Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Leopoldina zur Nationalakademie gekürt

Festakt in Halle

Forschungsministerin Schavan, Leopoldina-Präsident ter Meulen und Bundespräsident Köhler beim Festakt zur Ernennung der Leopoldina zur Nationalen Akademie. (AP)
Forschungsministerin Schavan, Leopoldina-Präsident ter Meulen und Bundespräsident Köhler beim Festakt zur Ernennung der Leopoldina zur Nationalen Akademie. (AP)

Die Leopoldina in Halle an der Saale ist zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt worden. Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler würdigte die Einrichtung bei dem Festakt als "gastlichen Ort für den freien Geist". Aufgabe der vor mehr als 350 Jahren gegründeten Einrichtung soll es künftig sein, die Politik zu beraten und die deutsche Wissenschaft im Ausland zu repräsentieren.

Vor der Leopoldina lägen neue anspruchsvolle Aufgaben, sagte Köhler. "Sie soll die Wissenschaft in Deutschland auf internationalen Bühnen vertreten und die Politik in Deutschland beraten; und diese Aufgabe ist komplexer denn je", sagte der Bundespräsident. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) übertrug der Akademie bei dem Festakt in Halle offiziell die Aufgaben und Funktion einer Nationalakademie.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) sprach von einem historischen Ereignis für ganz Deutschland. Die Leopoldina sei immer eine gesamtdeutsche Akademie, unterstrich Böhmer.

Der Präsident der Leopoldina in Halle, Volker ter Meulen, verteidigte die Ernennung der Leopoldina zur Nationalakademie. Alle großen Nationen verfügten über Nationalakademien, die ihr Land in internationalen Wissenschaftsgremien vertreten, sagte ter Meulen. Außerdem habe die Leopoldina als Nationalakademie die Aufgabe, wissenschaftsbasierte Politikberatung zu leisten.

Ter Meulen betonte, gleichwohl sei die Leopoldina eine unabhängige Institution: "Wir sind keine Auftragnehmer. Wir sind nicht dafür da, die Hausaufgaben eines Ministeriums zu erledigen, dafür sind deren wissenschaftlichen Beiräte da, sondern in zwei Dritteln aller Fälle suchen wir uns die Themen selbst aus." (Text / MP3-Audio)

"Die Nationale Akademie ist der Club der Besten"

Auch Ministerin Schavan verteidigte die Ernennung der Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften. Es müsse eine wissenschaftliche Institution geben, die vorrangig für die Beratung der Politik zuständig sei und "den Auftrag der internationalen Repräsentanz" habe, sagte Schavan im Deutschlandradio Kultur. (Text / MP3-Audio)

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland. Sie wurde 1652 in Schweinfurt von vier Ärzten gegründet. Anliegen ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Wohle des Menschen und der Natur zu vertiefen. Die international anerkannte Institution hat ihren Sitz seit 1878 in Halle/Saale. Ihr gehören derzeit rund 1250 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern an, darunter zahlreiche Nobelpreisträger.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

EEG-Reformgipfel"Die Deckelung ist durch nichts gerechtfertigt"

Der baden-württembergische Energie- und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). (dpa-Bildfunk / Philip Schwarz)

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller schlägt vor, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2025 auf 50 Prozent anzuheben. Der Grünen-Politiker sagte im DLF, auch die geplante Deckelung der Windkraft an Land sei fragwürdig. Ebenso müsse der Netzausbau besser vorankommen. Bund und Länder wollen heute Abend über den Ausbau von Ökostrom beraten.

Debatte um Gauland-Äußerungen Sich weltoffen geben, Vorurteile pflegen

Deutsche Fußballfans zeigen vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift "Jerome zieh neben uns ein" beim Länderspiel Deutschland - Slowakei in der WWK-Arena in Augsburg (Bayern). (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Einige Leute führen zwar gerne große Worte von Weltoffenheit im Munde, entpuppen sich aber voller Vorurteile, wenn beispielsweise ein Flüchtlingsheim in ihrer Nachbarschaft gebaut werden soll. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich der Soziologe Armin Nassehi.

NahrungsmittelFrisch oder abgepackt: Was ist leckerer?

Welche Dinge des alltäglichen Küchengebrauchs darf ich auch mal aus der Dose kaufen und welche nicht? Es gibt große Unterschiede, sagt unsere DRadio-Wissen-Küchenfee Tina Kießling.

Kritik am "Milchgipfel""Die Verbraucher können gar nichts tun"

Der stellvertretende Geschäftsführer der Organisation Foodwatch, Matthias Wolfschmidt, auf einem Bild aus dem Jahr 2012. (imago / Metodi Popow)

Millionenhilfen der Politik und im Laden die teurere Milch: Die Maßnahmen und Vorschläge der Bundesregierung brächten gar nichts, sagte Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch im DLF. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erwecke nur den Anschein, den Landwirten helfen zu wollen.

Nato und RusslandDer Westen schafft eine neue militärische Front

Die Teilnehmer des Außenminister-Treffens der NATO-Länder sitzen im NATO-Hauptquartier in Brüssel zusammen. (picture alliance / dpa / EPA)

Die Nato rücke immer dichter an die europäischen Grenzen Russlands. Dadurch breche sie Vereinbarungen mit Moskau und schaffe eine neue militärische Front wie zu Zeiten des Kalten Krieges, warnt der Hamburger Friedensforscher Reinhard Mutz.

Erster WeltkriegVor 100 Jahren begann die Schlacht am Skagerrak

Ein deutsches Großkampfschiff beim Abfeuern einer Breitseite während der legendären Schlacht von Skagerrak Mai/Juni 1916. (dpa)

Es war die schwerste Auseinandersetzung auf hoher See im Ersten Weltkrieg: Skagerrak-Schlacht – unter diesem Namen kennt man sie in Deutschland. Die Briten sprechen von der "Schlacht von Jütland". 8.500 Seeleute kamen damals ums Leben, vor allem Briten. Heute vor 100 Jahren fiel der erste Schuss. Zu den offiziellen Gedenkfeiern wird auch Bundespräsident Joachim Gauck reisen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Erneuerbare Energien  Bund und Länder beraten über Ökostromreform | mehr

Kulturnachrichten

Kinderbuch-Aquarell für 133.000 Euro versteigert  | mehr

Wissensnachrichten

Regel-Studienzeit  Offensichtlich kaum zu schaffen | mehr