Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Malu Dreyer soll Rheinland-Pfalz regieren

Kurt Beck kündigt seinen Rückzug für Anfang 2013 an

Malu Dreyer (SPD) soll Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)
Malu Dreyer (SPD) soll Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)

Sie kam erst mit 34 Jahren in die aktive Politik: Malu Dreyer, die im kommenden Jahr Kurt Beck als Ministerpräsidentin in Mainz nachfolgen soll. Auch ein gesundheitliches Handicap kann sie nicht aufhalten.

Über Malu Dreyer höre man bei SPD-Parteifreunden immer wieder, sie sei "eine Politikerin der Herzenswärme", stellte die "Rhein-Zeitung" vor anderthalb Jahren fest. Damals feierte Dreyer ihren 50. Geburtstag. Nun steht die beliebte Sozialministerin von Rheinland-Pfalz vor einem Karrieresprung ganz an die Spitze ihres Bundeslandes, wenn sie im Landtag um die Nachfolge von Ministerpräsident Kurt Beck kandidiert.

Dreyer bezeichnet sich selbst als politische Quereinsteigerin. Erst im Alter von 34 Jahren trat die studierte Juristin in die SPD ein. Ihr erstes aktives Amt in der Politik war der Bürgermeisterposten in Bad Kreuznach. Ab 1997 arbeitete sie in der Landeshauptstadt Mainz als Sozialdezernentin, bevor sie Kurt Beck 2002 als Sozialministerin in sein Kabinett holte.

Wechsel soll "Anfang 2013" erfolgen

Am Abend sagte Beck in Mainz: "Ich bin froh und dankbar, dass die gesundheitliche Verfassung von Malu Dreyer es erlaubt, dass sie die Aufgabe als Ministerpräsidentin in diesem Land wahrnehmen kann und, ich bin sicher, hervorragend wahrnehmen wird." Er wolle bis Anfang 2013 zurücktreten, erklärte Beck.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, SPD (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)Deutschlands dienstältester Ministerpräsident Kurt Beck, SPD (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)Beck gab gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an. Er habe "ein erhebliches Problem mit der Bauchspeicheldrüse" und müsse im kommenden Februar für längere Zeit ins Krankenhaus und zur Kur, erklärte er. Das gescheiterte Großprojekt Nürburgring habe nichts mit seinem Rücktritt zu tun, so Beck: "Wenn das noch akuter gewesen wäre, hätte ich vielleicht sogar dazu geneigt, mich noch eine Weile länger über die Runden zu quälen."

Wenn in den vergangenen Jahren über die Nachfolge des dienstältesten Landes-Regierungschefs spekuliert wurde, war Malu Dreyer lange Zeit nicht in der vordersten Reihe der Kandidaten dabei. Dabei spielte auch ihre Erkrankung an Multipler Sklerose eine Rolle. Seit rund 18 Jahren leidet sie an dieser Nervenkrankheit. 2006 ging sie damit in die Öffentlichkeit. "Mir geht es unheimlich gut. Ich kann nur nicht gut laufen", sagte Dreyer im vergangenen Jahr in einem Interview. Die Erkrankung behindere ihre Arbeit in keiner Weise, sagt sie.

Dreyer kündigte an, dass die Sozialpolitik einen Schwerpunkt ihrer Arbeit darstellen werde. Sie will auch auf einen Ausbau der Bürgerbeteiligung hinarbeiten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Geistliche Musik

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Fremdenfeindliche Angriffe in SüdafrikaDie Gewalt kann jederzeit wieder eskalieren

Plünderungen nach Ausschreitungen östlich von Johannesburg (afp / Mujahid Safodien)

Nach der Eskalation der fremdenfeindlichen Gewalt in Südafrika ist scheinbar Ruhe eingekehrt. Inzwischen unterstützt die Armee die Polizei. Doch die Einwanderer und Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten, die Zielscheibe der fremdenfeindlichen Mobs waren, trauen dieser Ruhe nicht. Die Angst vor neuen Ausschreitungen ist groß.

Chris Dercon"Ich bin kein Museumsmann - ich komme vom Theater"

(picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Der neue Chef der Berliner Volksbühne hat sich erstmals vorgestellt: Im Roten Rathaus gab Chris Dercon bekannt, mit wem er künftig zusammen arbeiten wird. Unsere Theaterredakteurin Susanne Burkhardt sprach mit Dercon über seine Konzepte.

#GrannyhairSchöne graue Haare!

Nicht bunt, sondern grau ist angesagt: Während Frauen der älteren Generation jedes graue Haar ausreißen, färben sich junge Frauen ihr Mähne grau. Auch prominente machen den Trend mit. Aber Achtung: Nicht jeder Frau steht grau und ab einem gewissen Alter machen die grauen Haare dann doch einfach nur alt.

Tafrifstreit bei der BahnNach dem Streik ist vor dem Streik

Zwei ICE-Züge fahren am 23.04.2015 einmal in und einmal aus dem Hauptbahnhof von Frankfurt am Main. (pa/dpa/Schmidt)

Der sich hinziehende Tarifkonflikt bei der Bahn führt bei den Kunden zunehmend zu Frustration und Ärger. Das geplante Tarifeinheitsgesetz werde aber keinen Frieden stiften, kommentiert Stefan Sauer im DLF. Wenn es wie geplant am 1. Juli in Kraft trete, müsse sich wohl bald das Verfassungsgericht damit beschäftigen.

Flüchtlingswelle Seemänner als Retter

"Die Flüchtlingswelle auf dem Mittelmeer wird auf dem Rücken der Seeleute ausgetragen", sagt der Leiter der Seemannsmission in Alexandria, Markus Schildhauer. Denn sie seien oft die Ersten, die auf die entkräfteten Bootsinsassen treffen. Dann seien psychologische Fähigkeiten gefragt - Anforderungen, die Seeleute oft nicht erfüllen können.

FanatismusEinblick in eine hitlertreue Seele

Adolf Hitler beim Reichsparteitag 1938 in Nürnberg

Sie will mehr werden als Heimchen am Herd. Mit zwölf geht sie zum BDM, der Nazi-Jugendorganisation für Mädchen. Im Frühjahr 1945 ist Clara S. 24 Jahre alt und zieht mit einer Privatarmee aus Kindersoldaten nach Westen, von denen die meisten umkommen. "Glaube, Führer, Hoffnung" erzählt von ihrer Verblendung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Hilfe für Opfer von Himalaya-Erdbeben  angelaufen - über 1.800 Tote | mehr

Kulturnachrichten

Nachbildung der Chauvet-Höhle eröffnet | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Hersteller darf seine Brennstoffzelle weiter "Kraftwerk" nennen - auch wenn die Band dagegen ist | mehr