Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mehdorn wird BER-Chef

Verkehrsminister Ramsauer: Mehdorn soll BER zum Erfolg führen

Hartmut Mehdorn wird neuer BER-Chef (dpa / Hannibal)
Hartmut Mehdorn wird neuer BER-Chef (dpa / Hannibal)

Der frühere Bahn- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn tritt am kommenden Montag sein Amt als neuer Leiter des Flughafens BER an. Er soll die Pannenserie der vergangenen Monate stoppen.

Hartmut Mehdorn sei für drei Jahre verpflichtet worden, sagte der Aufsichtsratschef des Flughafens, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), vor Journalisten in Berlin. Er habe bereits «vor einigen Tagen alles vertrauensvoll» mit Mehdorn besprochen, der Aufsichtsrat habe den 70-Jährigen heute Morgen zum Vorsitzenden des BER bestellt. Der Posten ist seit Januar nicht besetzt. Der Aufsichtsrat hatte den früheren Chef Rainer Schwarz abgesetzt, weil die Eröffnung des Airports zum vierten Mal verlegt werden musste.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bestätigte die Personalie. Mehdorn war im Januar überraschend von seinem Vorstandspostenbei Air Berlin zurückgetreten. Er hatte die Leitung der Fluggesellschaft 15 Monate zuvor als Interimschef übernommen. Platzeck hatte für den Posten ursprünglich Ex-Fraport-Manager Wilhelm Bender gewinnen wollen. Der sagte jedoch ab und wollte nach Streitigkeiten um seinen Vertrag auch nicht Chefberater für den BER werden.

Ramsauer: "Mehdorn folge patriotischer Berufung"

Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag (Deutschlandradio - Bettina Straub)Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) (Deutschlandradio - Bettina Straub)Er sei sich sicher, Mehdorn folge auch ein Stück weit einer "patriotischen Berufung, eine solche Herausforderung von nationaler Tragweite anzupacken", sagte Ramsauer über den künftigen BER-Chef. Der Bau des Hauptstadtflughafens hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Disaster ausgewachsen - milliardenschwere Nachfinanzierungen wurden nötig, die Eröffnung wurde immer wieder verschoben.

Als Air-Berlin-Chef hatte Mehdorn noch im Sommer eine Klage wegen der verzögerten Eröffnung des Flughafens und der damit verbundenen Kosten für die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands gegen die Flughafengesellschaft eingereicht. Diese werde aber nicht über seinen Schreibtisch gehen, erklärte Mehdorn heute. Am liebsten sei ihm eine gütliche Einigung.

Unterdessen übte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Bündnis 90/Grüne), heftige Kritik am Agieren des Aufsichtsrats. "Matthias Platzeck tut so, als wenn er jetzt der Aufräumer und der Retter wäre, aber er war die ganze Zeit stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender",sagte Hofreiter im Deutschlandradio Kultur. Der Skandal im Skandal sei, dass der Aufsichtsrat sämtliche Planer entlassen und durch den Verlust sämtlichen Wissens die Flughafenbaustelle zur Ruine gemacht habe. Damit habe er einen Schaden von Hunderten von Millionen Euro verursacht.

Tegel schließt später

In seiner heutigen Sitzung berät der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) auch über Investitionen in den Flughafen Tegel. Es geht darum, was konkret nötig ist, um Tegel für eine längere Laufzeit fit zu machen. Der Flughafen muss wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld erheblich länger in Betrieb bleiben und noch dazu mehr Flugbetrieb bewältigen als zuletzt geplant. Eigentlich hätte er schon im Juni 2012 seine Pforten schließen sollen. Nun muss er möglicherweise noch bis 2015 in Betrieb bleiben.

Derzeit ist unklar, wann der Hauptstadtflughafen eröffnet wird. Der im vergangenen Jahr eingesetzte neue Technik-Geschäftsführer Horst Amann will sich erst im Sommer nach weiteren Untersuchungen und Planungen auf einen neuen Termin festlegen.


Mehr zum Thema:

Hartmut Mehdorn im Porträt - "Der kleine Dicke" für brutale Jobs (tagesschau.de)
Chronik einer Bruchlandung - Ein Rückblick auf die Geschichte des Berliner Großflughafens, die vor mehr als 20 Jahren begann
Die 20.000 Mängel des BER - Fehlerliste für den Berliner Großflughafen
Wowereit nicht mehr Flughafen-Aufsichtsratschef
- Platzeck will Brandenburger Parlament Vertrauensfrage stellen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Musik-Panorama

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 21:30 Uhr Kriminalhörspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

#PiU05Schafft die CDU die Wende?

Puderzucker wird über eine "CDU-Waffel" beim Tag der offenen Tür am 04.07.2015 im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin gestreut. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Die CDU hat sich in den zwölf Jahren der Kanzlerschaft von Angela Merkel weiterentwickelt. Im September will sie bei den Wählern mit Humanität und Härte gegenüber geflüchteten Menschen punkten.

Trump-Beraterin über "alternative Fakten"Eine Lüge ist eine Lüge

Kellyanne Conway mt ihrem Boss Donald Trump (picture alliance / dpa / Chris Kleponis)

"Alternative Facts", diese Sprachschöpfung von Trump-Beraterin Kellyanne Conway, birgt Sprengstoff in sich. Wenn eine Regierung, zumal die der letzten Supermacht, Tatsachen nicht mehr anerkennt, dann sei große Gefahr im Verzug, findet unser Kommentator Marco Bertolaso. Er sieht die Medien gefordert, aber auch Bundeskanzlerin Merkel.

BierbrauenEin kühles Blondes vom Mond

Auf lange Sicht könnte es auf unserem Planeten etwas eng werden, wenn sich die Menschheit weiterhin so rasant vermehrt wie in den letzten 100 Jahren. Die Weltbevölkerung wächst pro Tag um rund 230.000 Menschen an. Gut, wenn wir dann in der Lage wären, auf dem Mond Brot zu backen oder frisches Bier zu brauen.

Trump und die deutsche WirtschaftMichael Fuchs (CDU): "Trump wird die Zusammenarbeit nicht abschaffen"

Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs (dpa / picture alliance / Michael Kappeler )

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs geht davon aus, dass die Handelsbeziehungen zu den USA fortbestehen werden. Er glaube nicht, dass Präsident Trump hohe Zölle auf deutsche Einfuhren verhängen werde, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschlandfunk: "Am Ende des Tages wird Vernunft einkehren."

Beginn der Ära TrumpMit Shakespeare gegen Trump

William Shakespeare als Wachsfigur (picture alliance / dpa / Foto: Jens Kalaene)

Wir reiben uns noch immer die Augen! Der neue König hat den Thron bestiegen. Seine Kumpane und seine Familie sind in Position gebracht, die Rivalen liegen im Staub. Wie kann man das begreifen? Vielleicht mit Shakespeare?

Trump und die Medien"Es ist klar, dass sie Unwahrheiten gesagt haben"

US-Präsident Donald Trump während einer Rede im CIA-Hauptquartier (imago / Olivier Douliery)

"Damit kommen wir klar", sagte der Präsident der Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus, Jeff Mason, mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Umgang mit der Presse. Aufgabe der Journalisten sei es, sich weiter an die Fakten zu halten. Auch wenn Trump und sein Team das selbst nicht immer täten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Afghanistan  Proteste in Frankfurt gegen drohende Abschiebungen | mehr

Kulturnachrichten

Deutscher Bühnenverein wählt neuen Präsidenten  | mehr

Wissensnachrichten

Invasive Arten  Leipziger Zoo verfüttert seine Hirsche an Raubtiere | mehr