Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Meisner erlaubt bestimmte "Pille danach" für Vergewaltigungsopfer

Kölner Erzbischoff differenziert bei Präparaten

Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (AP Archiv)
Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (AP Archiv)

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner lehnt nicht mehr alle Formen der "Pille danach" im Falle einer Vergewaltigung ab. Bestimmte Präparate dürften auch in katholischen Einrichtungen verschrieben werden. In Köln war eine junge Frau nach einer mutmaßliche Vergewaltigung von zwei katholischen Kliniken abgewiesen worden.

Im Falle einer Vergewaltigung sei nichts gegen Präparate einzuwenden, die eine Befruchtung verhindern, erklärte der Kölner Kardinal Joachim Meisner in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Erzbistums Köln. Er habe seine Ansicht zu dem Medikament nach einer Beratung mit Fachleuten geändert. Ihm sei deutlich geworden, dass unter dem Namen "Pille danach" verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkungen zusammengefasst werden.

Allerdings seien nach wie vor jene Pillen ethisch nicht zu vertreten, die eine bereits befruchtete Eizelle an der Einnistung in der Gebärmutter hindern und dieser die Lebensgrundlage entziehen. Denn einer befruchteten Eizelle komme der Schutz der Menschenwürde zu, so Meisner. Es sei aber nichts dagegen einzuwenden, dass Ärzte in katholischen Einrichtungen auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, und über deren Zugänglichkeit aufklären, "wenn sie dabei, ohne irgendwelchen Druck auszuüben, auf angemessene Weise auch die katholische Position mit Argumenten erläutern".

Eine junge Frau war im Dezember nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in zwei katholischen Kliniken abgewiesen worden, weil die Ärzte dort keine "Pille danach" verschreiben wollten. Dafür war die Kirche heftig kritisiert worden. Zunächst hatte Meisner betont, dass die "Pille danach" auch im Fall einer Vergewaltigung abzulehnen sei.

Mehr zum Thema:

Die "Pille danach" und die katholische Moral - Ist die Einnahme des umstrittenen Medikaments mit der kirchlichen Lehre unvereinbar?
"Das muss die Frau entscheiden" - Bundesvorsitzende von Donum Vitae über katholische Kirche, Pille danach und Schwangerschaftsabbruch
Kölner Klinik-Skandal: Publizist kritisiert "rechtseigenen Raum Kirche" - Carsten Frerk über den Umgang mit einem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer
Kölner Klinik-Skandal bleibt ohne juristisches Nachspiel - Kein Fall von unterlassener Hilfeleistung
Heinen-Esser: Vergewaltigte Frau abzuweisen, ist "zutiefst unchristlich" - NRW-Landesvorsitzende von Donum Vitae fordert Umdenken der katholischen Kirche

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Sprechstunde

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:07 Uhr Lesart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Mays Bündnis mit der DUP"Diese Regierung wird lange bestehen"

Die britische Premierministerin Theresa May mit der Vorsitzenden der nordirischen DUP-Partei Arlene Foster vor Downing Street Nummer 10 (26.6.2017). (AFP / Daniel Leal-Olivas)

Für ihre Minderheitsregierung ist die britische Premierministerin Theresa May ein Bündnis mit der nordirischen Partei DUP eingegangen. Der britische Historiker Brendan Simms ist optimistisch, was den Bestand dieses Bündnisses angeht: " Ich rechne damit, dass diese Regierung relativ lange bestehen wird", sagte er im Dlf.

Türkei verbannt Charles Darwin aus den Schulen "Das sind einfach dumme Leute, die das Sagen haben"

Die Evolution des Menschen (picture alliance / dpa / De_Agostini/Photoshot)

Der Diplomphysiker Ernst Peter Fischer hat die Evolutionstheorie von Charles Darwin verteidigt. Der frühere Professor für Wissenschaftsgeschichte sprach von "Borniertheit" in Polen oder der Türkei, wenn dort Darwin aus dem Schulunterricht genommen werde.

ETHEREUMCrash bei der Cyberwährung

Ethereum ist eine Kryptowährung, die in den vergangenen Wochen einen sagenhaften Aufstieg hinter sich. Doch jetzt gab es einen Crash. Die zeigen ziemlich deutlich, wo die Gefahren dieser Währung liegen.

WohnprojektFlüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge unter einem Dach

Sharehaus Refugio - mit Flüchtlingen leben. (Deutschlandradio / Cara Wuchold)

Flüchtlinge sollen nicht abgeschottet in Asylbewerberheimen leben. Das ist die Grundidee des Share-Hauses "Refugio". Das mächtige Gründerzeithaus in Berlin-Neukölln gehört der Evangelischen Kirche – genauer: der Berliner Stadtmission. Flüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge wohnen unter einem Dach. Funktioniert das?

Religion und WirtschaftUmverteilen mit Luther

Magneten mit dem Porträt Martin Luthers aus einem Cranach-Gemälde liegen am 25.09.2015 im Lutherhaus in Eisenach (Thüringen) auf einem Tisch. (dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert)

Allzu oft werde übersehen, dass es bei Luthers Kritik am Ablasshandel auch ums Geld ging, meint der Theologe Christoph Fleischmann. Gottes Gnade sei umsonst - und das habe auch Konsequenzen für die Verteilung von Geld und Ressourcen in der Gesellschaft.

Vor 10 Jahren: Mumie identifiziertHatschepsut - die mächtigste Frau Ägyptens

Büste des weiblichen Pharao Hatschepsut im Terrassentempel im Tal der Königinnen in Theben-West. (imago / Harald Lange)

Von 1479 bis 1458 v. Chr. regierte die Pharaonin Hatschepsut als mächtigste Frau Ägyptens. Ihre Mumie galt über 3.000 Jahre als verschollen. 2007 gelang es ägyptischen Wissenschaftlern, eine bereits 1903 entdeckte Mumie als die der Pharaonin Hatschepsut zu identifizieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA-Deutschland  Handelsminister Ross sagt Berlin-Besuch ab | mehr

Kulturnachrichten

Mexikanischer Journalist ermordet  | mehr

 

| mehr