Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mehr als 100 Tote bei Anschlagsserie im Irak

27 Attentate in 18 Städten

Erst gestern starben durch Attentate im Irak mindestens 17 Menschen (picture alliance / dpa / Khider Abbas)
Erst gestern starben durch Attentate im Irak mindestens 17 Menschen (picture alliance / dpa / Khider Abbas)

Bei einer Serie von Anschlägen im Irak sind mindestens 107 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 216 Menschen wurden verletzt. Erst vor wenigen Tagen hatte das Terrornetzwerk Al-Kaida eine neue Offensive angekündigt.

In einer offenbar koordinierten Anschlagsserie sind außerdem mindestens 216 Menschen verletzt worden, wie die irakischen Behörden mitteilten. Nach Angaben von Sicherheitsbeamten verübten die Täter insgesamt mindestens 27 Anschläge in 18 Städten. Damit handelte es sich nach offiziellen Angaben um den opferreichsten Tag seit mehr als zwei Jahren im Irak. Alle Anschläge richteten sich gegen Regierungs- oder gegen Sicherheitseinrichtungen des Landes, berichtet ARD-Korrespondent Peter Steffe.

Die Attentäter schossen um sich, legten Bomben oder sprengten sich selbst in die Luft. Die meisten Anschläge richteten sich gegen Soldaten und Polizisten. Allein 15 irakische Soldaten starben, als Bewaffnete eine Kaserne in der Ortschaft Al-Duluija, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, überfielen. Die Aufständischen beschossen das Militärlager mit Granaten und drangen anschließend darin ein, bestätigten Sicherheitsquellen in der Provinzhauptstadt Tikrit. In Bagdad detonierte eine Bombe in der Nähe des Innenministeriums.

Zu den Angriffen bekannte sich bislang niemand. Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte allerdings angekündigt, seinen Kampf intensivieren zu wollen. Ziel sei es, "Richter und Staatsanwälte auszulöschen" und inhaftierte Aktivisten zu befreien, erklärte der Chef des Al-Kaida-Zweigs Islamischer Staat im Irak (ISI), Abu Bakr al-Bagdadi, in einer Audio-Botschaft.

Außenminister Guido Westerwelle (dpa / Maurizio Gambarini)Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) (dpa / Maurizio Gambarini)Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Bluttaten. Es dürfe nicht gelingen, die in den vergangenen Monaten erzielten Erfolge bei der Stabilisierung der Sicherheitslage zunichte zu machen, betonte Westerwelle.

Erst gestern waren bei einer Serie von Bombenanschlägen im Irak mindestens 17 Menschen getötet worden. Weitere 96 wurden verletzt. Die Gewalt im Irak hat in jüngster Zeit wieder zugenommen. Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren politischen Krise, die von konfessionellen Spannungen geprägt ist.


Mehr zum Thema bei dradio.de:

Unsicherer denn je - Der Irak nach Abzug der amerikanischen Kampfverbände
Iran versucht "Einfluss im Irak zu gewinnen" - Der irakische Bürgermeister Qoja über sein Land nach der US-Truppenpräsenz
Irak "wird nicht in einen Bürgerkrieg versinken" - UN-Sonderbeauftragter über Krisen und Perspektiven des Irak

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:05 Uhr Breitband

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

München"Brutale und menschenverachtende Bluttat"

Eine Hand legt eine Blume auf einer Mauer neben Kerzen nieder. (dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat mit Trauer und Entsetzen auf die tödlichen Schüsse in einem Münchener Einkaufszentrum reagiert. Ein 18-jähriger Deutsch-Iraner hatte gestern neun Menschen und danach sich selbst getötet. Auch auf Bundesebene beraten nun die Sicherheitsbehörden.

Nach MünchenWie gehen wir mit unserer Angst um?

Rettungs- und Polizeifahrzuge stehen in München nahe dem Hauptbahnhof. Bei Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum in München hat es Tote und Verletzte gegeben (picture alliance / dpa)

Nach Paris und Nizza ist die bayerische Hauptstadt von einer blutigen Tat erschüttert worden. Klaus Pokatzky diskutiert darüber mit dem Psychologen Prof. Dr. Werner Greve von der Universität Hildesheim und Gudula Geuther, Hauptstadtkorrespondentin des Deutschlandradios.

Terror-Experte Krause"Den Medien fehlte die Gelassenheit"

Sie sehen Marcus da Gloria Martins, den Pressesprecher der Polizei München, auf den viele Mikrofone gerichtet sind. (picture-alliance / dpa / Matthias Balk)

Der Terrorismus-Experte Joachim Krause sieht es kritisch, wie die Medien mit den Ereignissen von München umgegangen sind. Im DLF sprach er von einer "Hysterie" - und prangerte auch an, dass viele Nutzer die sozialen Medien missbraucht hätten, um Falschinformationen unterzubringen. Die Polizei dagegen sei gelassen geblieben.

Fantasy und SexismusSex, Gewalt und Game of Thrones

Weltweit ist "Game of Thrones" eine der beliebtesten Fernsehserien, produziert vom US-Bezahlsender HBO. Die Mittelalter-Fantasy-Geschichte basiert auf der Romanreihe "A Song of Ice and Fire" von George R.R. Martin. Doch wie werden in der Fantasy-Serie Sexualität, Gewalt und Machtverhältnisse dargestellt? Und welche Frauen- und Männerrollen können wir sehen?

MahlzeitDer "Insektenburger" ist ethisch problematisch

Speisebohnenkaefer (imago stock&people)

Bei der Suche nach der ethisch, politisch oder sonstwie korrekten Nahrung wird im Netz inzwischen häufig der Insektenburger empfohlen. Doch es gibt Bedenken: Wo bleibt da das Tierwohl? Udo Pollmer ist gespannt, wie die Motten- und Läusesaga weitergeht.

Erdogans Erzfeind Wer ist Fethullah Gülen?

Fethullah Gülen (dpa/picture-alliance)

Für den türkischen Staatspräsidenten hat der Putschversuch einen eindeutigen Urheber: Fethullah Gülen. Der islamische Prediger lebt seit vielen Jahren in den USA und gilt als Hauptfeind Erdogans. Dabei schritten beide lange Seit an Seit - bis es zum großen Zerwürfnis kam. Ein Porträt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

München  Ermittler: Kein islamistischer Hintergrund - Täter offenbar Amokläufer | mehr

Kulturnachrichten

"The Sphere" zurück an Ground Zero  | mehr

Wissensnachrichten

Politiker in Deutschland  Regierungsbänke ohne Muslime | mehr