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Letzte Ehre für Michael Jackson

Hunderte Millionen Fans nehmen weltweit Abschied vom "King of Pop"

Vor dem Eingang des Staples Centers in Los Angeles laufen Videos von Michael Jackson. (AP)
Vor dem Eingang des Staples Centers in Los Angeles laufen Videos von Michael Jackson. (AP)

In Los Angeles haben sich zehntausende Menschen versammelt, um Abschied von dem Popsänger Michael Jackson zu nehmen. Die Feier könnte mit mehreren Hundert Millionen Zuschauern vor den Internet- und Fernseh-Bildschirmen zum größten Medienereignis der Geschichte werden.

Im Staple Center in L. A. nehmen bei einer großen Show Prominente wie Lionel Richie, Stevie Wonder, Usher, Mariah Carey sowie Motown-Gründer Berry Gordy teil, um dem "King of Pop" die letzte Ehre zu erweisen. Nach Aussagen der Polizei verläuft in der Stadt, in die viele Anhänger des Sängers gereist sind, bislang alles überraschend ruhig.

Goldener Sarg mit roten Rosen

Jacksons Angehörige hatten zuvor des Gestorbenen auf dem Forest-Lawn-Friedhof in den Hollywood Hills gedacht. Dort, wo bereits Filmstars wie Humphrey Bogart, Bette Davis und Buster Keaton ihre letzte Ruhe fanden, soll Michael Jackson voraussichtlich auch begraben werden.

Danach war der goldene mit roten Rosen bedeckte Sarg auf einer geheim gehaltenen Route zum Staple Center in Los Angeles gebracht worden, wo 11.000 Fans an der Gedenkgala teilnehmen. Über eine Million hatten sich um Karten beworben.

Jackson war vor knapp zwei Wochen gestorben, die Todesursache ist noch unklar. Zunächst war von Medikamentenmissbrauch die Rede.

Trauern um eine Kunstfigur

Michael Jackson war eigentlich eine Kunstfigur, sagt die Kulturwissenschaftlerin Christine Mielke. Dass so viele Menschen weltweit dennoch um ihr Idol trauern, läge daran, dass Michael Jackson zu unserer "Medienbiografie" gehöre. Dadurch, dass jahrelang über die Höhepunkte und Rückschläge in Jacksons Leben berichtet worden sei, habe man das Gefühl, als kenne man diese Person. "Es ist ein bisschen so, als ob jemand stirbt, den man kennt, aber auch ein Stückchen der eigenen Biografie ist dadurch abgehakt, abgeschlossen", sagte Mielke im Deutschlandradio Kultur.

Doch nicht nur für seine Fans, auch für Experten der Musikbranche wird Michael Jackson einer der größten Künstler bleiben: "Es hat niemand vor ihm eine derartige Popularität erreicht wie er", sagt Hubert Wandjo, Business Direktor und Studiengangsleiter Musikbusiness der Popakademie Baden-Württemberg,im Deutschlandfunk. Michael Jacksons Vermächtnis wird "pophistorisch Bestand" haben, glaubt Hubert Wandjo: Auch in 50 Jahren werde er noch als "King of Pop" bezeichnet werden.

Streit ums Erbe

Unterdessen hat Michael Jacksons Mutter Katherine vor Gericht eine Niederlage im Kampf um seinen Nachlass hinnehmen müssen. Sie war zunächst als temporäre Nachlassverwalterin eingesetzt worden, bis ein Testament Jacksons aus dem Jahr 2002 auftauchte, in dem seine Berater, der Rechtsanwalt John Branca und der Musikmanager John McClain, als Verwalter des Erbes vorgesehen sind.

Ein Fan-Memorial für Michael Jackson in Los Angeles (AP)Ein Fan-Memorial für Michael Jackson in Los Angeles (AP)Außerdem setzte Jackson in seinem Testament seine 79-jährige Mutter als Vormund seiner Kinder ein. Die drei Kinder befinden sich nach einem vorläufigen Gerichtsbeschluss derzeit in ihrer Obhut. Katherine Jackson und die drei Kinder zusammen sollen zudem jeweils 40 Prozent seines Vermögens erhalten, das in einen Treuhandfonds gehen solle. 20 Prozent solle an Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen gehen, über die die Treuhänder entscheiden sollen.

Jacksons Vermögen wird auf rund eine halbe Milliarde Dollar geschätzt. Dem stehen Schulden von rund 400 Millionen Dollar gegenüber.

Post mortem Nummer-Eins-Hit

Nach seinem Tod zogen zahlreiche Hits Jacksons erneut in die deutschen Charts ein. Unter den Album-Top-Ten rangieren mit "Thriller", den Best-of-Alben "King of Pop" und "Number Ones" sowie "Bad" gleich vier Werke Jacksons auf den vorderen Plätzen.

Nach Angaben der Plattenfirma Sony gäbe es noch zahlreiche unveröffentlichte Songs Jacksons. Ob diese nun veröffentlicht werden, ist bislang unklar.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr

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