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Libyen-Kontaktgruppe trifft sich in Istanbul

Gespräche über internationale Unterstützung

Gaddafi bleibt verschwunden. (AP / John Redman, File)
Gaddafi bleibt verschwunden. (AP / John Redman, File)

Die Gefechte in Tripolis dauern an. In Istanbul berät heute die Libyen-Kontaktgruppe über eine Unterstützung für die Übergangsregierung. Von Muammar al-Gaddafi fehlt weiterhin jede Spur.

<p>In der libyschen Hauptstadt dauern die Kämpfe zwischen Aufständischen und Anhängern des untergetauchten Machthabers Gaddafi weiter an. In der Nacht war es am Internationalen Flughafen zu heftigen Gefechten gekommen. In Istanbul berät heute die Libyen-Kontaktgruppe über eine Unterstützung für die Übergangsregierung. <br /><br />Die Rebellen gingen am Mittwochabend davon aus, dass es noch zwei Tage dauern werde, bis <a class="link_audio_beitrag"href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/08/24/dlf_20110824_1823_ad93166f.mp3" title="Gaddafi auf verlorenem Posten (MP3)">das ganze Land unter Kontrolle unter ihrer Kontrolle stehe</a>, berichtete Hans-Michael Ehl im Deutschlandfunk. Bis dahin wollen sie auch Städte einnehmen, die noch von Gaddafi-Anhängern gehalten werden. Die Übergangsregierung schließe Verhandlungen mit den Gaddafi-Anhängern in diesen Städten nicht aus. So verlaute aus Sirte, der Heimatstadt Gaddafis, dass es Verhandlungen zwischen Stammesältesten und den Rebellen gebe, um weitere Kämpfe zu vermeiden. Ferner sollen die Rebellen die wichtige Küstenstraße von Al-Sawija nach Tripolis unter ihrer Kontrolle gebracht haben. Nach Angaben des Zentralkrankenhauses in Tripolis wurden bei den Gefechten bisher 435 Menschen getötet und mehr als 2.000 verletzt.<br /><br /></p><p><strong>Übergangsrat bereitet Umzug vor</strong></p><p>Trotz unübersichtlicher Lage und anhaltender Gefechte bereitet der Nationale Übergangsrat der Rebellen den Umzug von Bengasi in die Hauptstadt Tripolis vor. Der Nationale Übergangsrat brauche Geld, sagte ARD-Korrespondent Matthias Ebert in der <papaya:link href="http://www.tagesschau.de" text="&quot;Tagesschau&quot;" title="Tagesschau im Internet" target="_self" />, um den Unmut in der Bevölkerung während des Fastenmonats Ramadan klein zu halten. Ein Mitglied des Rates sei gegenwärtig in Doha bei Verhandlungen mit westlichen Staaten und habe um 2,5 Milliarden Euro Hilfe gebeten. Schon morgen sollen erste Vertreter vor Ort sein und ihre Arbeit rasch aufnehmen, sagte Mahmud Shammam, Sprecher des Übergangsrates, dem US-Sender CNN. Der Vorsitzende Mustafa Abdul Dschalil erklärte in der italienischen Zeitung "La Republica", dass es in acht Monaten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben solle.<br /><br /></p><p><strong> 1,2 Millionen Euro Kopfgeld auf Gaddafi</strong></p><p>Der Nationale Übergangsrat habe 1,2 Millionen Euro Kopfgeld auf Gaddafi ausgesetzt und seiner Familie sogar Straffreiheit zugesichert, wenn einer der Mitglieder ihn verraten würde, so Ebert aus Bengasi. Der Aufenthaltsort von Gaddafi ist weiterhin unbekannt. Inzwischen tauchte das Gerücht auf, Gaddafi könne sich noch in Tripolis aufhalte, wie Hans-Michael Ehl sagte. Ein Militärsprecher der Rebellen sagte, dass man das umfangreiche Bunkersystem unter der Residenz Gaddafis noch nicht gänzlich durchsuchen konnte. Es bestehe die Möglichkeit, dass Gaddafi immer noch in Tripolis sei, so Ehl weiter. Andere Gerüchte besagen, dass er in seine Heimatstadt Sirte bei seinem Stamm sei.