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Leipzig als ein großes Lesecafé

Buchmesse mit rund 2000 Veranstaltungen, 1500 Autoren und 300 Orten

Besucher auf der Buchmesse in Leipzig. (AP)
Besucher auf der Buchmesse in Leipzig. (AP)

Von heute an ist die Leipziger Buchmesse für das Publikum geöffnet. Bis Sonntag präsentieren nationale und internationale Verlage ihre Neuerscheinungen. Partnerland ist in diesem Jahr Kroatien. Parallel dazu beginnt der Veranstaltungsmarathon "Leipzig liest". Clemens Meyer erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik.

Der Preis der Leipziger Buchmesse 2008 wurde am Donnerstag in der Kategorie Belletristik an Clemens Meyer für seinen Erzählungsband "Die Nacht, die Lichter" verliehen. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurde Irina Liebmann für ihr Buch "Wäre es schön? Es wäre schön. Mein Vater Rudolf Hernstadt" ausgezeichnet. Für die Übersetzung von Joanot Martorells "Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc" erhielt Fritz Vogelgsang den Preis, der zum vierten Mal verliehen wurde.

Hörsäule des Deutschlandradio auf der Leipziger Buchmesse (Deutschlandradio / Bettina Straub)Hörsäule des Deutschlandradios. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Erste Messeimpressionen

Die Deutschlandradio-Literaturredakteure Sigried Wesener und Ralf Müller-Schmid geben einen ersten Eindruck von der Messe: "Die Messe ist wie ein großes weit geöffnetes Literaturhaus, das ist wirklich eine Publikumsmesse. Insgesamt sind ja 1500 Autorinnen und Autoren aufgeboten, um die Bücher der Saison zu präsentieren. Da sind große Namen darunter wie Martin Walser, Helge Schneider, Peter Sodann hat eine Autobiografie geschrieben und heute früh sah ich sogar Ken Follett, der "Die Tore der Welt" in der Hand hielt und in die Kamera lächelte.(…) Das Literaturhaus öffnet sich am Nachmittag in die Innenstadt." (MP3-Audio)

Der Veranstaltungs-Marathon "Leipzig liest" ist mit 1900 Terminen nach Angaben der Messeleitung das "größte Lesefest Europas". Gelesen wird nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch in Buchhandlungen, Kirchen, Museen, Kneipen und sogar in Friseursalons.

Ein differenziertes Bild von Kroatien

"Unser wichtigstes Ziel ist es, eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit auf die kroatische Literaturlandschaft zu lenken", erklärt der Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Die interessantesten Autoren sollen damit auf dem deutschen Buchmarkt besser bekannt gemacht werden, um ein differenziertes und lebendiges Bild des gegenwärtigen Kroatiens zu zeichnen.

Das Gastland Kroatien steht im Mittelpunkt der Leipziger Buchmesse. Nenad Popovic, Verleger aus Zagreb, hat mit "Kein Gott in Susedgrad" eine Anthologie neuer kroatischer Literatur herausgegeben. Es sei vor allem die Erfahrung des Krieges und die Beschreibung einer harten Realität, die sich in den Texten der jüngeren Autoren spiegele:

"Was die kroatische Literatur sehr aufregend macht in der jüngeren Generation ist ihre Nähe zur Realität. Sie beschreiben sehr hart eine Realität voller Gewalt in einem Land der Transition, sie verzichten auf Naturbeschreibungen, sie beschreiben vor allen Dingen ihre eigene Situation. Der Krieg ist natürlich eine ungeheure Erfahrung der Gewalttätigkeit, das spürt man in jedem Text, dass es um die Praxis der Gewalt geht auch in zwischenmenschlichen Beziehungen", sagte Popovic im "Radiofeuilleton" von Deutschlandradio Kultur. (Text, MP3-Audio)

Verleger regt Europäische Austauschbibliothek an

Der österreichisch-bosnische Verleger Lojze Wieser wünscht sich anlässlich der Leipziger Buchmesse mehr Anstrengungen bei Übersetzungen von Literatur. Auf diese Weise könne man eine Europäische Austauschbibliothek schaffen. Übertragungen aus der bulgarischen, mazedonischen, kosovarischen und albanischen Literatur seien immer noch zu selten, kritisierte Wieser im "Radiofeuilleton" von Deutschlandradio Kultur. (Zusammenfassung des Interviews, MP3-Audio)

Programmhinweis: Deutschlandradioberichtet täglich von der Leipziger Buchmesse. Auf dem Bücherfrühling 2008, einer Veranstaltung von Deutschlandradio Kultur am Samstag auf der Buchmesse, stellen sich unter anderen Michael Kumpfmüller ("Nachricht an alle"), Feridun Zaimoglu ("Liebesbrand") und Amelie Fried ("Schuhhaus Pallas") vor.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

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