Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Lebensgefahr durch verseuchtes Wasser

An Reaktorblock 2 in Fukushima ist ein 20 Zentimeter langer Riss festgestellt worden

Reaktorblöcke des japanischen Atomkraftwerks Fukushima (picture alliance / dpa)
Reaktorblöcke des japanischen Atomkraftwerks Fukushima (picture alliance / dpa)

Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima nimmt immer bedrohlichere Formen an. Am zweiten Reaktorblock ist in einer Betonwand ein Riss festgestellt worden, durch den hochradiokatives Wasser austritt. Die festgestellte Strahlung ist laut Greenpeace lebensgefährlich.

Zum ersten Mal scheint es eine Erklärung für das radioaktiv verseuchte Wasser im Küstenabschnitt vor Fukushima zu geben. Offenbar sickert kontaminiertes Wasser direkt ins Meer. Wie der Fernsehsender NHK am Samstag berichtete, wurde eine Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde gemessen. Normalerweise liegt die Strahlenbelastung zwischen einem und zehn Millisievert pro Jahr.

Laut Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz haben Menschen, die eine Stunde lang mit 1000 Millisievert (= 1 Sievert) bestrahlt werden, ein um zehn Prozent höheres Krebsrisiko. Laut Greenpeace kann die jetzt festgestrahlte Strahlung auch als lebensbedrohlich bezeichnet werden.

Grund für die hohe Strahlung sei ein Leck im Betonboden von Reaktor 2, teilte die Betreiberfirma Tepco mit. Der Riss im Beton sei etwa 20 Zentimeter lang. Dies wurde von der japanischen Atomaufsichtsbehörde bestätigt.

Der Riss soll sich in der Wand einer zwei Meter tiefen Grube befinden, in der Stromkabel unterhalb des zweiten Reaktorblocks verlegt sind. Laut Tepco stand das Wasser in dieser Grube zehn bis 20 Zentimeter hoch. Der Energiekonzern wolle das Leck mit Beton dichten, hieß es weiter.
  
Was den Zustand der Brennstäbe und eine mögliche Kernschmelze in den Reaktoren (MP3-Audio) betrifft, herrscht weiter Unklarheit.

Naoto KanDrei Wochen nach dem Erdbeben und dem Tsunami besucht der japanische Ministerpräsident Kan erstmals das Katastrophengebiet im Nordosten des Landes. Erste Station der Reise war die 20.000-Einwohner-Stadt Rikuzentakata, die von der Flutwelle fast völlig zerstört wurde. Gegenüber Feuerwehrleuten und Behördenvertretern sicherte Kan den Überlebenden die Hilfe der Regierung zu.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) besucht JapanBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) besucht JapanBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) besucht JapanUnterdessen ist Bundesaußenminister Westerwelle (FDP) zu einem Solidaritätsbesuch in Japan eingetroffen. In Tokio will Westerwelle seinen japanischen Kollegen Matsumoto treffen. Auf dem Programm steht außerdem ein Gespräch mit deutschen Wirtschaftsvertretern und Bundesbürgern, die trotz der Atomkrise in Japan geblieben sind, und ein Besuch in der deutschen Botschaft, die Mitte März von Tokio nach Osaka verlegt worden war.


Links auf dradio.de:

Sammelportal zur Katastrophe in Japan
Auch IAEA empfiehlt Evakuierung - <br> Teams der Atomenergiebehörde haben im Nordosten von Fukushima extrem hohe Strahlung gemessen
Japanische Atomaufsicht empfiehlt weitere Evakuierungen
Informationen zur Lage in den japanischen Atomkraftwerken (GRS)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:30 Uhr Lesezeit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Parlamentswahl in GrönlandUnabhängigkeit dank Klimawandel?

Abenddämmerung in Kulusuk, Grönland. (imago/Westend61)

Grönland will von Dändemark unabhängig werden. Die finanzielle Grundlage dafür sollen Rohstoffe liefern, die unter dem Eis vermutet werden. Doch weil dem Land Know-how und Kapazitäten für den Abbau fehlen, drohen neue Abhängigkeiten, meint der Politologe Tobias Etzold.

Radio für die kosmische EwigkeitSoweit die Funkwellen tragen

Abell 2744 ist ein typischer Galaxienhaufen  (NASA)

"Wer schreibt, der bleibt", lautet ein altes Sprichwort. Doch auch Papier ist vergänglich und nichts Geschriebenes hält für immer. Ganz anders ist das beim Radio.

100. Geburtstag von Elisabeth Mann Borgese Anwältin der Meere

Elisabeth Mann Borgese 1998 vor einem Familienfoto im Lübecker Buddenbrookhaus. Die Wissenschaftlerin, Schriftstellerin und Mitbegründerin des "Club of Rome" lebte von 1918 - 2002. Sie war die jüngste Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. (picture alliance / dpa / Rolf Rick)

Sie war das Lieblingskind von Thomas Mann und ist von ihm auch in der Literatur verewigt worden. Und doch kannte in Deutschland kaum jemand Elisabeth Mann Borgese. Umso mehr hat sie sich international als Seerechtsexpertin einen Namen gemacht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Armenien  Dialog geplatzt - neue Proteste angekündigt | mehr

Kulturnachrichten

Ibrahim Nasrallah gewinnt arabischen Booker-Preis | mehr

 

| mehr