Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Lautes Nachdenken über Militäreinsatz in Syrien

USA verlangen mehr Druck auf das Assad-Regime

Gemeinsame Linie: US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr französischer Kollege Alain Juppé in Paris (picture alliance / dpa / Yoan Valat)
Gemeinsame Linie: US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr französischer Kollege Alain Juppé in Paris (picture alliance / dpa / Yoan Valat)

Schärfere Sanktionen gegenüber Syrien - das fordert US-Außenministerin Hillary Clinton angesichts der anhaltenden Gewalt in dem Land. Auch einen Militäreinsatz schließt sie nicht mehr aus. Russland und Frankreich sprechen sich für eine Ausweitung der UN-Beobachtermission aus.

Angriffe auf Rebellenhochburgen, Schüsse auf Zivilisten - seit Wochen gleichen sich die Meldungen aus Syrien. Heute soll erneut ein von Rebellen gehaltenes Viertel in der Stadt Homs angegriffen worden sein. Das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte berichtet zudem von Explosionen und Schüssen in der Stadt Kusair in der Nähe der Grenze zum Libanon.

Die USA wollen inzwischen offenbar auch ein militärisches Eingreifen nicht mehr ausschließen. Gestern Abend, beim Treffen der "Freunde Syriens" in Paris, schlug Außenministerin Hillary Clinton als Maßnahmen gegen das Assad-Regim Reisebeschränkungen, Hindernisse für Finanzgeschäfte und ein Waffenembargo vor. Sie brachte aber zugleich eine Resolution des Weltsicherheitsrates nach Kapitel VII der UN-Charta ins Gespräch. Eine solche Resolution könnte notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden.

Frankreich will bei der UN die Entsendung einer "robust ausgerüsteten" Beobachtertruppe beantragen. Diese solle 400 bis 500 Personen umfassen und auch über Helikopter verfügen. Der Antrag solle noch heute gestellt werden, sagte Außenminister Alain Juppé. "Es ist die letzte Chance vor einem Bürgerkrieg." Paris liege damit auf der gleichen Linie wie die USA, betonte Juppé.

Auch Russland fordert eine deutliche Ausweitung der UN-Beobachtermission. Hierzu müsse es möglichst bald eine zweite Resolution des Weltsicherheitsrates geben, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Russland hat dabei allerdings weniger das Assad-Regime als dessen Gegner im Visier. Es gebe den Wunsch, innerhalb Syriens die Umsetzung des Friedensplans des Sondergesandten Kofi Annan zu stören, sagte Lawrow mit Blick auf die bewaffnete Opposition.

Stinner: Auch Deutschland in der Pflicht

Der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Stinner, warnte davor, den Friedensplan von Kofi Annan bereits für gescheitert zu erklären. Stinner sagte im Deutschlandfunk, es sei aber dennoch richtig, auch über einen Militäreinsatz nachzudenken. In diesem Fall stehe auch Deutschland in der Pflicht: "Es ist nicht sinnvoll, dass wir, wenn wir eine Rolle in der internationalen Gemeinschaft spielen wollen - und das tun wir als Mitglied des Weltsicherheitsrates -, nicht von vornherein jede deutsche Beteiligung ausschließen können. Sondern wir müssen sehen, wie unser Beitrag sein kann, und dann im Detail entscheiden, wie er aussieht."

Waffen für Syrien auf deutschem Frachter?

Foto des deutschen Frachters "Atlantic Cruiser" - die Aufnahme zeigt das Schiff unter seinem letzten Charternamen "BBC Italy", unter welchem es bis 2011 unterwegs war. (picture alliance / dpa / Dietmar Hasenpusch)Der deutsche Frachter "Atlantic Cruiser" (picture alliance / dpa / Dietmar Hasenpusch)Im Mittelmeer durchsuchen türkische Behörden den deutschen Frachter "Atlantic Cruiser" auf mögliche Waffen für das syrische Regime. "Es ist ein großes Schiff", sagte ein Sprecher des türkischen Außenministeriums. "Deswegen weiß ich nicht, ob es einen Tag oder mehrere Tage dauern wird."

