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Merkel will eine Million Elektroautos

In Deutschland sind bisher nur einige Tausend E-Autos zugelassen

"Elektromobilität bewegt weltweit": Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Konferenz zur E-Mobilität in Berlin (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
"Elektromobilität bewegt weltweit": Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Konferenz zur E-Mobilität in Berlin (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Zu teuer, zu geringe Reichweite, zu wenig Ladestationen: Es gibt noch viele Probleme bei der Elektromobilität. Beim Elektroauto-Gipfel hält Kanzlerin Merkel aber an den bisherigen Zielen fest, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen.

Deutschland habe "gute Chancen", dieses Ziel einzuhalten, sagte Merkel auf der Konferenz in Berlin. Wenn es erst in der Breite ein Angebot gebe, werde sich die Nachfrage auch einstellen, fügte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hinzu. Statt Skepsis sei "Begeisterung" notwendig.

Derzeit unter 10.000 E-Autos zugelassen

Die deutschen Autobauer wollen bis Ende kommenden Jahres 16 neue E-Modelle auf den Markt bringen. Ramsauer bekräftigte das Ziel der Bundesregierung, obwohl derzeit noch unter 10.000 E-Autos zugelassen sind. Trotz der schlechten Zahlen ist auch die Euphorie des Verkehrsministers weiterhin ungebrochen, berichtet Verena Herb im Deutschlandfunk.

«Wir werden es schaffen», sagte Ramsauer. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden, allerdings sei manches schwieriger als gedacht. Wichtig sei vor allem die Alltagsfähigkeit von Elektroautos. Außerdem müssten die Fahrzeuge bezahlbar sein.

Alt-TextEntwicklung der Zahl der Pkw in Deutschland mit Elektro- oder Hybridantrieb seit 2006

Auto-Experte: "Es sieht schlecht aus für Elektromobilität"

"Nach meiner Einschätzung wird es nicht klappen, die Elektromobilität in den nächsten zehn Jahren in Deutschland zum Laufen zu bringen", sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Die Regierungsprogramme seien viel zu kleinteilig und entfalteten daher keine Wirkung. "Mit Kleinkleckersdorf-Projektchen entsteht kein Aufbruch. Es fehlt die große Demonstration der Elektromobilität bei den Bürgern."

Der Vorsitzende der Nationalen Plattform Elektromobilität, Henning Kagermann, hält dagegen am Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos bis 2020 fest. "Das Ziel ist erreichbar", sagte Kagermann im ZDF-"Morgenmagazin". Notwendig hierfür seien aber günstige Rahmenbedingungen: Die wichtigsten Faktoren seien "der Ölpreis, der Strompreis, und wie billig die Batterien dann sein werden". Ein um 20 Prozent niedrigerer Preis für Batterien bis 2020 "würde 250.000 mehr Autos bedeuten".

Zetsche fordert mehr staatliche Anreize für Elektroautos

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche spricht auf der Hauptversammlung in Berlin. (AP)DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche (AP)Daimler-Chef Dieter Zetsche hat mehr staatliche Anreize für Elektroautos gefordert. Notwendig sei eine "konsequente Förderpolitik", sagte Zetsche bei der Konferenz. Mit Blick auf laufende Verhandlungen über strengere CO2-Grenzwerte in der EU forderte Zetsche, Elektroautos müssten für die Gesamtbilanz der Hersteller-Flotten stärker angerechnet werden. Dies sei ein Anreiz für die Autobauer, die E-Mobilität noch stärker voranzutreiben.

Konkret geht es um sogenannte "Supercredits". Umfang und Dauer dieser Boni für Elektroautos sind aber umstritten. Bis Ende Juni soll es in der EU eine Einigung über strengere CO2-Grenzwerte geben. Zetsche forderte außerdem, E-Autos dürften bei der Besteuerung von Dienstwagen nicht benachteiligt werden.

Derzeit hätten es Elektroautos im Wettbewerb mit herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch "verdammt schwer" und hätten schlechte Karten, so Zetsche. Dies liege vor allem an den hohen Kosten und der geringen Reichweite. E-Autos müssten aber für die Kunden sichtbar und erfahrbar sein. Ein Baustein dafür sei Carsharing mit E-Autos.

Bisherige Förderung von E-Autos

In Deutschland sind Elektroautos von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Der Zeitraum für diese Steuerbefreiung wurde im Herbst von fünf auf zehn Jahre ausgedehnt. Eine direkte Förderung für den Kauf von Elektroautos lehnt die Bundesregierung weiter ab. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert solche Prämien seit langem. Und auch die Grünen haben einen entsprechenden Zuschuss angemahnt.

Die Forschung im Bereich Elektromobilität wird vom Staat mit 1,5 Milliarden Euro gefördert. Daneben bezuschusst der Bund auch Wasserstoff als Antriebsform.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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