Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mehr Qualität durch Reduzierung

Art Cologne startet mit verkleinerter Ausstellungsfläche

Blick in eine Halle der Koelnmesse. (Koelnmesse)
Blick in eine Halle der Koelnmesse. (Koelnmesse)

In Köln wurde am Dienstagabend die Kunstmesse Art Cologne mit einer Vernissage eröffnet. Nach heftiger Kritik von zahlreichen Galerien ist die Zahl der Aussteller auf 150 reduziert und die Ausstellungsfläche verringert worden. So will die Messe eine deutliche Qualitätssteigerung durch Konzentration auf wenige Kernpunkte erreichen.

Im vergangenen Jahr hatten einflussreiche Galeristen in einem Brief den schleichenden Bedeutungsverlust der Art Cologne kritisiert. Unter anderem wurden dafür der Ableger der Messe auf Mallorca sowie der im Januar aus dem Amt geschiedene künstlerische Direktor Gerard Goodrow verantwortlich gemacht. Goodrow war erst vor vier Jahren nach Köln geholt worden, um die Art Cologne neu zu profilieren. Doch sein Verhältnis zum Kunsthandel sei zerrüttet, hieß es aus Galeristenkreisen.

Nach der Kritik wurde eine Neuausgabe des Mallorca-Ablegers in diesem Jahr abgesagt. Man wolle sich darauf konzentrieren, den Standort Köln zu festigen, teilte Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt in Köln mit.

Neuer künstlerischer Direktor ist Daniel Hug, ein Enkel des ungarischen Bauhauskünstlers Laszlo Moholy-Nagy. Der 39-jährige Galerist aus Los Angeles zeichnet für diese Messe aber noch nicht verantwortlich. Er tritt erst zum 1. Mai sein Amt an. Sein erklärtes Ziel ist es, die Art Cologne wieder zurück in die "Top Five" der Kunstmessen zu führen.

Kultbereich "Open Space"

"Open Space" ist eine mehrere tausend Quadratmeter umfassende Freifläche auf dem Messegelände, die als experimentelle Plattform dienen soll. Messe-Reporterin Ulrike Gondorf berichtete auf Deutschlandradio Kultur in "Fazit am Abend" live von der Art Cologne:

" "Open Space", das ist da, wo die Galerien die Kunst aus den Kojen befreit haben, wo ein großer Ausstellungsbereich mit weißem Teppichboden ausgelegt, mit sehr vielen Sitzbänken, mit einer eigenen Caféteria auch sehr kommunikativ und angenehm ausgestattet, entstanden ist. Das ist so ein bisschen der Kultbereich der Kölnmesse geworden. Künstler und Galerien stellen hier vor allem Installationen aus wie das kleine Glashaus voller alter Blätter, Tongefäße und rostigen Gartenwerkzeugen mit dem Titel "Robert has also lost interest in his garden". "

Angesprochen auf eine mögliche Krise der Art Cologne antwortete der Berliner Sammler Christian Boros am Stand von Deutschlandradio Kultur:

" Ich glaube, es gibt nicht eine Krise der Art Cologne, sondern es gibt grundsätzlich ein Nachdenken über den Marktplatz Messe und wie er hier in Köln erfunden wurde. Das Programm wird ja jetzt seit Jahrzehnten – nicht nur von der Art Cologne, sondern von allen Messen – identisch praktiziert. Und es gibt eine Krise bei Sammlern meiner Generation, die darüber nachdenken, funktioniert das Modell Kunstmarkt so, wie man es kennt, mit kleinen Karnickelställen, weiß gestrichenen Besenkammern, wo übereinander, untereinander mixed-pickles-ähnlich die Kunst präsentiert wird. Ist das eine Form, die heute noch Bestand hat. Das ist die Frage und aus dieser Frage resultiert die Krise. "

Die Messe findet vom 16. bis 20. April statt. Das Angebot reicht dabei von Klassischer Moderne bis zu aktueller Gegenwartskunst. Zum vierten Mal findet auch das Sonderprogramm "Open Space" statt, bei dem Galerien junge Avantgardekunst zeigen. Um die Nachwuchsförderung geht es in den Bereichen "New Contemporaries", an dem 19 junge Galerien teilnehmen, sowie das Programm "New Talents", das 25 junge internationale Künstler fördert.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

TextverarbeitungDrucker aus: Word ist tot

Druckt ihr noch - und nutzt ihr dafür Word? Wir glauben, Word ist tot. Wenn wir lange Texte schreiben, dann wollen wir die doch online veröffentlichen. Und genau dann macht uns Word irre.

Französischer Abgeordneter ApparuBurkiniverbot ist "gerechtfertigt"

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains. (AFP / Francois Guillot)

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains hat Verständnis für ein Burkini-Verbot. Er sagte im Deutschlandfunk, mit Blick auf die aktuellen Spannungen in Frankreich bestehe das Risiko, dass Burkinis die öffentliche Ordnung störten. 

Aus den FeuilletonsErzwungener Striptease für die Freiheit?

Eine Frau mit Kopftuch und T-Shirt badet am 21.07.2016 am Strand von Norddeich (Niedersachsen) in der Nordsee.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Vier bewaffnete Männer umstehen am Strand von Nizza eine Frau – und zwingen sie einen Teil ihrer Verhüllung abzulegen. Ein schreckliches Bild, schreibt darüber Andreas Rosenfelder in der "Welt": Darin ein Symbol unserer Freiheit zu sehen, will ihm nicht gelingen.

KonfliktforscherKaum Chancen für Frieden in Syrien

Eine große Rauchwolke über einigen Gebäuden in einer Wüstengegend.  (AFP / BULENT KILIC)

Nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft sollen Verhandlungen den Krieg in Syrien beenden. Deren Aussichten schätzt der Konfliktforscher Wolfgang Schreiber skeptisch ein: Derzeit seien die Bedingungen für einen Frieden in Syrien einfach nicht gegeben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Sicherheitsrat  Unterstützung für Friedensabkommen in Kolumbien zugesagt | mehr

Kulturnachrichten

"Lied der Deutschen" feiert Jubiläum  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr