Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mehr Druck auf Teheran

EU-Außenminister weiten Sanktionen gegen den Iran aus

Britische Polizisten vor der iranischen Botschaft in London. (picture alliance / dpa / Kerim Okten)
Britische Polizisten vor der iranischen Botschaft in London. (picture alliance / dpa / Kerim Okten)

Die Europäische Union intensiviert ihre Anstrengungen, den Iran vom Atomwaffenbau abzuhalten. Die Außenminister beschlossen dazu schärfere Sanktionen mit zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Einreiseverboten.

Die neuen Sanktionen verbieten nun Geschäfte mit insgesamt 433 iranischen Organisationen und Firmen - 143 mehr als bisher. Die EU verhängte außerdem gegen 37 Iraner neue EU-Einreiseverbote. Insgesamt sind damit 113 Iraner mit einem solchen Bann belegt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonte: "Es geht um umfassende, es geht um entschiedene, aber es geht eben auch um wirkungsvolle Sanktionen."

Auf ein Öl-Embargo, wie es Großbritannien und Frankreich ins Gespräch gebracht hatten, einigten sich die Außenminister jedoch nicht - es würde vor allem Italien und Griechenland hart treffen, die ihren Öl-Bedarf zu einem großen Teil aus dem Iran decken. (MP3-Audio)

Solidarität mit Großbritannien
Nachdem Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über geheime iranische Pläne zum Bau von Kernwaffen die EU-Staaten beunruhigt hatten, stand die Verschärfung der Sanktionen ohnehin auf der Tagesordnung. Die Angriffe auf die britische Botschaft in Teheran hatten in den vergangenen Tagen die Spannungen aber auf eine neue Stufe gehoben.

Auf dem Brüsseler Treffen bedankte sich der Außenminister Großbritanniens, William Hague, für die Solidarität der europäischen Partner, die sein Land nach den gewalttätigen Übergriffen erfahren habe: "Ich bin sehr stark beeindruckt von der nachdrücklichen Unterstützung durch die Europäische Union."

Viele Iraner verurteilen den Sturm auf die britische Botschaft

In Teheran blieb es am Donnerstag ruhig. Wie Deutschlandradio-Korrespondent Reinhard Baumgarten berichtet, hatten viele Menschen von der Schließung der iranischen Botschaft in London noch gar nichts mitbekommen. Die Erstürmung der britschen Botschaft finden sie nicht in Ordnung. Wenn ein Land Gesetze hat, dann müsse die Regierung dafür sorgen, dass diese auch eingehalten werden, sagt eine Frau in Teheran.


Philipp Mißfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union (Junge Union Deutschlands)Philipp Mißfelder, CDU (Junge Union Deutschlands)Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, hatte sich im Vorfeld des Treffens für ein energisches Vorgehen gegen Teheran ausgesprochen. Bereits jetzt nehme "ein großer Teil der iranischen Führung uns schon gar nicht mehr ernst", weil nicht entschlossen genug gehandelt werde, sagte Mißfelder im Deutschlandfunk. Selbst eine militärische Option dürfe man nicht auszuschließen, weil das die Verhandlungsposition zum jetzigen Zeitpunkt schwäche.

Mißfelder hat mit seiner Forderung nach schärferen Sanktionen vor allem die Europäische Union im Blick, da seiner Ansicht nach die UNO "wie bei vielen anderen Fällen ein Ausfall an dieser Stelle" sei. Das liege sowohl an China und Russland, aber auch "an der Diskussionsstruktur innerhalb der UNO selbst".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

Deutscher KolonialismusUnheilvolle Kontinuitäten

A performance shows the treatment of Hereros in 1904 at a ceremony commemorating the killing of thousands of Hereros by German troops, at Okakarara, 250 km northwest of Windhoek, Namibia, Saturday, 14 August 2004. Germany on Saturday asked the Herero people of Namibia to forgive it for the massacres committed by its troops during a three year uprising 100 years ago. (picture alliance / dpa / WIEBKE GEBERT)

Prügel mit dem Tauende oder doch mit der Nilpferdpeitsche? Die Frage, wie die zwangsverpflichteten schwarzen Arbeiter in den deutschen Kolonien "zur Arbeit erzogen", "zivilisiert" werden sollen, diskutierten Politiker und Mediziner vor etwas mehr als hundert Jahren in aller Öffentlichkeit.

GewaltenteilungFinanz als vierte Gewalt?

Legislative, Exekutive, Judikative und Finanzwesen: So zählt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl die Gewaltenteilung auf. Das mit dem Finanzwesen kennen wir aber so nicht aus der Schule. Er sagt: Wer das Finanzwesen als vierte Macht im Staate nicht (an)erkennt, sitzt einer Legende auf.

Petras inszeniert O'NeillSippe mit unheilvoller Vergangenheit

Armin Petras, der Intendant des Schauspiels Stuttgart, steht am 02.06.2016 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Foyer an einer Treppe. (picture alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Eine Familie steuert in den Untergang: Überraschend fein und intim inszeniert Armin Petras "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill am Schauspiel Stuttgart. In der Rolle der schuldbeladenen Mutter glänzt - der Schauspieler Peter Kurth.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europa  Söder fordert Pfand für weitere Griechenland-Hilfen | mehr

Kulturnachrichten

Solidaritätsaktion: Berliner Autokorso für Deniz Yücel  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr