Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Medien wollen Steuerdaten nicht an Finanzbehörden herausgeben

"Offshore-Leaks": Süddeutsche Zeitung und NDR berufen sich auf Quellenschutz

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): NDR und SZ wollen keine "Offshore-Leaks"-Daten liefern
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): NDR und SZ wollen keine "Offshore-Leaks"-Daten liefern

Die an der Enthüllung über sogenannte Steueroasen beteiligten Medien in Deutschland wollen ihre Daten nicht an die Finanzbehörden weitergeben. Damit erteilten sie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine deutliche Absage.

"Wir werden die Daten nicht herausgeben", sagte Bastian Obermayer, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Dies sei selbstverständlich, nicht nur, weil die Redaktion die Quellen schützen wolle und müsse, sondern weil sie grundsätzlich keine Rechercheergebnisse an staatliche Stellen weitergebe. Obermayer war auch an der Auswertung der Daten beteiligt.

Ähnlich äußerte sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Ein Sprecher sagte auf Anfrage, Recherchedaten würden nicht an andere weitergegeben. Die Entscheidung zur Weitergabe und Veröffentlichung des Materials liege zudem nicht bei den Medien, sondern dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ).

Schäuble strebt strafrechtliche Verfolgung von Steuersündern an

Dem Netzwerk mit Sitz in Washington waren umfangreiche Daten aus insgesamt zehn Steueroasen zugespielt worden. Sie enthüllen, wo und wie 130.000 Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern ihr Geld vor den Finanzbehörden verstecken. Das Konsortium hatte die Daten an ausgewählte Medien in verschiedenen Ländern weitergegeben. Die Journalisten werteten sie über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr aus. In Deutschland sind die Süddeutsche Zeitung und der NDR beteiligt. Seit gestern veröffentlichen sie Details aus dem so genannten "Offshore-Leaks"-Projekt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte die Medien darum gebeten, die Daten an die zuständigen Finanzbehörden weiterzugeben, damit diese den Steuerbetrug auch strafrechtlich verfolgen können. Man gehe davon aus, dass "die relevanten Unterlagen an die zuständigen Steuerbehörden der Länder übermittelt werden, damit diese zügig ihre Ermittlungen aufnehmen können", hieß es im Ministerium.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Müllers "Marshall-Plan mit Afrika""Die Entwicklungskräfte der Länder stärken"

Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller, CSU (picture-alliance / dpa / Rainer Jensen)

Entwicklungsminister Gerd Müller will den ärmsten Ländern in Afrika helfen. Es gehe aber nicht darum, den Staaten Milliarden zu geben, sondern sie gezielt und stärker zu fördern, sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Als Beispiel nannte er eine Stärkung der Wertschöpfungsketten.

Oscars und Politik"Hollywood hat die Künstler mobilisiert"

Die Gewinner in den Kategorien beste Haupt- und Nebendarsteller: Mahershala Ali, Emma Stone, Viola Davis und Casey Affleck (v.l.n.r.) (AFP / FREDERIC J. BROWN)

Die Oscar-Nacht sei "extrem politisch" verlaufen, beschreibt Kirsten Niehuus vom Medienboard Berlin Brandenburg die Stimmung in Hollywood. Die Academy habe die Künstler zu politischem Engagement aufgerufen - Kunst und Film komme eine wichtige Bedeutung zu.

Reformation"Luther war ein heiliger Krieger"

Der deutsche Reformator Martin Luther nach einem Gemälde von Lucas Cranach. (dpa/picture-alliance/Backhaus)

Michael Lösch ist DJ, Schriftsteller und Pfarrerssohn. Er kann nicht verstehen, warum der Thesenanschlag gefeiert wird. Luther war aggressiv und mittelalterlich, sagt er. In seinem neuen Buch träumt er von einer Welt ohne den Reformator.

Vor dem Raser-Urteil in Berlin "Wir brauchen eine deutliche Abschreckung"

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann  (imago / Metodi Popow )

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Kirsten Lühmann, hofft auf ein Gesetz gegen illegale Straßenrennen noch in dieser Legislaturperiode. Sie sagte im Deutschlandfunk, Differenzen gebe es lediglich darüber, ob die Regelungen im Strafgesetzbuch oder im Straßenverkehrsgesetz verankert werden sollen.

Mit Gruß von Orwell & HavelBig Brother still watching you!

Wandbild von "Big Brother": Szene aus der britischen Verfilmung von George Orwells "1984" in den 1950er-Jahren.  (imago / United Archives )

In den Zeiten von Trump und Putin können Bücher mehr als nur Trost spenden: George Orwells "1984" oder Václav Havels "Versuch in der Wahrheit zu leben" haben nichts von ihrer subversiven Aktualität eingebüßt, meint der Schriftsteller Marko Martin.

Staatsschutz und PressefreiheitDas "Cicero"-Urteil und seine Folgen

Im Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe wird bei der Urteilsverkündung in Sachen "Cicero" eine Ausgabe des Magazins in die Kamera des Fotografen gehalten. Das Bundesverfassungsgericht hat den Schutz der Presse gegen polizeiliche Durchsuchungen gestärkt.  (dpa / Uli Deck)

In letzter Instanz musste das Bundesverfassungsgericht entscheiden: War die Durchsuchung bei der Zeitschrift "Cicero" wegen möglichen Verrats von Dienstgeheimnissen rechtmäßig? Heute vor zehn Jahren fiel das Urteil - zugunsten der Pressefreiheit.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Untersuchungshaft für Yücel - Merkel: "Bitter und enttäuschend" | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler Martin Lüttge gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Namensforschung  Du siehst aus, wie du heißt | mehr