Nach tagelangem Versteckspiel in den Gewässern zwischen Zypern und Syrien war das Schiff in der Nacht zum Mittwoch in türkische Hoheitsgewässer eingefahren und dann in den Mittelmeerhafen Iskenderun gebracht worden. Deserteure der Armee und die Opposition Syriens hatte über schwere Waffen sowie Munition an Bord der "Atlantic Cruiser" berichtet.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Schlüsselwerke

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Fremdenfeindliche Angriffe in SüdafrikaDie Gewalt kann jederzeit wieder eskalieren

Plünderungen nach Ausschreitungen östlich von Johannesburg (afp / Mujahid Safodien)

Nach der Eskalation der fremdenfeindlichen Gewalt in Südafrika ist scheinbar Ruhe eingekehrt. Inzwischen unterstützt die Armee die Polizei. Doch die Einwanderer und Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten, die Zielscheibe der fremdenfeindlichen Mobs waren, trauen dieser Ruhe nicht. Die Angst vor neuen Ausschreitungen ist groß.

Chris Dercon"Ich bin kein Museumsmann - ich komme vom Theater"

(picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Der neue Chef der Berliner Volksbühne hat sich erstmals vorgestellt: Im Roten Rathaus gab Chris Dercon bekannt, mit wem er künftig zusammen arbeiten wird. Unsere Theaterredakteurin Susanne Burkhardt sprach mit Dercon über seine Konzepte.

#GrannyhairSchöne graue Haare!

Nicht bunt, sondern grau ist angesagt: Während Frauen der älteren Generation jedes graue Haar ausreißen, färben sich junge Frauen ihr Mähne grau. Auch prominente machen den Trend mit. Aber Achtung: Nicht jeder Frau steht grau und ab einem gewissen Alter machen die grauen Haare dann doch einfach nur alt.

Tafrifstreit bei der BahnNach dem Streik ist vor dem Streik

Zwei ICE-Züge fahren am 23.04.2015 einmal in und einmal aus dem Hauptbahnhof von Frankfurt am Main. (pa/dpa/Schmidt)

Der sich hinziehende Tarifkonflikt bei der Bahn führt bei den Kunden zunehmend zu Frustration und Ärger. Das geplante Tarifeinheitsgesetz werde aber keinen Frieden stiften, kommentiert Stefan Sauer im DLF. Wenn es wie geplant am 1. Juli in Kraft trete, müsse sich wohl bald das Verfassungsgericht damit beschäftigen.

Flüchtlingswelle Seemänner als Retter

"Die Flüchtlingswelle auf dem Mittelmeer wird auf dem Rücken der Seeleute ausgetragen", sagt der Leiter der Seemannsmission in Alexandria, Markus Schildhauer. Denn sie seien oft die Ersten, die auf die entkräfteten Bootsinsassen treffen. Dann seien psychologische Fähigkeiten gefragt - Anforderungen, die Seeleute oft nicht erfüllen können.

FanatismusEinblick in eine hitlertreue Seele

Adolf Hitler beim Reichsparteitag 1938 in Nürnberg

Sie will mehr werden als Heimchen am Herd. Mit zwölf geht sie zum BDM, der Nazi-Jugendorganisation für Mädchen. Im Frühjahr 1945 ist Clara S. 24 Jahre alt und zieht mit einer Privatarmee aus Kindersoldaten nach Westen, von denen die meisten umkommen. "Glaube, Führer, Hoffnung" erzählt von ihrer Verblendung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Hilfe  für Opfer von Himalaya-Erdbeben läuft an | mehr

Kulturnachrichten

Nachbildung der Chauvet-Höhle eröffnet | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Hersteller darf seine Brennstoffzelle weiter "Kraftwerk" nennen - auch wenn die Band dagegen ist | mehr