Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Merkel warnt vor Streit über Energiewende

Altmaier will Kosten durch Ökostromumlage für Verbraucher abmildern

Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung eines Windparks (dpa / Jens Büttner)
Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung eines Windparks (dpa / Jens Büttner)

Bundeskanzlerin Merkel hat an ihre Minister appelliert, für die steigenden Kosten der Energiewende Lösungen zu finden statt zu streiten. Einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden stehen nach Schätzungen Mehrkosten in Höhe von rund 80 Euro im Jahr ins Haus.

Die anstehende Erhöhung der Strompreise gebe Anlass zum Handeln, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Regionalkonferenz ihrer Partei gestern Abend in Potsdam. Es nütze nichts, "wenn wir uns in der Regierung gegeneinanderstellen, sondern da müssen wir gemeinsam eine Lösung finden".

Die schwarz-gelbe Regierung muss nach Ansicht der Kanzlerin überlegen, wie die erneuerbaren Energien in Zukunft so ausgebaut werden können, "dass der Strompreis trotzdem so bleibt, dass Menschen ihn bezahlen können und dass Produktion weiter in Deutschland stattfindet und nicht abwandert". Merkel betonte: "Wir müssen es effizient und vernünftig machen".

Streit über Lastenverteilung

Der Koalitionspartner FDP will die Stromsteuer senken, nachdem die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien um die Hälfte angehoben wurde. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete dies als nicht sinnvoll, weil dadurch nicht die Haushalte entlastet würden, die es nötig hätten. Die Einführung von Sozialtarifen für Strom lehnt die FDP dagegen ab. Kritik an der Energiepolitik gibt es aber nicht nur von den FDP, sondern auch aus den eigenen Reihen, unter anderem vom Wirtschaftsrat der CDU.

Die Bundeskanzlerin will auch die Bundesländer stärker in die Pflicht nehmen. Sie will sich Anfang November November mit den Ministerpräsidenten treffen, um unter anderem über eine Begrenzung des Ausbaus von Windenergie und Biogasanlagen zu beraten. Der Bundesumweltminister hatte bereits bemängelt, dass die unzureichende Abstimmung der Länder mehrere Milliarden Euro koste.

Gespräche über höhere Ökostromumlage

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) präsentiert derzeit Konzepte gegen die steigenden Strompreise (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)Bundesumweltminister Peter Altmaier, CDU (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)Altmaier kündigte nun an, sich für eine Abmilderung der Kosten aus der gestiegenen Ökostromumlage für die Verbraucher einzusetzen. Er wolle erreichen, dass die Steigerung "nicht völlig" an die Verbraucher weitergegeben werde, sagte Altmaier im ZDF. Er verwies dabei auf den Anbieter RWE, der erklärt habe, diese Belastung vorerst nicht auf den Strompreis aufzuschlagen. Er wolle Gespräche führen, um auch andere Anbieter zu überzeugen, sich diesem Beispiel anzuschließen.

Die vier Betreiber der deutschen Stromleitungen - 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW - hatten gestern mitgeteilt, dass die Ökostromumlage im nächsten Jahr um knapp die Hälfte auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Der Anstieg könnte für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Mehrkosten in Höhe von rund 80 Euro im Jahr brutto bedeuten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Zur Diskussion

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Marketing in Sozialen MedienSchleichwerbung durch Internetstars?

YouTuberin Bianca "Bibi" Heinicke posiert mit einem Smartphone (picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB)

Klassische Werbespots – das war einmal. Die Marketingbranche setzt auf junge Internetstars, die bei YouTube oder Instagram teils über Millionen Follower haben. Das Ziel: Produkte gezielt zu platzieren. Welche Gelder fließen, bleibt aber oft ein Geheimnis.

Digitale Lernspiele auf der Gamescom Das spielende Klassenzimmer

Little girl using sitting tablet, sitting on couch model released Symbolfoto property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 Little Girl Using Sitting Tablet Sitting ON Couch Model released Symbolic image Property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 (imago stock&people)

Ein Thema auf der Gamescom ist das sogenannte Edutainment. Auf der Spielemesse werden verschiedene Computerspiele vorgestellt, mit welchen Kinder spielend lernen - ohne es zu merken. Dabei steht nicht nur Rechnen auf dem Programm, sondern auch Vokabeln lernen oder die Koordination.

Netflix, Virgin und Co. Wer von unbegrenztem Urlaub profitiert

Ein Strandkorb am Strand von Ahrenshoop,vor einem Haus mit Reetdach und malerischer Strandkulisse. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Netflix oder Virgin bieten an, wovon viele Arbeitnehmer träumen: Unbegrenzten Urlaub. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt schätzt ein, was Vor- und Nachteile an so einem Angebot sind und wer eigentlich meisten davon hat.

GleichberechtigungIn Sachsen-Anhalt verdienen Frauen mehr als Männer

Eine Frau erklärt eine mittels Beamer an die Wand projizierte Statistik. (picture-alliance / Tobias Kleinschmidt)

Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Die Lohnlücke beträgt 21 Prozent, auch bedingt durch Teilzeitarbeit. Doch es gibt Ausnahmen: So bekommen in Sachsen-Anhalt Frauen statistisch gesehen mehr Geld für ihre Arbeit als Männer - warum?

Mediziner und Autor Michael de RidderKämpfer für ein selbstbestimmtes Leben und Sterben

Michael de Ridder in einem Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Matthias Horn)

Er gilt als wortmächtiger Querdenker seiner Zunft: Michael de Ridder betreute Drogenabhängige mit dem ersten Berliner Arztmobil. In seinen Büchern beschäftigt der Mediziner sich mit Sterbehilfe, Pflegenotstand oder der Verschwendung im Gesundheitswesen.

Windenergie Erster Windpark Deutschlands wird 30

Dieter Haack ist 1987 als Monteur bei der Eröffnung dabei und heute Prokurist des Windparks (Deutschlandradio/Johannes Kulms)

Keimzelle des Booms: 1987 wurden 30 Anlagen des Windenergiepark Westküste in Schleswig Holstein feierlich in Betrieb genommen. Die alten Anlagen haben längst ausgedient und vier modernen und leistungsfähigeren Rotoren Platz gemacht. Doch von den alten Rädern "lernten" Ingenieure Windenergie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Datenschutz  Videokameras mit Gesichtserkennung fragwürdig | mehr

Kulturnachrichten

Hausarrest für Serebrennikov  | mehr

 

| mehr