<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70477" text="Sollte Gaddafi lebend gefasst werden" alternative_text="Sollte Gaddafi lebend gefasst werden" />, droht ihm ein Verfahren im eigenen Land oder vor dem UNO-Strafgerichtshof in Den Haag. Diktatoren wie Gaddafi ließen sich von einer drohenden Verurteilung vor dem Internationalen Gerichtshof allerdings nicht von ihrem Tun abhalten, meint der Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis im Deutschlandfunk. <br /><br /></p><p><strong>Ausländische Journalisten wieder auf freiem Fuß</strong></p><p>Unterdessen sind die ausländischen Journalisten, die im Hotel Rixos in der libyschen Hauptstadt Tripolis festgehalten worden waren, laut Angaben von ARD-Korrespondent Jörg Armbruster wieder auf freiem Fuß. Sie warden von Gaddafi-Anhängern, die ebenfalls im Rixos wohnen, daran gehindert worden, das Hotel zu verlassen, berichtete er in der "Tagesschau". Sie waren drei Tage lang ohne Nahrungsmittelversorgung in der Hand der Rebellen.<br /><br />Der Maghreb- und Nahostexperte der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Hardy Ostry, sieht <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="164203" text="nach einem Sturz des Gaddafi-Regimes in Libyen keine große Gefahr durch Islamisten" alternative_text="nach einem Sturz des Gaddafi-Regimes in Libyen keine große Gefahr durch Islamisten" />. Der Nationale Übergangsrat stehe nun vor der Herausforderung, wirklich repräsentativ für Libyen zu werden, betonte der Ostry im Deutschlandradio Kultur.<br /><br />Laut <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70470" text="Außenminister Guido Westerwelle" alternative_text="Außenminister Guido Westerwelle" /> hat Deutschland mit der Enthaltung bei der UN-Resolution zu Libyen einen Beitrag zur Niederlage des Gaddafi-Regimes geleistet. Diese Aussage sei ein <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70474" text="&quot;peinlicher Versuch&quot;, sich auf die Seite der Sieger zu stellen" alternative_text="&quot;peinlicher Versuch&quot;, sich auf die Seite der Sieger zu stellen" />, kritisiert SPD-Fraktionsvize Gernot Erler im Deutschlandfunk<br /><br />Libyens größte Einkommensquelle ist das Öl. US-Präsident Obama und seine Berater fürchten, dass es schon bald zu einem <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/08/24/drk_20110824_0711_bc171521.mp3" title="Libyen: Hoffnungen und Ängste der USA">erbitterten Kampf zwischen Libyens rivalisierenden Stämmen und verfeindeten Rebellen</a> um den Rohstoff kommen könne. <br /><br />Der größte ausländische Öl-Produzent ist der italienische Konzern Eni. Eni hat bis 2042 laufende Verträge mit Libyen. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/08/24/drk_20110824_0714_7c2cfef6.mp3" title="Rom: Das Verhältnis Italiens zu Libyens unter neuen Vorzeichen">Wie sich nach dem Sturz Gaddafis die Beziehungen zu Italien entwickeln</a> werden, bleibt abzuwarten, berichtet Rom-Korrespondent Stefan Troendle.<br /><br /><br />Über die aktuellen Entwicklungen in Libyen informieren Sie unsere <papaya:link href="/nachrichten/" text="Nachrichten" title="Nachrichten" target="_self" />.<br /><br /><br /><strong><em>Mehr zum Thema bei dradio.de:</em></strong><br /><br /><papaya:link href="http://wissen.dradio.de/libyen-die-kaempfe-dauern-an.33.de.html?dram:article_id=11958" text="DRadio Wissen blickt auf Gesellschaftsstruktur, Wirtschaft und die Rolle der Stämme in Libyen" title="DRadio Wissen blickt auf Gesellschaftsstruktur, Wirtschaft und die Rolle der Stämme in Libyen" target="_self" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="100290" text="Hintergrund: Sechs Monate Aufstand gegen Gaddafi - eine Chronologie" alternative_text="Hintergrund: Sechs Monate Aufstand gegen Gaddafi - eine Chronologie" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="100291" text="Hintergrund: Die Stunde Null Libyens" alternative_text="Hintergrund: Die Stunde Null Libyens" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="96441" text="Kommentar: Libyen nach Gaddafi - auch Deutschland muss helfen" alternative_text="Kommentar: Libyen nach Gaddafi - auch Deutschland muss helfen" /><br /><br /><papaya:addon addon="13ce92bc07c8e837729a6ac5022b9a1b" portal="70" text="Der arabische Aufstand - Sammelportal" alternative_text="Der arabische Aufstand - Sammelportal" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

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