Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Merkel denkt den Schuldenschnitt

Bundeskanzlerin bewegt sich in Griechenlandfrage

Schuldenschnitt für Griechenland - die Gegner werden weniger (picture alliance / dpa /)
Schuldenschnitt für Griechenland - die Gegner werden weniger (picture alliance / dpa /)

Die Mauer der Gegner bröckelt: Nun hält auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Schuldenschnitt für Griechenland in den kommenden Jahren für möglich.

"Wenn Griechenland eines Tages wieder mit seinen Einnahmen auskommt, ohne neue Schulden aufzunehmen, dann müssen wir die Lage anschauen und bewerten", sagte Merkel der "Bild am Sonntag". Dies sei aber frühestens 2014/15 der Fall. Zunächst müsse das Land das im auferlegte Programm zur Bekämpfung der Staatsschulden umsetzen.

Merkel sprach sich zudem dafür aus, in der Eurozone härtere Sanktionen für Schuldenstaaten zu entwickeln: "Langfristig bin ich durchaus der Auffassung, dass wir überlegen, wie wir in unserer Rechtsordnung Verfahren für Staaten entwickeln, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen."

Kanzlerin weiterhin gegen Euro-Ausschluss Griechenlands

Angela Merkel spricht zur Europapolitik im Bundestag (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)Angela Merkel: Müssen mühsamen Wandel in Griechenland positiv begleiten (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)Einen Ausschluss Griechenlands aus dem Euro lehnt die Kanzlerin derzeit aber ab: Wenn Griechenland gegen seinen Willen aus dem Euro ausscheiden müsse, würde das "viel mehr Geld kosten als der von uns eingeschlagene Weg".

Über einen Schuldenschnitt für das schwer angeschlagene Griechenland wird in der Eurozone heftig diskutiert. Befürworter argumentieren, dass Athen nur durch eine solche Maßnahme wieder auf die Beine kommen könne.

Ablehnung mit Hintertür

Zu den vehementen Gegnern zählte bislang auch die Bundesregierung. Noch am Freitag hatte das Bundesfinanzministerium vor einem Schuldenschnitt für Athen gewarnt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium, Steffen Kampeter (CDU), sagte in Berlin: "Je länger wir den Druck auf dem Kessel halten, umso preiswerter wird es für den deutschen Steuerzahler".

Ebenso wie einige nordeuropäische Staaten führte die Bundesregierung bislang auch rechtliche Argumente gegen einen Schuldenschnitt an. Finanzminister Wolfgang Schäuble ließ allerdings eine Hintertür offen: Die Vorbehalte entfielen, wenn Griechenland einen nachhaltigen Überschuss im Kernhaushalt erzielen würde, also keine zusätzlichen Kredite mehr benötigt.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

Finanzminister Schäuble will keinen Schuldenschnitt Griechenlands
Eurofinanzminister suchen Geld für Athen (Interview)

CDU-Haushälter warnt vor Schuldenschnitt für Athen
Norbert Barthle über die Krise in Griechenland (Interview)Schuldknechtschaft Griechenlands "mit Ethik nicht vereinbar"
Grüner Europapolitiker ist gegen Schuldenschnitt (Interview)

Jede Entlastung Athens bedeutet Belastung "des deutschen Steuerzahlers"
Grünen-Politiker fordert Klarheit über Kosten eines möglichen Schuldenschnitts (Interview)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Konföderation von Israel und Palästina"Eine Zukunft kann es nur gemeinsam geben"

Ein Grenzzaun in der Nähe der palästinensischen Stadt Beit Jala (Sabine Adler )

"Zwei Staaten - ein Heimatland" heißt eine Initiative von Israelis, die für eine Konföderation von Israel und Palästina kämpft. In echten Begegnungen lernen beide Seiten, das Recht auf Heimat des anderen anzuerkennen.

Dobrindt zur Regierungsbildung"Ich will diese Große Koalition mit der SPD"

Alexander Dobrindt telefoniert, im Hintergrund der Schriftzug CSU auf blauem Hintergrund. (dpa / Sven Hoppe)

Alexander Dobrindt begrüßt die Bereitschaft der SPD zu Sondierungsgesprächen für eine Große Koalition. Nun gehe es darum, ein Zukunftsprojekt für Deutschland zu beschreiben, sagte der CSU-Politiker im Dlf. Allerdings sei er sich nicht sicher, ob die SPD wirklich die Kraft dazu habe.

Philosophischer WochenkommentarEin Lob der Weltflucht

Ein Mann steht auf einem Steg am Gardasee in Italien, in Lazise. (imago/Westend 61)

Für Realitätsverweigerer hat Arnd Pollmann Verständnis: Sie zeichneten sich aus durch ihren Willen zur Abwesenheit. Auch wenn sie oft passiv und weltabgewandt erschienen, ihre utopischen Tagträume hätten das Potenzial ganze Welten zum Einsturz zu bringen.

InformationsgewinnungWozu noch Bibliotheken?

Blick in die Bibliothek mit Büchern auf Borden, stuckverzierten Wänden, Durchgängen und einer Empore (imago / Jürgen Ritter)

Als Informationsquelle ist das Internet schnell, vernetzt und für jeden zugänglich. Bibliotheken stehen hingegen für Dauer, Ordnung und Konzentration. Doch welchen Wert haben diese Eigenschaften im 21. Jahrhundert? Eine Spurensuche im Netz und in altehrwürdigen Gemäuern.

Schriftsteller und ihre PseudonymeDie Lizenz zur Lüge

Tippen auf einer alten Schreibmaschine (imago / Busse )

Pseudonyme sind wie kleine Menschen. Es ist gefährlich, Namen zu erfinden – ein Name lebt", schrieb Kurt Tucholsky, der unter anderem als Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel Texte veröffentlichte. Wozu dieses Versteckspiel vieler Autoren hinter Pseudonymen?

Vor 25 Jahren gestorbenGünther Anders - ein konservativer Revolutionär

Günther Anders (links) erhält bekommt 13. September 1983 den Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt überreicht  (picture-alliance / dpa / UPI)

Er war überzeugter Pazifist, Philosoph und Schriftsteller: Günther Anders. Von den Nazis vertrieben, protestierte er aus dem US-Exil gegen den Einsatz der Atombombe. Zurück in Europa kämpfte Anders gegen den Vietnamkrieg, initiierte die Anti-Atom-Bewegung und kritisierte die Folgen der Technologie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Tolu-Prozess wird fortgesetzt | mehr

Kulturnachrichten

Verleihung des Europäischen Theaterpreises | mehr

 

| mehr