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Mehr Zeit für Griechenland, dünnere Luft für Spanien

Ratingagentur setzt Spanien auf knapp über Ramschniveau

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) (dpa / picture alliance)
Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) (dpa / picture alliance)

Der IWF - Teil der Troika - sendet erneut positive Signale in Richtung Griechenland. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, will Athen mehr Zeit für die Umsetzung des Sparprogramms einräumen. Unterdessen hat die Rating-Agentur Standard & Poor's Spaniens Kreditwürdigkeit drastisch abgewertet.

"Es ist manchmal besser, etwas mehr Zeit zu haben", sagte Lagarde in der japanischen Hauptstadt Tokio am Rande der Jahrestagung des IWF. Ein Aufschub von zwei Jahren sei für Griechenland "notwendig, um das Konsolidierungsprogramm zu bewältigen." Schon zuvor hatte sich die IWF-Chefin mehrmals aufgeschlossen gegenüber einem zeitlichen Aufschub für Athen gezeigt - so deutlich wie dieses Mal jedoch noch nie.

Bangen vor der Staatspleite

Der griechische Regierungschef Antonis Samaras wirbt bei seinen Geldgebern seit längerem um einen zweijährigen Aufschub, um Zeit für die Erfüllung der drastischen Sparauflage zu gewinnen. Die internationale Gläubiger-Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) prüft derzeit die Spar- und Reformfortschritte der Regierung in Athen.

Ohne einen positiven Bericht der Troika muss das krisengeschüttelte Land um die Überweisung weiterer Hilfszahlungen bangen. Stellen die internationalen Geldgeber die Unterstützung ein, steht das Land vor der Staatspleite. Die deutsche Bundesregierung steht einer Fristverlängerung skeptisch gegenüber.

Standard & Poor's stuft Spaniens Bonität herab

Derweil hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Spaniens um zwei Stufen von BBB+ auf BBB- herabgestuft. Nun rangiert das südeuropäische Land nur noch knapp über Ramsch-Niveau. Zur Begründung verweist die Agentur auf die zunehmenden sozialen Spannungen und die Differenzen zwischen der Zentralregierung in Madrid und den Regionen. Auch der Ausblick sei negativ, denn die Handlungsmöglichkeiten der spanischen Regierung nähmen in dem Spannungsfeld aus Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und anhaltenden Protesten ab.

Die US-Analysten legten Madrid bei der Präsentation ihres Berichts in New York nahe, formal Schutz bei den EU-Rettungsmechanismen zu suchen. Ein weiteres Zögern, Hilfe des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und der Europäischen Zentralbank (EZB) anzunehmen, bedeute eine potenzielle "Erhöhung der Abwärtsrisiken für Spaniens Kreditwürdigkeit".

Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote liegt bei fast 25 Prozent. Die Regierung lehnt es aber bislang ab, den ESM in Anspruch zu nehmen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

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