Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mehr als 80 Tote bei Kämpfen um syrische Rebellenhochburg

Assad räumt Friedenskonferenz keine Chance ein

Zwei Soldaten in der Daraa Provinz (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Sana)
Zwei Soldaten in der Daraa Provinz (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Sana)

Bei der Offensive der syrischen Armee gegen die Stadt Kusseir sind nach Angaben der Opposition seit Sonntag mehr als 80 Menschen getötet worden - darunter offenbar auch Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz. Unterdessen äußerte sich Machthaber Baschar al-Assad in einem Interview.

<p>Syriens Präsident Assad glaubt nicht an einen Erfolg der von Russland und den USA geplanten Friedenskonferenz. Er rechnet mittelfristig eher mit einer militärischen Intervention des Westens in seinem Land. Er sei zwar zu Verhandlungen bereit, sagte Assad in einem am Wochenende veröffentlichten Interview der argentinischen Nachrichtenagentur Télam und der Zeitung <papaya:link href="http://www.clarin.com/mundo/Entrevista-Bashar-Assad_CLAFIL20130519_0001.pdf" text="&quot;Clarín&quot;" title="Clarín" target="_blank" />. "Wir glauben aber, dass viele westliche Länder keine wirkliche Lösung in Syrien wollen", fügte er hinzu. Einen Rücktritt lehnte der syrische Machthaber kategorisch ab.<br /><br />Unterdessen soll es bei einer groß angelegten Offensive der syrischen Armee auf die strategisch bedeutende Rebellenhochburg Kusseir Dutzende Tote gegeben haben. Seit Sonntag seien mehr als 80 Menschen getötet worden, darunter neben zahlreichen Rebellen auch 23 Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Armee-Einheiten nahmen nach eigenen Angaben das Stadtzentrum ein. Ein Regierungssoldat sagte im Staatsfernsehen, 100 bewaffnete Männer seien im Kampf getötet worden.<br /><br /></p><p><strong>Erfolg der syrischen Armee fraglich</strong></p><p>Dem widersprechen die Aufständischen. Auch aus <papaya:link href="http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-22592627" text="Sicht des BBC-Korrespondenten Jim Muir" title="Analyse von Jim Muir (BBC), englischsprachiger Link" target="_blank" /> ist es fraglich, ob die Stadt bereits unter Armeekontrolle ist. Das Staatsfernsehen habe lediglich Bilder von weit außerhalb Kusseirs gezeigt.<br /><br />Die Truppen von Präsident Assad hatten die lange von den Aufständischen gehaltene Stadt <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253363" text="am Sonntag in einer Großoffensive mit Flugzeugen und Panzern angegriffen." alternative_text="am Sonntag in einer Großoffensive mit Flugzeugen und Panzern angegriffen." /> Kusseir mit 20.000 Einwohnern ist strategisch wichtig, weil sie auf dem Weg von Damaskus zur syrischen Meeresküste liegt. Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe Nationale Koalition verwies auf "klare Anzeichen", die auf ein baldiges Massaker an Zivilisten hindeuteten. Sie verurteilte die "barbarischen und zerstörerischen Luftangriffe".<br /><br />Auf YouTube-Videos wie diesem sind nach Oppositionsangaben Granatenbeschüsse durch die syrische Armee am Sonntag zu sehen: <br /><br /><iframe width="480" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/qr9UPu7Xscw?feature=player_detailpage" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><br /><br />Bei der Schlacht wurden beide Seiten von libanesischen Kämpfern unterstützt - Hisbollah-Milizen kämpften an der Seite der syrischen Armee, libanesische Sunniten offenbar an der Seite der Rebellen. Die Beteiligung der Kämpfer aus dem Nachbarland schürt die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts über die syrischen Landesgrenzen hinaus.<br /><br />Die USA verurteilten das Eingreifen von Hisbollah-Kämpfern. Dies sei eine "direkte Intervention", so Außenamtssprecher Patrick Ventell. Die Hisbollah spiele eine "entscheidende Rolle in der Offensive des Regimes". Auch US-Präsident Barack Obama äußerte sich in einem Telefongespräch mit dem libanesischen Präsidenten Michel Suleiman besorgt über die Einmischung. Er sprach von einer "aktiven und zunehmenden Rolle" der Hisbollah in Syrien.<br /><br /></p><p><strong>Israel will Hisbollah stoppen</strong></p><p>Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bekräftigt, sein Land werde alles tun, um Waffenlieferungen aus Syrien an die Hisbollah-Miliz im Libanon zu verhindern. Die Sicherheitsinteressen der israelischen Bürger müssten gewährleistet werden. Die israelische Luftwaffe hat bereits mehrere Angriffe zu diesem Zweck geflogen. Die <papaya:link href="http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/news/world_news/Middle_East/article1261403.ece?CMP=OTH-gnws-standard-2013_05_18" text="britische &quot;Sunday Times&quot;" title="Syria ready to unleash missiles on Israel" target="_blank" /> hatte berichtet, Syrien habe modernste Raketen gegen Israel in Stellung gebracht.<br /><br />Die französische Regierung äußerte sich besorgt über die Entwicklung in Kusseir. Das Außenministerium in Paris erklärte, alle Beteiligten müssten dafür eintreten, ein neues Massaker an Zivilisten zu verhindern.<br /><br />In Madrid treffen sich auf Einladung des spanischen Außenministeriums Vertreter der verschiedenen syrischen Oppositionsgruppen. Es gehe darum, die aktuelle Situation und die jüngsten internationalen Initiativen für eine Lösung des Syrienkonflikts zu erörtern, teilte die spanische Regierung mit.<br /><br /><br /><em>Mehr zum Thema auf dradio.de:</em><br /><br /></LI_2112778><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="247077" text="Syrienkonferenz ist Russlands &quot;Kompromissformel&quot;" alternative_text="Syrienkonferenz ist Russlands &quot;Kompromissformel&quot;" />- Russland-Experte zur Rolle des Landes im Syrienkonflikt<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253353" text="Russland verteidigt Waffenlieferungen nach Syrien" alternative_text="Russland verteidigt Waffenlieferungen nach Syrien" />- UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zu Gesprächen in Sotschi</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Kompressor

