Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Machtwechsel in Frankreich

François Hollande kündigt nach Wahlsieg über Nicolas Sarkozy Wachstumspolitik an

Künftiger französischer Präsident: François Hollande am Tag seiner Wahl (picture alliance / dpa / Caroline Blumberg)
Künftiger französischer Präsident: François Hollande am Tag seiner Wahl (picture alliance / dpa / Caroline Blumberg)

Frankreichs künftiger Präsident heißt François Hollande. In der Stichwahl siegte der Sozialist mit geringem Vorsprung vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, der sich nun aus der Politik zurückziehen will. Die deutsche Bundesregierung stellt Hollande eine enge Zusammenarbeit in Aussicht.

Laut der Hochrechnung des Innenministeriums liegt Hollande bei knapp 52 Prozent der Stimmen, Nicolas Sarkozy erhielt 48 Prozent. Frankreich wird damit erstmals seit 17 Jahren wieder von einen sozialistischen Präsidenten regiert. Nach seinem Wahlerfolg rief Hollande zu einem Wandel in der Politik auf. Frankreichs Produktion müsse wieder angekurbelt werden, das Staatsdefizit müsse verringert und Europa auf Wachstum ausgerichtet werden, sagte er in Paris. Hollande hat bereits während seines Wahlkampfes angekündigt, er wolle die vor allem von Deutschland verfolgte Sparpolitik in Europa nicht unverändert weiterführen.

Bundesregierung kündigt "enge Zusammenarbeit" an

Ungeachtet dieser Differenzen stellte die Bundesregierung Hollande eine Fortführung der deutsch-französischen Kooperation in Aussicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte telefonisch. Sie und Hollande hätten einander versichert, dass sie eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit anstreben, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Die CDU-Chefin lud Hollande ein, möglichst bald nach seiner Amtseinführung nach Berlin zu kommen. Außenminister Guido Westerwelle sagte, beide Staaten wollten bei der Überwindung der Schuldenkrise kooperieren.

Unionsfraktion fordert Bekenntnis zum Fiskalpakt

Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag erwartet ein klares Bekenntnis des Sozialisten zum europäischen Fiskalpakt. "Der neue Präsident Francois Hollande muss nun schnell und unmissverständlich klarstellen, dass der Fiskalpakt nicht verändert wird", erklärte Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff am Abend in Berlin. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, mit Hollande könnten auch starke Impulse für Wachstum in Europa gesetzt werden.

Sarkozys Aufholjagd erfolglos

Abschied aus der Politik: Nicolas Sarkozy am Tag seiner Abwahl vom franszösischen Präsidenten (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)Abschied aus der Politik: Nicolas Sarkozy am Abend seiner Abwahl (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)Rund 46 Millionen Franzosen waren zu der Stichwahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,09 Prozent. Vor zwei Wochen hatte Hollande die erste Runde für sich entschieden. Er hatte seitdem in Umfragen als Favorit gegolten, auch wenn es Sarkozy zuletzt gelungen war, den Abstand zu verringern. Nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen kündigte Sarkozy an, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen.

Wenige Tage vor der Wahl lieferten sich Sarkozy und sein Herausforderer in einem dreistündigen TV-Duell ein erbittertes Wortgefecht. Das europäische Spardiktat ist bis zuletzt im Wahlkampf großes Thema gewesen. In der ersten Runde zur Präsidentschaftswahl am 22. April triumphierten die links- und rechtsextremen Parteien.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Andruck - Das Magazin für Politische Literatur

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Loveparade-KatastropheNotwendiges Neuland

Eine Gedenkstätte für das Loveparade-Unglück in Duisburg.  (dpa/Monika Skolimowska)

Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe von vor sechs Jahren sei in ein unwürdiges Schwarzer-Peter-Spiel ausgeartet, kommentiert Moritz Küpper. Warum nicht den Teufelskreis durchbrechen und eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen? Das wäre Neuland - und ein Zeichen an die Opfer.

Medienreform in PolenWackelt die vierte Gewalt im Staat?

Demonstration gegen Polens umstrittenen Medien- und Justizgesetze in Brüssel am 18. Januar 2016. (picture alliance / dpa  - Laurent Dubrule)

Die amtierende PiS-Regierung in Polen plant für den 1. Juli eine Reform der Medien. Die öffentlichen-rechtlichen Medien sollen in nationale verwandelt werden. Wegen internationaler Kritik hat die Regierung die Reform auf 2017 verschoben.

Darknet und Deep WebWarum Anonymität im Netz wichtig ist

Eine Illustration, bei der ein Mann im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Brandenburg) eine Hand auf einen Bildschirm mit dem visualisierten, weltumspannenden Internet hält. (dpa / Ralf Hirschberger)

Der Journalist und Autor Alexander Krützfeldt hält es für falsch, nach den jüngsten Gewalttaten nun die Möglichkeiten zu begrenzen, anonym im Internet zu surfen. Solche Software sei wichtig für Dissidenten, NGOs und Reporter, sagte er im DLF.

Unruhe vor Parteitag der DemokratenHat die Parteispitze Clinton bevorzugt?

Arbeiter bereiten den Saal im Wells Fargo Center in Philadelphia für den National Convention der US-Demokraten vor. (picture-alliance/ dpa/ epa/ CJ Gunther)

Ex-Außenministerin Hillary Clinton will ins Weiße Haus. Der Nominierungsparteitag der Demokraten in Philadelphia soll deshalb zu einer machtvollen Demonstration der Einheit werden. Doch ausgerechnet jetzt sorgen pikante und geleakte E-Mails aus dem Kreis der Parteispitze für Unruhe.

Autorin Stefanie SargnagelZwischen Depression und Größenwahn

Die Autorin Stefanie Sargnagel (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Ihre literarische Karriere begann auf Facebook, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie dieses Jahr mit einer Einladung zu den Bachmann-Tagen in Klagenfurt. Die Österreicherin Stefanie Sargnagel gilt als Kult-Autorin. Wir reden mit ihr über Depression und Größenwahn.

SchönheitsidealHilfe, mein Kinn ist nicht männlich!

Wenn ihr im Netz nach "Plastischer Chirurgie" sucht, findet ihr neben Nasen und Brüsten immer mehr Diskussionen über das Kinn. Junge Männer fragen sich: Sollte ich über ein Kinnimplantat nachdenken? DRadio Wissen hilft euch.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ansbach  Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen | mehr

Kulturnachrichten

Schärfere Kontrollen bei Konzerten  | mehr

Wissensnachrichten

Anti-Ransomware-Programm  Europol gegen Netz-Erpressungen | mehr