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Meister des mehrstimmigen Falsettgesangs

Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot

Bee Gees-Sänger Robin Gibb (picture alliance / dpa / Jacek Turczyk)
Bee Gees-Sänger Robin Gibb (picture alliance / dpa / Jacek Turczyk)

Er war musikalischer Kopf einer der erfolgreichsten Bands der Popgeschichte: Robin Gibb ist am Sonntag nach einer langen Krebserkrankung im Alter von 62 Jahren gestorben. Mit seinen Brüdern Barry und Maurice gründete er in den 1960er Jahren die Formation The Bee Gees, die weltweit über 200 Millionen Platten verkaufte.

Robin Gibb wurde am 22. Dezember 1949 auf der britischen Isle of Man geboren, wuchs aber in Manchester auf. Später siedelte die Familie Gibb in den 1950er Jahren nach Australien über, wo die Brüder - zunächst als "Brothers Gibb" - erste Erfolge hatten. 1967 zog die Familie zurück nach Großbritannien und das Trio trat unter dem neuen Bandnamen "The Bee Gees" (die Abkürzung der Brothers Gibb) ihren Siegeszug durch die Popwelt an. Ihr Song "Massachusetts" erreichte 1968 die Nummer 1 in den britischen Charts. Man betrachtete sie als ernst zu nehmende Konkurrenz zu den Beatles und Stones, allerdings fehlte ihnen das rebellische Image.

1969 verließ Robin Gibb die Gruppe im Streit, um seine Solokarriere zu verfolgen. Mangels Erfolg kamen die Brüder aber bereits 1970 wieder zusammen. Neben eigenen Stücken taten sie sich auch als erfolgreiche Produzenten für Kollegen wie Barbra Streisand, Dionne Warwick, Dolly Parton, Diana Ross und Esther & Abi Ofarim hervor.

Vom Soul- zum Discoboy

Galten die Bee Gees bis in die 1970er Jahre hinein als weiße Soulband mit Schwiegersohn-Image, erlebten sie Mitte der 1970er Jahre einen zweiten Durchbruch als Disco-Band. Geholfen hat dabei der weltweite Siegeszug des Films "Saturday Night Fever" mit John Travolta, zu dem sie den Soundtrack beisteuerten. Die drei Singleauskopplungen "Stayin' Alive", "Night Fever" und "How Deep is your love" erreichten weltweit Top-Ten-Platzierungen.

Ende der 1970er Jahre kriselte es in der Gruppe, Kritiker warfen ihnen Ideenlosigkeit vor, ihre Singles hatten nur noch mäßigen Erfolg. Erst 1987 konnten sie mit "You win again" wieder einen Tophit landen.

Dennoch: Die Bee Gees sind - neben der Kelly Family und den Jackson Five - die erfolgreichste "Familienband" der Welt - sechs Grammys, 20 Top-Ten-Hits und dutzende Alben mit Millionenauflagen zeugen davon. Ihr unvergleichlicher Schmuserock ließ Generationen von Mädchenherzen schmelzen.

Kampf gegen den Krebs

Robin Gibbs Zwillingsbruder Maurice starb 2003 nach einer Darmoperation. 2010 wurde bei Robin Gibb ein Darmtumor entdeckt und Krebs in der Leber diagnostiziert. Im Februar dieses Jahres hatte der Sänger noch hoffnungsvoll bekanntgegeben, er habe die Krankheit besiegt. Zusammen mit seinem Sohn Robin-John veröffentlichte er seine erste Komposition im klassischen Bereich, ein Requiem für die Opfer des "Titanic"-Untergangs anlässlich des 100. Jahrestags der Katastrophe. Der Uraufführung in London konnte der Sänger nicht beiwohnen, denn er lag bereits im Krankenhaus. Eine Lungenentzündung hatte ihn geschwächt. Am Sonntag erlag er seinem Krebsleiden.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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