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Nach der BundestagswahlNeues Kapitel in den deutsch-türkischen Beziehungen

Deutsche und türkische Flaggen (dpa-Bildfunk / Marijan Murat)

Türkische Politiker haben den Ausgang der Bundestagswahl genau verfolgt. Der erfolgreiche Einzug der islamfeindlichen AfD ins Parlament macht ihnen Sorgen. Dennoch hoffen einige auf die Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen.

Bernard PivotFrankreichs Kritikerpapst kommt zur Buchmesse

Literaturkritiker Bernard Pivot (imago/Leemage)

Bernard Pivot schuf in den 1980er-Jahren mit der französischen Kultursendung "Apostrophes" die Vorlage für das "Literarische Quartett". Heute ist der Literaturkritiker immer noch aktiv - und er reist auch zur Frankfurter Buchmesse. Hier erzählt er, worauf er sich besonders freut.

Die deutsche Wirtschaft und die Wahl"Hängepartien sind Gift für die Wirtschaft"

BDI-Präsident Dieter Kempf hält im Deutschen Historischen Museum in Berlin eine Rede.  (dpa / picture alliance / Rainer Jensen)

BDI-Präsident Dieter Kempf hält eine rasche Regierungsbildung für dringend notwendig. Mangelnde Vorhersehbarkeit sei für die Wirtschaft sehr schwierig. Solange Unsicherheit bestehe, werde gerade im Mittelstand niemand investieren, sagte er im Dlf.

Joachim Herrmann"Die rechte Flanke zu schließen, bedeutet keinen Rechtsruck der CSU"

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) (picture alliance/ dpa/ Alexander Heinl)

Vor den Sondierungsgesprächen mit FDP und Grünen will die CSU laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zunächst wesentliche Punkte der Zusammenarbeit innerhalb der Union klären. Die Mehrheit der Wähler wolle etwa eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen, sagte Herrmann im Dlf. Das sei aber kein Entgegenkommen gegenüber der AfD.

Soziologische Forschung zum WahlverhaltenDie Wissenschaft hinkt der AfD hinterher

"Wahlsieg" steht auf einem der Transparente während der Kundgebung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung am 25.09.2017 auf dem Neumarkt in Dresden (Sachsen). Betont einmütig haben Pegida und AfD am Montagabend in Dresden den Wahlerfolg der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl gefeiert.  (dpa / picture alliance / Monika Skolimowska)

Der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld sieht bei der AfD noch erheblichen Forschungsbedarf: Die Partei gebe es erst seit vier Jahren und die Sozialwissenschaftler kämen angesichts der schnellen Veränderung kaum hinterher.

Umgang mit der AfDDeutscher Kulturrat kritisiert Medien

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des deutschen Kulturrats (imago stock & people)

Nach der Bundestagswahl fordert der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, eine Debatte über die Rolle der Medien. Sie hätten die AfD erst salonfähig gemacht. Kultur und Medien müssten jetzt einen neuen Weg beschreiten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

AfD  Petry kündigt Austritt aus der Partei an - auch Pretzell verlässt AfD | mehr

Kulturnachrichten

David Hockney schenkt Paris ein Kunstwerk | mehr

 

| mehr