Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mieterbund fordert Bremse für Mietanstieg

Verband: Preissprünge bei Mieterwechsel von bis zu 50 Prozent

Sozialer Wohnungsbau in Thüringen (picture alliance / dpa)
Sozialer Wohnungsbau in Thüringen (picture alliance / dpa)

Wer derzeit in eine Wohnung oder ein Haus zieht, muss laut Mieterbund mitunter mit Preissprüngen von 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vormieter rechnen. Von der Politik fordert die Mietervertretung, den enormen Kostenanstieg zu bekämpfen. Im Bundestag stand das Thema heute auf der Tagesordnung.

Die SPD warf der schwarz-gelben Koalition in der Debatte im Hohen Haus Versäumnisse bei der Bekämpfung steigender Mieten vor. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, Bauminister Peter Ramsauer (CSU) habe "Engpässe auf dem Wohnungsmarkt ignoriert und eine rechtzeitige Gegenwehr verpennt." Nötig seien nicht nur Luxusappartments, sondern mehr bezahlbare Wohnungen und Mietsteigerungsbegrenzungen. "Wenn Vermieter Makler einschalten, sollen sie die Kosten tragen."

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) (AP)Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) (AP) Ramsauer erklärte, Ziel sei es jetzt, jährlich 250.000 neue Wohnungen zu bauen und so das Defizit innerhalb der nächsten fünf Jahre zu beseitigen. Er gab sich sicher, dieses Ziel zu schaffen.

Dem Mieterbund zufolge sind vor allem in Großstädten und Universitätsstädten Preissprünge von 40 bis 50 Prozent keine Seltenheit, wenn der Mieter wechselt. "Das ist eindeutig zu viel und drückt zudem den Mietpreisspiegel kräftig nach oben", sagte Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten der "Mittelbayerischen Zeitung". Er forderte, die Politik müsse den Preisanstieg nach einem Mieterwechsel auf zehn Prozent der örtlichen Vergleichsmiete begrenzen.

Siebenkotten unterstützte gleichzeitig die von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) vorgeschlagene Anhebung des Wohngeldes. Dies ist nach Ansicht des Verbandes ein wichtiger Baustein im Kampf gegen steigende Mieten. Auch Haushalte mit geringen Einkommen müssten sich sanierte Wohnungen leisten können, verlangte der Mieterbundchef.

Arbeitsminister Olaf Scholz informiert in Berlin die Medien über die Einigung zum Mindestlohn. (AP)Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (AP)

Scholz will mehr Wohnungsbau

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sprach sich für mehr Anstrengungen im Wohnungsneubau aus. "Dazu gehört, dass der Staat als Verkäufer von Grundstücken sicherstellt, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht und beim Verkauf nicht immer auf den Höchstpreis besteht", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presseagentur.

Der Wohnungsbau insgesamt solle stärker gefördert werden, erklärte Scholz. Die SPD will im Bundestagswahlkampf das Thema "bezahlbare Mieten" betonen. Zum Forderungskatalog der Partei gehört auch eine Preisbegrenzung bei Neuvermietungen. Heute will die SPD ihr Konzeptin den Bundestag einbringen. Auch die Linkeund die Grünenstellen ihre Vorstellungen zum Mietrecht vor. Zudem wird der Berichtder Bundesregierung über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft diskutiert.

Mehr auf dradio.de:

"Bewerber prügeln sich um freiwerdende Wohnungen" - Ludger Fittkau berichtet aus Mainz
Demonstrationen für bezahlbare Mieten - Protestzüge in Berlin, Hamburg und Freiburg (10.11.2012)
Bundestagsdebatte über Mietpreise (MP3) Informationen am Mittag / Deutschlandfunk



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:30 Uhr Vollbild

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Afrikanische AkademikerAus der Not eine Tugend machen

Der Chemiker Derek Ndinteh, aufgenommen in seinem Büro an der Universität Johannesburg (Südafrika).  (picture alliance / dpa / Anja Bengelstorff)

Zahlreiche afrikanische Akademiker verlassen wegen schlechter Bedingungen für Bildung und Forschung den Kontinent. Derek Ndinteh ist geblieben. Er will beweisen, dass in Afrika gute Wissenschaft möglich ist. Und er ist überzeugt, dass er eines Tages den Chemie-Nobelpreis bekommt.

Insekten in KörperöffnungenKein Grund zur Panik

Spinnen im Mund, Kakerlaken in der Nase - ja, alles möglich. Ist aber sehr selten und meistens überhaupt kein Grund zur Sorge. "Das sind eher Schreckensmärchen, das passiert so gut wie nie", sagt Notfallarzt Dr. Johannes Wimmer.  Und selbst wenn.

Europa im UmbruchZerbricht die Demokratie?

Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen Front National, steht bei einem Kongress der Partei im südfranzösischen Frejus mit ausgebreiteten Armen auf der Bühne. (AFP / Franck Pennant)

Rechtsruck, Brexit, EU-Krise: Auf der Demokratie lastet ein enormer Druck, sagt Philipp Blom. Ob sie überlebe, sei noch nicht entschieden. Philipp Albrecht entgegnet: Die Zivilgesellschaft ist stärker, als wir manchmal denken.

175 Jahre Karl MayDie Lust am Reisen in Gedanken

Der französische Schauspieler Pierre Briece als Winnetou und der britisch-amerikanische Schauspieler Stewart Granger (r) in der Rolle des Old Surehand in einer Karl-May-Verfilmung Anfang der 60-er Jahr in Jugoslawien (picture alliance / dpa / rialto)

Er unternahm fiktive Reisen an reale und imaginäre Orte, reiste als Old Shatterhand nach Nordamerika und als Kara Ben Nemsi in den Orient: Der Erfolg von Karl Mays Romanen lag in der Kombination von real Möglichem mit Imaginärem und starken Charakteren, sagt der Literaturwissenschaftler Werner Nell.

Schleswig-HolsteinStreit um Ölförderung im Wattenmeer

Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate in der Nordsee vor der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein), aufgenommen am 21.05.2014. (picture alliance / dpa - Christian Charisius)

Die Deutsche Erdöl AG will im im schleswig-holsteinischen Wattenmeer noch mehr Öl fördern - bekommt dafür aber bislang keine Genehmigung. Jetzt sprach sich SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Mayer für die Bohrungen aus - und stellte sich damit mitten im Wahlkampf gegen die eigene Regierung.

Gewitter-Jäger Dennis OswaldDas perfekte Gewitter kommt allein

Dennis Oswald ist auf der Suche nach guten Gewittern. Gut im Sinne von: fotogen. Dafür reist er viel herum und arbeitet akribisch Pläne aus, wann er welches Gewitter wo fotografieren kann. Denn ein Gewitter, von dem er gute Aufnahmen machen kann, muss gewisse Bedingungen erfüllen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Agenda 2010  Merkel kritisiert Reformpläne von Schulz | mehr

Kulturnachrichten

Thriller "Elle" mit zwei Césars ausgezeichnet  | mehr

Wissensnachrichten

Mondmission  Bemannte Mond-Umrundung schon 2019? | mehr