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Merkel erwägt Boykott der EM in der Ukraine

Kanzlerin fordert Freilassung von Timoschenko

Bundeskanzlerin Angela Merkel (dapd / Maja Hitij)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (dapd / Maja Hitij)

Sollte die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko nicht freigelassen werden, will Angela Merkel ihren Ministern empfehlen, der Fußball-EM in der Ukraine fernzubleiben. Nur für Innenminister Hans-Peter Friedrich könnte eine Ausnahme gelten.

<p>In seiner Funktion als Sportminister könnte Friedrich Deutschland bei der <papaya:link href="http://www.uefa.com/uefaeuro/index.html" text="Fußball-Europameisterschaft" title="Fußball-Europameisterschaft in Polen und Ukraine" target="_blank" /> vertreten. Das berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Der CSU-Politiker hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass er eine Reise zum EM-Spiel Deutschland gegen die Niederlande an einen Besuch Timoschenkos knüpfen wolle. Regierungskreisen zufolge wurde dem ukrainischen Vize-Außenminister Pawlo Klimkin vor wenigen Tagen im Kanzleramt signalisiert, dass ein Besuch Merkels zur EM in der Ukraine keinesfalls sicher sei. <br /><br /></p><p><strong>Empörung bei der Regierungspartei in Kiew</strong></p><p>Die Kanzlerin habe offenbar für einen Moment vergessen, dass sie die Bundesrepublik und nicht die Ukraine regiere, sagte Wassili Kisseljow von der Partei der Regionen. Merkels Äußerungen seien eine "ungenierte Einmischung in die inneren Angelegenheiten" der Ukraine, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung Kisseljows.<br /><br />Seit Tagen wird über <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205441" text="einen möglichen Boykott der EM diskutiert" alternative_text="einen möglichen Boykott der EM diskutiert" />. "Im Zweifelsfall sollte man da nicht hinfahren", forderte SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel in der "Bild am Sonntag": "Politiker müssen aufpassen, nicht zu den Claqueuren des Regimes zu werden." Box-Weltmeister Witali Klitschko lehnte dagegen einen Boykott ab. "Im Gegenteil, es ist sogar eine hervorragende Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Welt auf die Missstände in unserem Land zu lenken", sagte der 40-Jährige <papaya:link href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,830276,00.html" text="in einem Interview mit &quot;Spiegel Online&quot;" title="Vitali Klitschko im Interview mit Spiegel Online" target="_blank" />.<br /><br /></p><p><strong>Hoeneß fordert Stellungnahme der UEFA</strong></p><p>Bayern-Präsident Uli Hoeneß appelliert an UEFA-Boss Michel Platini, sich gegenüber dem autoritären Regime in der Ukraine zu positionieren. "Ich hoffe sehr, dass Michel Platini an den richtigen Stellen deutlich seine Meinung äußert", <papaya:link href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,830453,00.html" text="sagte Hoeneß dem &quot;Spiegel&quot;" title="Uli Hoeneß im Spiegel" target="_blank" />. Gleichzeit forderte Hoeneß die deutschen Nationalspieler auf, ihre Solidarität mit ukrainischen Regimekritikern öffentlich zu bekunden. "Ich traue den Spielern zu, dass sie klug genug sind, sich eine Meinung zu bilden", so Hoeneß. "Ich hätte Respekt vor jedem Spieler, der öffentlich Stellung zu diesem Thema bezieht."<br /><br /><papaya:media src="e3d2a98b3b7bc8a5f32cd5d9781098ca" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Dmitri Medwedew" popup="yes" />Kritik am Umgang mit Timoschenko kommt auch aus Russland. Präsident Dmitri Medwedew nannte die Inhaftierung der Oppositionsführerin <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/29/dlf_20120429_1321_0e7e700b.mp3" title="Korrespondentenbericht DLF 29.04.2012">"völlig inakzeptabel"</a>. Die Situation in der Ukraine sei "höchst befremdlich". Russland hatte zuvor bereits Kritik am Timoschenko-Prozess geäußert, die wegen angeblich ungünstiger bilateraler Gasverträge zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war. Moskau sieht den Fall auch als Druckmittel der Führung in Kiew, neue Gasverträge mit günstigeren Preisen auszuhandeln.<br /><br /></p><p><strong>Mehrere Politiker nehmen nicht am Treffen in Jalta teil</strong></p><p>Unterdessen meldet der "Spiegel", dass Bundespräsident Joachim Gauck nicht das einzige europäische Staatsoberhaupt ist, das an dem Treffen der zentraleuropäischen Präsidenten Mitte Mai im ukrainischen Jalta nicht teilnehmen wird. Auch der österreichische und der slowenische Präsident hätten dem ukrainischen Gastgeber Viktor Janukowitsch abgesagt, berichtete das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise. Gaucks Kollegen aus Estland und Lettland hätten bislang noch keine Entscheidung getroffen. <br /><br />Timoschenko verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die Europäische Union kritisiert ihre Haft als politisch motiviert. Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen trat Timoschenko vor mehr als einer Woche in einen Hungerstreik.<br /><br /><strong>Mehr zum Thema:</strong><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205431" text="Berlin fordert Lösung im Fall Timoschenko vor Fußball-EM" alternative_text="Berlin fordert Lösung im Fall Timoschenko vor Fußball-EM" /> - Opposition blockiert ukrainisches Parlament<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205424" text="Fall Timoschenko: Bundesregierung erhöht den Druck" alternative_text="Fall Timoschenko: Bundesregierung erhöht den Druck" /> - Bundespräsident Gauck sagt Besuch in der Ukraine ab<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205438" text="Anschlagsserie in Dnjepropetrowsk schürt Sicherheitsdebatte vor Fußball-EM" alternative_text="Anschlagsserie in Dnjepropetrowsk schürt Sicherheitsdebatte vor Fußball-EM" /> - Janukowitsch: Herausforderung für das ganze Land<br />Fußball-Europameisterschaft in Polen und Ukraine</LE_79435></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

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