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Meere in der Antarktis schützen

Internationale Konferenz berät in Bremerhaven

Meere in der Antarktis sollen unter Naturschutz gestellt werden (AAD)
Meere in der Antarktis sollen unter Naturschutz gestellt werden (AAD)

Umweltorganisationen aus aller Welt treffen sich ab heute in Bremerhaven. Sie wollen darüber entscheiden, ob sie zwei große Meeresschutzgebiete in der Antarktis ausweisen - und damit die letzten, fast unberührten Naturparadiese bewahren.

Das Rossmeer in der südlichen Antarktis gilt als eines der letzten, fast unberührten Naturparadiese der Welt. Klimawandel, Überfischung und Verschmutzung haben dort noch nicht ihre Spuren hinterlassen. Fast 10.000 Tierarten habe in diesem Gewässer ihre Heimat. 2,3 Millionen Quadratkilometer des Rossmeeres könnten in der kommenden Woche nun zum Meeresschutzgebiet erklärt werden. Das wollen die USA und Neuseeland. Auf Einladung der Bundesregierung kommen ab heute internationale Umweltorganisationen in Bremerhaven zusammen, um über das Meeresschutzgebiet im Rossmeer zu beraten und zu entscheiden.

Russland, China und Norwegen legten Veto ein

Außerdem beraten die Umweltschützer in Bremerhaven über einen zweiten Vorschlag: Australien und die EU wollen sieben Gebiete im Küstenbereich der Ostantarktis mit einer Gesamtfläche von 1,63 Millionen Quadratkilometer unter Naturschutz stellen. Stimmen die Teilnehmer der Konferenz für beide Vorschläge, so entsteht in der Antarktis das größte Naturschutzgebiet der Welt – halb so groß wie Europa. Die möglichen Naturschutzgebiete sind dann für sämtliche Ressourcenentnahmen gesperrt. "Wir brauchen die Meereschutzgebiete unter anderem für die Forschung. Das Ökosystem in den genannten Gebieten ist nahezu intakt und von den Menschen unberührt. Das ist einzigartig", sagt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur. Dies zeigt sich laut Menn auch an der Tatsache, dass Antarktisforscher bei ihren Expeditionen "noch immer neue Tierarten entdecken."

Die Bremerhavener Konferenz ist nicht der erste Anlauf, das antarktische Ökosystem mit seiner Artenvielfalt zu schützen. Laut der internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis legten zuletzt im November 2012 Russland, China und Norwegen ihre Vetos ein und verhinderten so die Schutzgebiete. Die genannten Staaten verfolgen laut Menn vermutlich wirtschaftliche Interessen in der Antarktis, denen sie dann nicht mehr nachgehen können. Aus diesem Grund forderte jetzt im Vorfeld des Treffens Steve Campbell von der Antarctic Ocean Alliance die Bundesregierung auf, in der Debatte eine Führungsrolle zu übernehmen: "Die guten Beziehungen Deutschlands zu Russland, Norwegen und China könnten dazu beitragen, einen Konsens zu finden." Die Experten tagen ab Donnerstag. Am 16. Juli entscheiden sie dann über die Vorschläge zur Antarktis.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr

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