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Made in the USA

Reihe "Mit halber Kraft voraus": Verzweifelte Exportbemühungen und der Dauerstreit mit China

Von Beatrice Uerlings

Die Ausfuhren der USA sollen  innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppelt werden. (AP)
Die Ausfuhren der USA sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppelt werden. (AP)

Seit Jahrzehnten importieren die Vereinigten Staaten weitaus mehr Waren und Dienstleistungen, als sie selber im Ausland verkaufen. Im Januar startete der amerikanische Präsident Barak Obama eine Exportinitiative, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

Obamas Exportinitiative folgt einer simplen Logik: 95 Prozent der Konsumenten weltweit leben außerhalb der USA. Die gilt es anzusprechen, in Zeiten, wo Millionen von Amerikanern keine Arbeit mehr haben. Ronald Kirk steht dem Präsidenten als oberster Exportberater zur Seite. Er schätzt, dass Obamas Plan, die Ausfuhren innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln, zwei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen wird.

"Das ist der Stimulus, der uns nichts kostet, der Weg, auf dem die Wirtschaft wachsen kann und der den Leuten wieder Arbeit gibt. Wir wollen zeigen, dass die USA eine führende Rolle bei der Liberalisierung des globalen Handels einnehmen können."

Erste, konkrete Erfolge gibt es schon. Dank der Bemühungen der Regierung importieren die Chinesen wieder Schweinefleisch aus den USA, die Russen kaufen wieder amerikanische Hühnchen. Seit Beginn von Obamas Exportinitiative im Januar hat das US-Handelsministerium Auslandsreisen für mehr als 160 Unternehmen gesponsert. Die Export-Import-Bank, die Kreditbürgschaften und Versicherungen für Ausfuhren bereitstellt, verdoppelte ihre Finanzierungshilfen.

Und das ist erst der Anfang, denn Obama will jetzt auch verstärkt die kleinen Unternehmen dazu anspornen, ihre Waren außerhalb des eigenen Landes zu verkaufen. Der Präsident hat zu diesem Zweck einen Exportrat einberufen, der konkrete Vorschläge erarbeiten soll. Scott Davis, Chef des internationalen Logistikkonzerns UPS, ist Teil dieses Gremiums und versucht Überzeugungsarbeit zu leisten.

"Wir haben ausgerechnet, dass UPS für jede zusätzlichen 22 Pakete, die die Grenze überschreiten, ein Arbeitsplatz entstehen kann. Es ist also wichtig, dass wir den kleinen und mittelständischen Firmen davon überzeugen, dass es Chancen im Ausland gibt."

In den ersten vier Monaten des Jahres sind die US-Exporte um 17 Prozent gestiegen. Das ist beachtlich, doch die Ausfuhren haben noch immer nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Auch die versprochenen Arbeitsplätze lassen weiter auf sich warten. Und sie werden vielleicht nie kommen. Der Wirtschaftswissenschaftler Matthew Slaugther verweist auf eine Analyse des Economic Policy Institute. Danach sind in den USA durch das 1993 abgeschlossene NAFTA-Freihandelsabkommen mit Mexiko fast 900.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

"Die Amerikaner sind zutiefst ambivalent, wenn es um die Öffnung ihrer Märkte geht. Und das hat einen guten Grund: Welthandel und Globalisierung haben den USA in den letzten Jahrzehnten immense Gewinne beschert. Aber von diesen Gewinnen profitierte bei Weitem nicht jeder Arbeitnehmer, jede Firma oder jede Kommune."

Auch Obama verfängt sich in Widersprüchen. Einerseits macht er sich für eine internationale Zusammenarbeit stark. Andererseits lässt er einen Handelsstreit mit China zu. Die USA beklagen seit Langem, dass die Chinesen ihre Währung künstlich niedrig halten und dadurch die amerikanischen Exporte verteuern. Jetzt haben die Washingtoner Abgeordneten ein Gesetz auf den Weg gebracht, das besagt: Falls Peking eine flexible Anpassung des Yuan weiter verhindert, dürfen wir Strafzölle verhängen. Der Volkswirt Adam Davidson spricht von einem äußerst gefährlichen Muskelspiel.

"China ist der wichtigste Finanzierte der US-Staatsschuld nach Japan, wir sind auf diese Gläubiger angewiesen. Wenn sich die Beziehungen verschlechtern, dann kann das gravierende Folgen haben. Die Chinesen könnten entscheiden, ihr Geld anderswo einzulegen. Es gibt bereits erste Anzeichen in diese Richtung."

Ob der Konflikt zwischen den USA und China eskaliert mit der Gefahr eines neuen Handelskriegs oder doch noch beigelegt werden kann, wird sich wohlmöglich bereits Mitte November beim G-20-Gipfel in Südkorea zeigen. Obama hat bereits angekündigt, dass er die chinesische Währungspolitik dort zum Thema machen will.

Zum Thema:

Weitere Beiträge aus der Reihe: Mit halber Kraft voraus - <br> Wie die US-Wirtschaft die Kongresswahlen beeinflusst



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

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