
Emirates-Flugzeug, das ein verdächtiges Paket transportierte. (AP)

Nach der Entdeckung von Paketbomben aus dem Jemen hat Deutschland ein Landeverbot für Flugzeuge aus dem Jemen verhängt.

Nach den vereitelten Terroranschlägen hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière erste Konsequenzen gezogen: "Die Bundesregierung stellt sicher, dass ab sofort keine Luftfracht aus dem Jemen mehr in Deutschland ankommt", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert wird zudem geprüft, ob das Einfuhrverbot auf andere Länder ausgeweitet werden soll. Die Regierung will außerdem durch eine Arbeitsgruppe klären lassen, welche Veränderungen bei der Zuständigkeit für die Kontrollen erforderlich seien.

Darüber hinaus wies das Luftfahrtbundesamt alles Luftfahrtunternehmen, Expressdienstleister und andere Unternehmen an, lagernde und ankommende Fracht aus dem arabischen Land streng zu kontrollieren. Dies gelte insbesondere für Transitfracht und Transferfracht sowie für Fracht, die auf dem Straßen- und Schienenverkehr weitertransportiert wird, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte.

Auch in der griechischen Hauptstadt Athen sind mehrere Paketbomben aufgetaucht, von denen eine an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy adressiert war.

Bundeskriminalamt gab Hinweise

Die am Freitag in London und Dubai sichergestellten Paketbomben waren aus dem Jemen abgeschickt und an Synagogen im Großraum Chicago adressiert. Die Pakete enthielten offenbar auch den Sprengstoff PETN, der auch an Weihnachten 2009 bei einem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug verwendet worden war.

DHL-Transportcontainer am Flughafen Halle-LeipzigDHL-Transportcontainer am Flughafen Halle-Leipzig (AP)Nach Informationen der "Bild am Sonntag" aus Sicherheitskreisen wurde das Paket mit dem Sprengsatz auf dem mittelenglischen Flughafen East Midlands aufgrund einer Warnung des Bundeskriminalamts sichergestellt. Das BKA habe zuvor Hinweise aus Saudi-Arabien auf das verdächtige Paket erhalten, habe den Weitertransport vom Flughafen Köln/Bonn durch den Paketservice UPS aber nicht stoppen können.

De Maiziere sagte inzwischen seine geplante Reise nach Israel ab. Angesichts der aktuellen Lage sei es sinnvoll, wenn de Maiziere im Land bleibe, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, kritisierte im Deutschlandfunk, in Deutschland werde die Terrorgefahr häufig zur Seite geschoben. "Wir leben real in dieser Gefahr und müssen auch damit rechnen, dass bei uns derartige Anschläge passieren", sagte Freiberg.

Nahost-Experte Michael Lüders sieht in diesem neuen Muster des Terrors eine besorgniserregende Entwicklung as Scheitern des mutmaßlichen Anschlags habe man nicht der Wachsamkeit der US-Behörden zu verdanken, sondern dem Tipp der Saudis, sagte Lüders im Deutschlandfunk.

US-Präsident Barack Obama machte die Aufklärung zur Chefsache. Er sprach von einer glaubhaften terroristischen Bedrohung.


Mehr zum Thema:
Pakete aus dem Jemen - deutsche Reaktionen (MP3)

Ermittlungen im Jemen (MP3)

Informationen von DLF-Korrespondent Klaus Remme, Washington:
Die US-Regierung informiert die Presse im Weißen Haus über die mutmaßlichen Terroranschläge (MP3)

Der Jemen wird zunehmend zum Rückzugsort für potenzielle Terroristen. Korrespondentin Esther Saoub beschreibt die Terrorbekämpfung vor Ort. (MP3) Die USA, aber auch viele europäische Staaten zahlen jährlich Hunderte Millionen Dollar an Jemens Sicherheitsapparat.

Für die jemenitische Regierung im Jemen wird El Kaida zunehmend zu Problem. Korrespondent Peter Steffe berichtet, dass sie daran auch nicht ganz unschuldig ist. Korrespondent Peter Steffe berichtet, dass sie daran auch nicht ganz unschuldig ist.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

ARD-Tatort"Großartig und ganz anders"

Am Sonntag geht's endlich wieder los - mit neuen Tatort-Fällen. Wir haben uns von einem Tatort-Kenner sagen lassen: Die neue Saison bringt einige Highlights - wie den vierten Fall von Ulrich Tukur alias Felix Murot.

Rapper CroWovon der Panda träumt

Panda-Rapper CRO tritt auf der Seebühne in Bregenz, Vorarlberg in Österreich, vor Tausenden von Zuschauern auf, Juni 2014.

Der 24-jährige Sänger Cro - mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel - gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Popmusiker. Auf seinen Konzerten trägt er immer eine Pandamaske. Was steckt dahinter?

NiederlandeIm Rotlichtviertel wird aufgeräumt

Das Amsterdamer Rotlichtviertel "De Wallen"

Die Amsterdamer Altstadt soll aufgewertet werden - viele Bordelle müssen schicken Boutiquen oder Cafés weichen. Kritiker befürchten, dass die Frauen des Rotlichtviertels in unkontrollierbare Klubs oder auf den Strich verschwinden.

Zweiter Weltkrieg"Urkatastrophe der Menschheitsgeschichte"

Ralph Giordano.

Sein ganzes Leben beschäftigte sich der nun 91-jährige Autor Ralph Giordanomit Krieg, Holocaust und Aufarbeitung. Doch je mehr er wisse, desto schwerer falle es ihm, die Verbrechen zu verstehen, sagte er im Deutschlandfunk.

HygienekontrollenVerdreckt, verfault, verdorben

Ein Cheeseburger, aufgenommen in einem Berliner Restaurant.

Ob es sauber in einem Restaurant oder beim Fleischer zugeht, erfährt der Kunde in Deutschland nur selten. In Dänemark kann der Besucher schon beim Betreten des Geschäfts sehen, wie es dort um die Hygiene steht.

100 Tage Narendra ModiDer Elefant, der gerne wieder ein Tiger wäre

Narendra Modi begrüßt seine Anhänger in Gujarat, Indien.

Viel vorgenommen hat sich Indiens neuer Premierminister Narendra Modi: die lahmende Wirtschaft ankurbeln, Armut und Korruption bekämpfen. Eine erste Arbeitsbilanz 100 Tage nach seinem Amtsantritt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Rasmussen:  Russland muss Militäreinsatz in Ostukraine beenden | mehr

Kulturnachrichten

Leichter Besucherrückgang  bei Theatern und Konzerten | mehr

Wissensnachrichten

Ukraine-Konflikt  kanadische und russische Diplomaten streiten via Twitter über Ukraine-Konflikt | mehr