Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Medizin-Nobelpreis geht an Robert Edwards

Der Wissenschaftler bekommt die Auszeichnung für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung

Der Brite Robert Edwards, Träger des Medizin-Nobelpreises 2010. (AP)
Der Brite Robert Edwards, Träger des Medizin-Nobelpreises 2010. (AP)

Das Nobel-Komitee sprach bezüglich Edwards' Forschung von "monumentaler Veränderung."

Die Entscheidung um den diesjährigen Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ist gefallen. Wie das Karolinska- Institut in Stockholm mitteilte, geht die wichtigste Auszeichnung im Bereich der Medizin an den britischen Biologieprofessor Robert Edwards für die Entwicklung der In-vitro-Fertilisation.

Porträt über Roberts Edwards in "Forschung aktuell"

Der künstlichen Befruchtung verdanken circa vier Millionen Menschen ihre Existenz. Bereits 1978 kam das erste sogenannte Reagenzglasbaby zur Welt - eine Britin.

Persönliche Entgegennahme des Preises ist unsicher


Der Preis ist mit umgerechnet rund einer Million Euro dotiert. Die eigentliche Preisverleihung findet traditionell am 10. Dezember statt - Alfred Nobels Todestag. Ob Robert Edwards die Auszeichnung persönlich entgegennehmen kann, ist unklar. Der 85-Jährige lebt in einem Seniorenheim in Großbritannien.

Die von Robert Edwards und Patrick Steptoe 1980 gegründete Bourn Hall Klinik für Künstliche Befruchtung leitet heute Thomas Mathews. Er hat mit Edwards gearbeitet und beschreibt ihn als Visionär, der gleichzeitig den Blick auf die Realität behielt.

Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte er:

"Er ist ein pflichtbewusster Forscher, der sich aber dennoch immer Zeit für seine Mitarbeiter und Patienten genommen hat. Über jedes einzelne Retortenbaby hat er sich riesig gefreut."

Ob Edwards am 10. Dezember zur Nobelpreisvergabe reisen kann, ist fraglich. Laut Mathews ist er schwer krank.

"Ich glaube nicht, dass er komplett verstehen wird, dass er den Nobelpreis bekommt. Aber ich bin sicher, er wäre überglücklich darüber."

Zum O-Ton von Mathews (englisch)

2009 erhielten die US-Forscher Carol Greider, Elizabeth Blackburn und Jack Szostak den Preis für ihre Arbeiten zur Chromosomen-Forschung.

DLF-Beiträge zum Thema künstliche Befruchtung:

"50, 60, Mutter" (Wissenschaft im Brennpunkt von Januar 2007)

"Risiko im Reagenzglas" ("Forschung aktuell" vom 5. Juni 2009)

"Mehr Mehrlinge in Deutschland" ("Forschung aktuell "vom 10. September 2008)

Zur Nobelpreis-Übersichtsseite:

www.dradio.de/nobelpreis

Weitere Links zum Thema:

Einführung der Universität München über die Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch

Liste der Zentren, die bei der humanen Reproduktionsmedizin an Maßnahmen zur Qualitätssicherung teilnehmen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Zur Diskussion

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:07 Uhr Zeitfragen. Kultur und Geschichte

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Marketing in Sozialen MedienSchleichwerbung durch Internetstars?

YouTuberin Bianca "Bibi" Heinicke posiert mit einem Smartphone (picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB)

Klassische Werbespots – das war einmal. Die Marketingbranche setzt auf junge Internetstars, die bei YouTube oder Instagram teils über Millionen Follower haben. Das Ziel: Produkte gezielt zu platzieren. Welche Gelder fließen, bleibt aber oft ein Geheimnis.

Digitale Lernspiele auf der Gamescom Das spielende Klassenzimmer

Little girl using sitting tablet, sitting on couch model released Symbolfoto property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 Little Girl Using Sitting Tablet Sitting ON Couch Model released Symbolic image Property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 (imago stock&people)

Ein Thema auf der Gamescom ist das sogenannte Edutainment. Auf der Spielemesse werden verschiedene Computerspiele vorgestellt, mit welchen Kinder spielend lernen - ohne es zu merken. Dabei steht nicht nur Rechnen auf dem Programm, sondern auch Vokabeln lernen oder die Koordination.

Netflix, Virgin und Co. Wer von unbegrenztem Urlaub profitiert

Ein Strandkorb am Strand von Ahrenshoop,vor einem Haus mit Reetdach und malerischer Strandkulisse. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Netflix oder Virgin bieten an, wovon viele Arbeitnehmer träumen: Unbegrenzten Urlaub. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt schätzt ein, was Vor- und Nachteile an so einem Angebot sind und wer eigentlich meisten davon hat.

GleichberechtigungIn Sachsen-Anhalt verdienen Frauen mehr als Männer

Eine Frau erklärt eine mittels Beamer an die Wand projizierte Statistik. (picture-alliance / Tobias Kleinschmidt)

Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Die Lohnlücke beträgt 21 Prozent, auch bedingt durch Teilzeitarbeit. Doch es gibt Ausnahmen: So bekommen in Sachsen-Anhalt Frauen statistisch gesehen mehr Geld für ihre Arbeit als Männer - warum?

Mediziner und Autor Michael de RidderKämpfer für ein selbstbestimmtes Leben und Sterben

Michael de Ridder in einem Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Matthias Horn)

Er gilt als wortmächtiger Querdenker seiner Zunft: Michael de Ridder betreute Drogenabhängige mit dem ersten Berliner Arztmobil. In seinen Büchern beschäftigt der Mediziner sich mit Sterbehilfe, Pflegenotstand oder der Verschwendung im Gesundheitswesen.

Windenergie Erster Windpark Deutschlands wird 30

Dieter Haack ist 1987 als Monteur bei der Eröffnung dabei und heute Prokurist des Windparks (Deutschlandradio/Johannes Kulms)

Keimzelle des Booms: 1987 wurden 30 Anlagen des Windenergiepark Westküste in Schleswig Holstein feierlich in Betrieb genommen. Die alten Anlagen haben längst ausgedient und vier modernen und leistungsfähigeren Rotoren Platz gemacht. Doch von den alten Rädern "lernten" Ingenieure Windenergie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Datenschutz  Videokameras mit Gesichtserkennung fragwürdig | mehr

Kulturnachrichten

Hausarrest für Serebrennikov  | mehr

 

| mehr