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Medienberichte: Steinbrück wird SPD-Kanzlerkandidat

Rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Beck will offenbar zurücktreten

Peer Steinbrück (SPD) (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Peer Steinbrück (SPD) (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird aller Voraussicht nach der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres.

Parteichef Sigmar Gabriel wolle am Montag dem SPD-Vorstand auf einer Sondersitzung Peer Steinbrück als Kandidaten vorschlagen, meldet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Parteikreise. Demnach steht SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als Kandidat nicht zur Verfügung, berichten das "ARD"-Hauptstadtstudio und "Spiegel Online". Die SPD bestätigte die Berichte zunächst nicht. Allerdings schrieb die frühere Justizministerin Brigitte Zypries auf ihrer Facebook-Seite: "Er wird es! Gratulation!"

Bislang war die Nominierung frühestens Ende des Jahres geplant. In den vergangenen Tagen hatte jedoch vor allem in den SPD-Landesverbänden der Druck spürbar zugenommen, die Entscheidung vorzuziehen. Nachdem jetzt der Verzicht Steinmeiers bekannt wurde, änderte Gabriel wohl den Zeitplan.

Steinbrück ist parteiintern umstritten

Der 65-jährige Steinbrück war zuletzt bereits Favorit für die Spitzenkandidatur. Steinmeier hatte Gabriel offenbar schon vor einigen Wochen darüber informiert, dass er nicht erneut antreten will. 2009 war Steinmeier als Herausforderer Merkels klar gescheitert.

In der SPD und dort vor allem bei den Parteilinken ist Steinbrück nicht unumstritten. Sie werfen ihm seine in ihren Augen zu konservativen Positionen vor. In parteiinternen Umfragen lag Steinbrück zuletzt knapp vor Steinmeier.

Beck will offenbar Rückzug ankündigen

Der zurückgetretene SPD-Vorsitzende Kurt Beck gibt in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei in Mainz eine Erklärung ab. (AP)Kurt Beck (SPD) (AP)Nach Informationen des SWR will der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck noch heute seinen Rückzug verkünden. Am Abend tagen demnach Parteivorstand und Landtagsfraktion. Beck wolle sowohl sein Amt als Regierungschef als auch als Vorsitzender der Landes-SPD abgeben.

Beide Ämter könnten künftig getrennt werden. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass dabei in Zukunft Sozialministerin Malu Dreyer eine wichtigere Rolle spielen dürfte. Außerdem wird Innenminister Roger Lewentz als einer der Nachfolger gehandelt.

Beck steht seit Wochen wegen der Pleite am Nürburgring unter erheblichem Druck. Ein Misstrauensantrag gegen ihn scheiterte jedoch. Der Regierungschef entschuldigte sich für Fehler im Zusammenhang mit dem Bau eines Freizeitparks an der Formel-1-Rennstrecke in Eifel, lehnte einen Rücktritt aber bislang ab.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

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