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Lobeshymnen auf die deutsch-französische Freundschaft

Merkel bietet Hollande das Du an

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, r.) und der Präsident der französischen Nationalversammlung, Claude Bartolone (PS) (picture alliance / dpa - Soeren Stache)
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, r.) und der Präsident der französischen Nationalversammlung, Claude Bartolone (PS) (picture alliance / dpa - Soeren Stache)

Zur Feier des Elysée-Vertrages sind die französische Nationalversammlung und der deutsche Bundestag in Berlin erstmals zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen gekommen. Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande wollen enger zusammenarbeiten.

Zum 50-jährigen Bestehen des Élysée-Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich sind die Parlamente der beiden Länder heute zu einer gemeinsamen Sitzung im Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Berlin zusammen gekommen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) leitete die Sitzung gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Claude Bartolone.

In seiner Rede vor Bundestag und Nationalversammlung sprach Frankreichs Präsident François Hollande über die Bedeutung der Vertragsunterzeichnung für die Geschichte der EU. "Konrad Adenauer und Charles de Gaulle haben Kühnheit und Leidenschaft bewiesen, als sie daran dachten, das Schicksal Deutschlands und Frankreichs zu einen", sagte Hollande. "Der deutsch-französischen Freundschaft ist es zu verdanken, dass schrittweise der Euro eingeführt wurde - und dass im vergangenen Jahr die Integrität der Euro-Zone erhalten wurde."

Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands beim Familienfoto (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands beim Familienfoto (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Merkel: Deutschland und Frankreich sind Antriebskraft für EU

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte das Bündnis: "Deutschland und Frankreich sind eine Antriebskraft für die europäische Einigung. Eine gemeinsame Haltung beider Länder ist nicht alles, aber ohne sie ist ein Fortschritt kaum oder nur deutlich schwerer zu erreichen." Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte, die Beziehungen beider Länder seien heute eher von leidenschaftlicher Vernunft als von romantischer Verliebtheit geprägt. Das sei aber keineswegs von Nachteil.

Am 22. Januar 1963 hatten die beiden einstigen Kriegsgegner Deutschland und Frankreichmit dem Elysée-Vertrag ihre Aussöhnung besiegelt. Unterzeichnet wurde er im Élysée-Palast - dem französischen Präsidialamt - vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle. Im Interview mit dem Deutschlandfunk anlässlich des Jubiläums lobte der französische Außenminister Laurent Fabius das Verhältnis der beiden Länder zueinander. Es gebe heute Beziehungen "auf Augenhöhe zwischen gleichberechtigten Partnern".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Francois Hollande (picture alliance / dpa /  Christian Charisius)Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Francois Hollande (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Merkel und Hollande wollen Zusammenarbeit ausbauen

Pünktlich zum Jubiläum sind Merkel und Hollande nun auch Duzfreunde. Die CDU-Vorsitzende bot dem gleichaltrigen Sozialisten - beide 58 - am Montagabend bei einem Essen im Berliner Restaurant «Lutter und Wegner» das Du an, wie Teilnehmer berichteten. Hollande nahm sofort an. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Kanzleramt leitete Merkel dann bereits weiter: "Du hast das Wort." Seit längerer Zeit reden sich die beiden schon mit Vornamen an.

Bei der Pressekonferenz sprachen Merkel und Hollande über ihre gemeinsamen Ziele. So wollen Deutschland und Frankreich ihre Wettbewerbsfähigkeit voranbringen und dabei künftig Arbeitnehmer und Arbeitgeber einbeziehen. Hollande betonte, man habe bereits Kontakt zu Unternehmensführern aufgenommen. Ziel ist eine Beratergruppe zum Thema Wettbewerbsfähigkeit, in der beide Sozialpartner vertreten sind. Merkel und Hollande kündigten außerdem an, bis zum EU-Gipfel im Juni Vorschläge zu erarbeiten, um die europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu vertiefen. Darüber hinaus soll das Budget des Deutsch-Französischen Jugendwerkes erhöht werden.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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