Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Massenpanik auf der Loveparade

Technofest in Duisburg forderte mindestens 19 Tote

Festivalbesucher versuchen, von dem überfüllten Gelände unten wegzugelangen. (AP)
Festivalbesucher versuchen, von dem überfüllten Gelände unten wegzugelangen. (AP)

Einen Tag nach dem Unglück auf der Duisburger Loveparade hat der Veranstalter das Aus für das Technofestival verkündet. Mindestens 19 Menschen waren am Samstag bei einer Massenpanik ums Leben gekommen.

Bei der Loveparade, die gestern in Duisburg stattfand, sind während einer Massenpanik mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 342 Personen wurden verletzt. Schätzungen zufolge waren etwa eine Million Menschen nach Duisburg gekommen.

Nach der Massenpanik: Sanitäter und Feuerwehrleute helfen in dem Tunnel. (AP)Nach der Massenpanik: Sanitäter und Feuerwehrleute helfen im Tunnel. (AP)Zu der Massenpanik war es am Eingangstunnel vor dem Veranstaltungsgelände am ehemaligen Güterbahnhof gekommen. Ausgelöst wurde sie nach bisherigen Erkenntnissen durch Besucher, die Zäune überstiegen, um zu der Veranstaltung zu gelangen. Einige stürzten dabei von einer Treppe in die Menge.


Veranstalter verkündet das Aus für die Loveparade



Eine Neuauflage der Loveparade wird es nicht geben, erklärte Rainer Schaller, Geschäftsführer der Loveparade AG, heute Mittag während einer Pressekonferenz in Duisburg.

"Die Loveparade war immer eine friedliche Veranstaltung und fröhliche Party, die von den gestrigen Unglücksfällen für immer überschattet sein wird. Aus Respekt werden wir die Veranstaltung nicht mehr fortsetzen", sagte Schaller.

Weiterhin erklärte er: "Worte reichen nicht aus, um das Maß meiner Erschütterung zu erklären". Ihm sei alles daran gelegen, das Geschehene vollständig aufzuklären.


Politiker bekunden ihr Mitgefühl



Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) betonte, das ganze Land trauere um die jungen Frauen und Männer. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, in diesen schweren Stunden sei sie in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Bundespräsident Christian Wulff forderte in Berlin eine rückhaltlose Aufklärung der Ursachen.

Offenbar knickten Besucher anfangs Zäune ein, um schneller auf das Festivalgelände zu gelangen. (AP)Offenbar knickten Besucher anfangs Zäune ein, um schneller auf das Festivalgelände zu gelangen. (AP)Trotz des Unglücks hatte sich der Krisenstab entschieden, die Love-Parade aus Sicherheitsgründen nicht abzubrechen. Wolfgang Rabe, Leiter des Krisenstabs und Rechtsdezernent der Stadt Duisburg, erklärte im Deutschlandradio Kultur(Audio):


"Wir möchten, dass diese Veranstaltung in Ruhe ausklingt, um damit auch noch eine womögliche weitere Panik zu verhindern."


Die Loveparade findet seit 1989 - bis auf wenige Ausnahmen - jährlich statt und zählt zu den größten Technofestivals der Welt.

Weiteres zum Thema:

Hintergrundberichterstattung im Deutschlandradio Kultur von Samstag (Audio).
Live-Berichterstattung der Tagesschau am Samstagabend (Video)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr On Stage

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Green goes Black

Aus unseren drei Programmen

Samenspende vom gefallenen SohnEltern kämpfen für ihr Recht auf ein Enkelkind

Irit und Asher Shahar an Omris Grab (Igal Avidan)

Seit der Staatsgründung 1948 starben in Israel über 23.000 Soldaten. Deren Eltern nennt man dort "verwaist". Zwei dieser Hinterbliebenen kämpfen um ein Enkelkind von ihrem während des Militärdienstes gefallenen Sohnes.

Wunschlisten vor SondierungsgesprächenDie finanzielle Spielraum ist enger als gedacht

Zahlreiche verschiedene Geldscheine. (dpa/picture-alliance/Daniel Reinhardt)

Wenn jetzt über die Bildung einer Regierungskoalition verhandelt wird, dann geht es auch darum, welche Steuern vielleicht gesenkt werden oder wo Ausgaben erhöht werden können. Wenn alle Ideen umgesetzt würden, könnten die Kosten bei bis zu 180 Milliarden Euro liegen - so viel Geld gibt es aber nicht.

Literaturscouts in New YorkAuf der Suche nach dem nächsten Bestseller

Buchladen in Williamsburg, Brooklyn, New York (imago/UIG)

Was sich in den USA verkauft, funktioniert meist auf der ganzen Welt. Also schicken Verlage Literaturscouts besonders nach New York, dem Mekka der nordamerikanischen und internationalen Literatur. Die Scouts haben feine Spürnasen und sind vor allem eines: schnell.

EU-Türkei-Beziehungen"Es gibt nichts Wichtigeres, als die Gesprächskanäle offenzuhalten"

CDU-Politiker und MdB Detlef Seif spricht im Bundestag am Mikrofon (dpa/picture alliance/Michael Kappeler)

Der CDU-Europapolitiker Detlef Seif begrüßt die Kürzung von Zahlungen an die Türkei durch die EU. Gleichzeitig warnt er davor, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei komplett abzubrechen. Man müsse im Dialog bleiben.

Skulptur "Domestikator" vom Atelier van LieshoutEin Kunstwerk sorgt für Empörung

Die Skulptur "Domestikator" des Künstlers Joep van Lieshout (imago / Emeric Fohlen)

Eigentlich sollte die Skulptur "Domestikator" während der Pariser Kunstmesse FIAC vor dem Louvre zu sehen sein. Das Museum verbot dies. Die Holzplastik sei eine "brutale Vision", hieß es von Seiten des Museums. Ein Skandal?

PsychologieWie Du bestimmst, was Du träumst

Eine junge Frau schläft (imago/stock&people/Westend61)

Australische Psychologen haben herausgefunden, was man tun kann, um die Chancen für sogenannte Klarträume zu erhöhen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jamaika-Sondierungen  Erste Gespräche in großer Runde | mehr

Kulturnachrichten

Prix Europa vergibt 14 europäische Medienpreise  | mehr

 

| mehr