Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Merkel: Euro-Rettungsschirm ist alternativlos

SPD will Zustimmung von strengeren Regeln für Finanzmärkte abhängig machen

Eine Euromünze mit dem Konterfei des spanischen Königs Juan Carlos I. (AP)
Eine Euromünze mit dem Konterfei des spanischen Königs Juan Carlos I. (AP)

Die Opposition hat der Bundesregierung vorgeworfen, in der Euro-Krise mutlos zu handeln. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte im Bundestag in Berlin, die Kanzlerin wirke wie eine Getriebene der Märkte. Das milliardenschwere Rettungspaket sei offenbar an Deutschland vorbei geplant worden. Steinmeier machte die Zustimmung der Sozialdemokraten davon abhängig, ob die Regierung eine wirksame Besteuerung der Finanzmärkte wolle.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Garellt Duin, sagte im Deutschlandfunk, es sei unklar, wie die Verträge zum Rettungspaket aussähen. Trotzdem verlange die Koalition, dass man das Vorhaben mittrage.

Union und FDP bezeichneten das Rettungspaket gleichermaßen als alternativlos und warnten vor einem Scheitern des Euro. Die Kanzlerin sagte in einer Regierungserklärung, die Währungsunion sei eine Schicksalsgemeinschaft.

Der Bundestag entscheidet voraussichtlich am Freitag über das Paket, das Kredite im Gesamtumfang von bis zu 750 Milliarden Euro vorsieht. Auf drei Jahre verteilt dürfte der deutsche Anteil bei rund 148 Milliarden Euro liegen. Es wird erwartet, dass die Kanzlerin auch auf die Pläne für eine internationale Finanztransaktionssteuer eingeht.

Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Professor Hans Hugo Klein, hegt Zweifel am juristischen Bestand des Euro-Pakets.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Deutschlandradio - Bettina Straub)Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Deutschlandradio - Bettina Straub)Das vom Europäischen Rat beschlossene Paket müsse nun umgesetzt werden, um die Märkte zu überzeugen, sagte indes Finanzminister Schäuble im Deutschlandfunk (Audio). Wenn es den Euro nicht gäbe, hätte die Bundesrepublik größere Schäden durch die Bankenkrise erlitten. Darüber profitiere Deutschland als Exportnation in der EU am meisten von der Gemeinschaftswährung.


BaFin verbietet besonders spekulative Leerverkäufe

Zur Stabilisierung des Euro hat die Finanzaufsicht BaFin unterdessen hoch spekulative Wetten von Investoren auf fallende Kurse von Staatstiteln der Euro-Zone untersagt. Wie ein Sprecher der Bundesanstalt in Bonn mitteilte, geht es dabei vor allem um ungedeckte Leerverkäufe. Verboten wurden außerdem hoch riskante Wetten auf Aktien mehrerer Unternehmen, darunter der Allianz-Konzern, die Deutsche und die Commerzbank. Die Regelung ist zunächst bis Ende März kommenden Jahres befristet und wird laufend überprüft.


Mehr zum Thema Euro-Krise auf dradio.de

Bundesfinanzminister Schäuble bezeichnet Euro-Rettungsschirm als alternativlos (DLF)

Wie funktioniert der Euro-Rettungsschirm?

Euro in der Krise - DLF-Reihe über Risiken und Zukunft unserer Währung

Bundesfinanzministerium: Gesetzesvorlage zur Eurorettung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:15 Uhr Interview

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Stigmatisierung in DeutschlandDer Rassismus tobt nicht nur am rechten Rand

Eine türkische Mutter mit ihrer Tochter in Berlin-Kreuzberg (imago/Steinach)

Der Rassismus in Deutschland sei in den Strukturen der Gesellschaft tief verankert, meint Schirin Amir-Moazami. Die Gleichheit vor dem Gesetz scheine wenig daran zu ändern, dass für Ayse oder Mohammed der soziale Aufstieg steiniger verläuft als für Marie oder Moritz.

NahtodWahrheit oder Hirngespinst

Ein heller Tunnel, gleißendes Licht, Landschaften wie im Paradies: Menschen mit Nahtoderfahrungen schildern ihre Erlebnisse in den schönsten Farben und Gefühlen. Viele von ihnen freuen sich sogar, wenn sie wieder ins Leben zurückgekehrt sind, auf den späteren Tod.

Über Mord und Tod im FernsehenAll die schönen Toten

Eine junge Frau liegt mit geöffneten Augen auf dem Boden. (Imago / Westend61)

Deutsche Fernsehkultur ist Todeskultur. Auf den Bildschirmen wird in einer Tour gestorben und gemordet. Allerorten liegen Leichen, fließt Blut, stets stellen Ermittler die gleichen Fragen, verkünden Rechtsmediziner einen ungefähren Todeszeitpunkt. Im Fernsehen ist der Tod omnipräsent - doch woher kommt diese als Fiktion verkleidete Faszination des Todes?

Kultur des TodesWenn der Friedhof stirbt

Jahrhundertelang war er der einzige Ort, um die Toten zu bestatten. Doch allmählich stirbt der Friedhof selbst. Immer mehr Menschen finden ihn als letzte Ruhestätte zu teuer und die strengen Vorgaben nicht zeitgemäß. Sie lassen ihre Asche lieber übers Meer verstreuen, sich unter einem Baum beerdigen oder neben dem geliebten Haustier.

Soziologe Khosrokhavar über Terror in EuropaWarum der Dschihadismus weiter andauern wird

Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar ist Studienleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. (AFP / Damien Meyer)

Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Unruhen in IndienDie Wut der Jugend von Kaschmir

Jugendliche werfen Steine auf ein indisches Polizeiauto während der Unruhen in Srinagar, der Sommerhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs. (picture alliance / dpa / Farooq Khan)

Seit dem 8. Juli gehören Tote und Verletzte zum traurigen Alltag im indischen Teil Kaschmirs. Damals erschossen Soldaten den Kämpfer Burhan Wani. In den Augen der indischen Regierung ein Terrorist, für viele Jugendliche ein Held und Märtyrer. Seitdem gehen seine Anhänger regelmäßig demonstrieren - doch immer seltener geht es dabei friedlich zu.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Streit im UNO-Sicherheitsrat um Aleppo | mehr

Kulturnachrichten

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Ozean-Müllabfuhr  Schiff sammelt Plastikabfall ein | mehr