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Milchgipfel beschließt Maßnahmenpaket

Bundesagrarminister Seehofer: Durchbruch zur Erreichung fairer Preise

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer trinkt  vor der Bayerischen Landesvertretung in Berlin ein Glas Milch. (AP)
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer trinkt vor der Bayerischen Landesvertretung in Berlin ein Glas Milch. (AP)

Beim Spitzentreffen über die Milchpreise in Berlin haben sich die Teilnehmer auf erste Verbesserungen für die Landwirte geeinigt. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) kündigt an, die Weichen für kostendeckende Milchpreise zu stellen. Zu den angestrebten Maßnahmen gehörten ein Milchfonds, mehr Angebotsmacht der Molkereien und die Bereitschaft des Handels, auf Preisdumping zu verzichten.

Seehofer sprach von einem "Durchbruch", weil der Einzelhandel zugesagt habe, eine leistungsstarke Ernährungsindustrie zu sichern. Die Milchquoten in Deutschland sollten so umgestellt werden, dass bei Überlieferung kein Druck mehr auf die Preise entstehen könne.

Seehofer sagte, er sei optimistisch, dass das Ziel kostendeckender Milchpreise in überschaubarer Zeit erreicht werden könne. Der Handel lehnte allerdings konkrete Preiszusagen ab. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter bewertete die Pläne von Bund und Ländern zur Senkung der Milchmenge positiv.

Die Bauern hatten Maßnahmen verlangt, die es ihnen ermöglichen, höhere Preise für ihre Milch zu erzielen. Ende Mai hatten viele Milchbauern die Lieferungen an die Molkereien gestoppt und so etwas höhere Verbraucherpreise durchgesetzt.

FDP macht sich vor dem Gipfel für Aufhebung der Milchkontingente stark

Vor dem Treffen der Milchbauern mit Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer forderte FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann das Ende der EU-weiten Begrenzung von Milchmengen. Man müsse raus aus der Milchquote und rein in das Marktgeschehen, sagte Goldmann (MP3-Audio). Spätestens ab 2015 müsse der Wettbewerb hergestellt werden, damit die deutschen Landwirte von der nationalen und internationalen Nachfrage profitieren könnten. Seit Einführung der Milchquote hätten mehr als zwei Drittel der Höfe ihren Betrieb eingestellt, unterstrich Goldmann. Die Kontingentierung habe dies nicht verhindern können.

Die Mengenbegrenzung war 1984 beschlossen worden, um die Überproduktion in Europa einzudämmen. 2003 hat die EU die Regelung zunächst bis 2015 verlängert.

Basispreis von 43 Cent pro Liter gefordert

Romuald Schaber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter fordert (MP3-Audio) im Vorfeld des Gipfels unter anderem die Reduzierung der Produktionsmenge, damit die Preise für Milch steigen. Ziel seien 43 Cent netto pro Liter. Text

Der bayerische Landwirtschaftminister Josef Miller hofft (MP3-Audio), dass der derzeit von den Molkereien gezahlte Milchpreis von 30 bis 32 Cent pro Liter erhöht wird. Ein künftiger Milchpreis müsse die gestiegenen Produktions- und Energiekosten decken. Der CSU-Politiker unterstrich zugleich die Forderung nach zusätzlichen EU-Finanzmitteln.

Milch zu produzieren, wird immer teurer: Die Futterpreise sind massiv gestiegen, Energie- und andere Kosten ebenfalls angewachsen. Die Milchbauern in Deutschland fürchten um ihre Existenz.
Hintergrund: Der Kampf um den Milchpreis

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr

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