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Mieterbund fordert zehn Milliarden Euro jährlich für Wohnungsbau

Neue Prognose: 2025 fehlen eine Million Wohnungen in Deutschland

Die Wohnungsnot in den Großstädten wird immer dramatischer (picture alliance / dpa / Franziska Koark)
Die Wohnungsnot in den Großstädten wird immer dramatischer (picture alliance / dpa / Franziska Koark)

Schon jetzt fehlen in Deutschland rund 250.000 Wohnungen - und es wird noch schlimmer fürchtet der Mieterbund. In den nächsten Jahren wird sich die Zahl vervierfachen. Der Verband fordert die Politik auf, den Wohnungsbau deutlich zu fördern.

Mit jährlich mindestens zehn Milliarden Euro aus Steuermitteln müsste der Wohnungsbau gefördert werden, um Wohnungsmangel zu verhindern und den Anstieg der Mieten zu bremsen, ließ der Deutsche Mieterbund (DMB) mitteilen. Allein die staatliche Förderung der energetischen Sanierung von Wohngebäuden müsse von 1,8 Milliarden Euro auf fünf Milliarden steigen, forderte DMB-Präsident Franz-Georg Rips am Freitag in Berlin. Damit mehr Wohnungen gebaut würden, müsse die jährliche Abschreibung bei der Steuer von zwei auf vier Prozent steigen.

"Wenn die Politik nicht eingreift und gegensteuert, werden im Jahr 2025 rund eine Million Wohnungen fehlen", sagte Rips. Um dies zu verhindern, müssten laut Mieterbund jährlich 140.000 neue Mietwohnungen gebaut werden. Das sind doppelt so viele wie derzeit. Der Mieterbund-Präsident sprach von einer "neuen Wohnungsnot". In Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten fehlten schon 250.000 Mietwohnungen.

Bezahlbare Wohnungen sind Mangelware geworden

Am schlimmsten ist die Lage in München. Dort zahlen solvente Mieter in noblen Stadteilen wie Bogenhausen oder in gefragten Innenstadtlagen wie dem Gärtnerplatzviertel für eine hochwertig ausgestattete Wohnung bis zu 30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Nur wenig besser sieht es in anderen Großstädten wie Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart aus: Dort werden für Wohnungen in mittlerer Lage Quadratmeterpreise von um die 15 Euro fällig, in guter Lage können es auch an die 20 Euro werden.

Eine Woche vor seiner Delegiertenversammlung legte der Mieterbund nun einen Forderungskatalog vor, damit Wohnen bezahlbar bleibe. Neben steuerlichen Anreizen und einer höheren Beteiligung des Staates an den Kosten für Energiesparmaßnahmen seien Zuschüsse für Investoren nötig beim sozialen Wohnungsbau. Zinsverbilligungen reichten in Niedrigzinszeiten dafür nicht aus.

Kappungsgrenzen bei Wiedervermietung

Als Erfolg wertete Rips, dass SPD, Grüne und Linkspartei in ihren Programmen zur Bundestagswahl Kappungsgrenzen für den Anstieg der Miete bei Wiedervermietungen aufgenommen hätten. Bei neuen Wohnungen und Wiedervermietungen gebe es eine "explodierende Situation" mit Mietpreissteigerungen von 20 bis 40 Prozent etwa in Konstanz, München und Hamburg wie auch in Teilen von Berlin. Der Anstieg der Wiedervermietungsmieten müsse gesetzlich bei zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete gedeckelt werden, forderte Rips. Das Wohngeld als Zuschuss zur Miete müsse um zehn Prozent erhöht werden.

Von einst acht Millionen Sozialwohnungen sind laut Rips etwa 1,6 Millionen übrig geblieben. Mehr als sechs Millionen Haushalte hätten nach seinen Worten nach geltendem Recht aber Anspruch auf diese Wohnungen. Für eine "bezahlbare Wohnung" müsse der Mieter nicht mehr als 25 bis 30 Prozent seines verfügbaren Einkommens aufwenden. Im Bundesdurchschnitt brächten Mieter für die Wohnung einschließlich Nebenkosten und Energie 34,1 Prozent auf. In Haushalten mit einem Einkommen von 1300 Euro netto seien es gar 45 bis 50 Prozent. Die Bundesregierung komme zwar auf eine sinkende Wohnkostenbelastung - sie lasse dabei aber Hartz-IV-Haushalte außen vor.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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