Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Libysche Rebellen verlangen mehr Unterstützung der NATO

Dramatischer Appell aus Misrata - Erste freie Meinungsumfrage

Aufständische in Misrata (picture alliance / dpa)
Aufständische in Misrata (picture alliance / dpa)

Die militärisch bedrängten Revolutionäre in der Hafenstadt Misrata haben den Einsatz von Bodentruppen der NATO gefordert. "Wenn sie nicht kommen, werden wir sterben", sagte ein Sprecher der Rebellen. Ein entsprechender Brief soll aus Bengasi an die NATO weitergeleitet werden.

In der seit Wochen von Gaddafis Truppen belagerten Stadt Misrata wird inzwischen um einzelne Straßenzüge gekämpft, wobei die Soldaten sich als Zivilisten tarnen und von Moscheedächern schießen. Die Luftangriffe der NATO haben auf diese Kämpfe keinen Einfluss mehr. Laut einer Umfrage sind zwei Drittel der Libyer im Osten des Landes unzufrieden mit der militärischen Unterstützung der NATO, berichtet Esther Saoub im Deutschlandfunk (Audio-Beitrag). 96 Prozent wollen nicht, dass Gaddafi oder einer seiner Söhne den Übergang in die Demokratie gestaltet.

Der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber der KFOR, Klaus Reinhardt, sagte im Deutschlandfunk, dass der Krieg in Libyen nicht militärisch zu gewinnen sei. Er hält es für richtig, dass die NATO mit Gaddafi lüber ein Waffenstillstandsabkommen verhandele: "Da ist das Entscheidende eigentlich, dass man nicht sagen kann, Gaddafi muss weg, sonst habe ich niemand, mit dem ich das Waffenstillstandsabkommen aushandeln kann."

Washington denkt über weitere Waffenlieferungen an die Rebellen nach. Großbritannien will bis zu 20 Militär-Berater nach Libyen schicken, die den Aufständischen helfen sollen, sich besser zu organisieren. Auch Frankreich hat angekündigt, Militärexperten nach Libyen zu schicken, die helfen sollen, den Schutz der Zivilbevölkerung zu organisieren.

Unterdessen gehen die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Konfliktes weiter. Außenminister Westerwelle trifft heute gemeinsam mit anderen EU-Vertretern in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) mit dem Golfkooperationsrat zusammen, um die Situation in Libyen zu diskutieren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates, Abdel Dschalil, wird heute in Paris erwartet, gestern weilte er in Rom. Italien, Frankreich und Katar haben den Übergangsrat als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt.

Weitere Beiträge im Deutschlandradio:
Wolfgang Ischinger: Wir wollen keine Weltpolizei
Amnesty beklagt Waffenlieferungen an Gaddafi
Die Logik des Guido Westerwelle
Déjà-Vu-Erlebnis in Libyen: Vor 25 Jahren bombardierten US-Kampfflugzeuge Tripolis und Bengasi

Sammelportal Der arabische Aufstand

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:20 Uhr Frühkritik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

USAWissenschaftler gegen Donald Trump

Bei der Wissenschaftskonferenz AAAS fragen sich US-Forscher, wie es unter US-Präsident Donald Trump mit ihren Forschungsbereichen weitergeht - inhaltlich und finanziell. Besonders die Klimaforscher bangen. Wir haben darüber mit Cathryn Clüver gesprochen, sie ist Politikwissenschaftlerin an der Harvard-Universität.

Tabuthema Suizid"Ich bin auch wütend"

Grabstein mit Inschrift (imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Suizid begegnet uns, wenn im Familienkreis oder unter Bekannten jemand sich selbst tötet oder es versucht hat. Angehörige geraten nicht selten in die soziale Isolation. Aber müssen wir nicht diesem Menschen Respekt zollen, auch wenn seine Entscheidung eine Absage an die gemeinsame Zukunft war?

Deutschland in AfrikaSüdsudan am Tropf der Staatengemeinschaft

Menschen an der Wasserstelle in einem Flüchtlingslager am Rand von Juba im Südsudan (Deutschlandradio / Björn Blaschke)

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt und einer der ärmsten. Fast die Hälfte seiner Einwohner ist abhängig von Hilfslieferungen der internationalen Gemeinschaft. Grund für die Misere ist der seit 2013 währende Bürgerkrieg zwischen den Dinka und den Nuer. Ein Krieg, der mittlerweile jeden fünften Südsudanesen in die Flucht getrieben hat.

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Microsoft-Gründer Gates beunruhigt über Trump-Regierung | mehr

Kulturnachrichten

Jazzfusion-Gitarrist Larry Coryell gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr