Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Merkel: Entscheidung zu Opel bis Weihnachten

Bundeskanzlerin berät mit Managern des Autokonzerns

Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert die Presse nach einem Treffen mit Opel-Managern. Links im Bild der Chef von General Motors Europa, Carl-Peter Forster, rechts Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. (AP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert die Presse nach einem Treffen mit Opel-Managern. Links im Bild der Chef von General Motors Europa, Carl-Peter Forster, rechts Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. (AP)

Die Bundesregierung will bis Weihnachten über eine mögliche Bürgschaft für den Autohersteller Opel entscheiden. Es sei aber noch offen, ob eine solche Bürgschaft überhaupt notwendig sei, betonte Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit Opel-Managern im Kanzleramt. Sollte es zu einer Bürgschaft kommen, müsse sichergestellt werden, dass die Mittel nicht an den Mutterkonzern General Motors abflössen, sagte Merkel.

Der Europa-Chef von General Motors, Carl-Peter Forster, bezifferte den möglichen Finanzbedarf auf rund eine Millarde Euro. Kurzfristig sei die Zahlungsfähigkeit bei Opel aber gesichert. Es gehe nur um eine Vorsorge für den "äußersten Fall", also einer Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns.

Wegen Problemen des US-Mutterkonzerns General Motors hatte Opel am vergangenen Freitag Bund und Länder um staatliche Hilfen gebeten. An dem Gespräch nahmen auch Finanzminister Steinbrück und Wirtschaftsminister Glos teil. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier lud seinerseits die Betriebsräte aller deutschen Autohersteller ins Auswärtige Amt ein.

Vor dem Krisentreffen hatte Regierungssprecher Wilhelm betont, zunächst gehe es darum, die genauen Zahlen über die wirtschaftliche Lage zu erfahren. Zudem wolle es die Regierung vermeiden, mit einer möglichen Bürgschaft einen Präzedenzfall zu schaffen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte sich am Morgen im Deutschlandfunk gegen ein generelles Hilfsprogramm für die Autobranche gewandt. "Ich will ja nicht dazu einladen, dass alle möglichen Trittbrettfahrer ebenfalls zur Bundesregierung kommen und sagen, also wenn du Opel hilfst, dann lege ich dir mal meine Situation so dar, dass du gar nicht darum herum kommst, mir auch zu helfen", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Die Landesregierung in Hessen billigte unterdessen einen Gesetzentwurf, wonach in dringenden Fällen Garantien und Bürgschaften bis zu 500 Millionen Euro für besonders betroffene Unternehmen der Autobranche gewährt werden können. Auch Nordrhein-Westfalen ist bereit, Opel zu helfen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers erklärte, damit sollten auch die Zulieferer unterstützt werden.

Wirtschaftsweiser: Opel zeitweilig verstaatlichen

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält eine zeitweilige Verstaatlichung von Opel für einen guten Weg, den Autobauer aus der Krise zu führen. Das Unternehmen müsse dann aber auch "möglichst bald" wieder an private Investoren verkauft werden, betonte Bofinger im Deutschlandradio Kultur. Zugleich sprach er sich deutlich dagegen aus, die deutsche Automobilindustrie ähnlich wie den Bankensektor flächendeckend zu stützen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:10 Uhr Deutschland heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Psychiater Ulrich HegerlDepressionen erklären weder Terror noch Amokläufe

Polizei patrouilliert durch Ansbach. (pa/dpa/AP/Schrader)

Ein Amoklauf als "erweiterter Selbstmord"? Diese Erklärung hält der Leiter der psychiatrischen Uniklinik in Leipzig, Ulrich Hegerl, für falsch: "Depressionen führen nicht dazu, dass man aggressiv gegen andere wird."

StudieDer Satanismus und die Rockmusik

Black Sabbath-Sänger Ozzy Osbourne bei einem Konzert der Band in Budapest. (picture alliance / dpa / EPA / Balazs Mohai)

Black Sabbath, Motörhead, Slayer - vielen Metal-Bands wird ein Hang zum Satanismus nachgesagt. Doch dahinter stecke eigentlich eine altbekannt theologische Frage: Warum lässt Gott das Leid in der Welt zu? Das hat der katholische Theologe Manuel Raabe herausgefunden. 

LebensläufeVon Hochstaplern lernen

Ein Mann aus Ratingen muss sich mal wieder wegen Betrügereien vor Gericht verantworten: Der 28-Jährige saß schon über drei Jahre in Haft. Unter anderem hat er sich als Banker, als Neurologe und als Pilot ausgegeben, um sich ein schönes Leben zu ergaunern. Das ist natürlich kriminell und das wollen wir keinem nahelegen. Doch das kreative Schwindeln hat auch positive Effekte.

US-Präsidentschaftswahl"Über Gerechtigkeit muss auch in Deutschland gesprochen werden"

Knut Fleckenstein, EU-Abgeordneter der SPD (picture alliance/dpa/Markus Scholz)

Dem unterlegenen Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Bernie Sanders, sei es gelungen, die Gräben in der Partei zuzuschütten, sagte Knut Fleckenstein (SPD) im DLF. Auch die SPD brauche so einen charismatischen Politiker.

Bittere ErfahrungenWas die USA über Amokläufe wissen

Polizisten am Tatort der Columbine High School (dpa/picture alliance/Mark Leffingwell)

In keinem Land gibt es so viele Amokläufe und Massen-Tötungen wie in den USA. Und nach jeder Tat gibt es eine neue Debatte, was man dagegen tun kann. Allerdings sucht die Wissenschaft noch immer nach einer klaren Antwort.

FlüchtlingspolitikEs fehlt "Common Sense"!

Integrationskurs in Hannover (dpa / picture-alliance / Julian Stratenschulte)

Die Skeptiker profitieren davon, dass Migration und Integration kontrovers diskutiert werden: Das meint der Unternehmensethiker Erik von Grawert-May, denn die Gesellschaft habe jenen "Common Sense" verloren, der bei früheren Bevölkerungswanderungen hilfreich gewesen sei.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Frankreich  Hollande bezeichnet Geiselnahme in Kirche als Terroranschlag | mehr

Kulturnachrichten

Dokfilmfestival vergibt Extra-Preis an Regisseurinnen  | mehr

Wissensnachrichten

Tasmanischer Teufel  Großer Cousin entdeckt | mehr