Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Militärische Ehren für die Kanzlerin

Barack Obama empfängt Angela Merkel im Weißen Haus

Offizieller Empfang von Bundeskanzlerin Merkel durch US-Präsident Obama (picture alliance / dpa - Rainer Jensen)
Offizieller Empfang von Bundeskanzlerin Merkel durch US-Präsident Obama (picture alliance / dpa - Rainer Jensen)

Freundschaftsgesten zwischen den Vereingten Staaten und Deutschland: US-Präsident Obama bereitet der Kanzlerin einen herzlichen Empfang in Washington. Am Abend wird Merkel mit der amerikanischen Freiheitsmedaille ausgezeichnet.

19 Schuss Salut gab es zum Empfang der deutschen Bundeskanzlerin in Washington. Vor rund 4700 Gästen wurde Angela Merkel (CDU) von US-Präsident Barack Obama und seiner Frau Michelle im Weißen Haus begrüßt. Bei der Zeremonie betonten Obama und Merkel die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Deutschland sei einer der stärksten Verbündeten der USA, sagte Obama. Merkel nannte die USA einen "wahren Freund".

Hauptthemen der Gespräche werden laut Protokoll Afghanistan, die Entwicklungen im Mittleren Osten und Nordafrika, der Friedensprozess in Nahost, die Eurokrise sowie Klima- und Energiefragen sein.

Seltene Ehrung für die Kanzlerin

Am Abend (heute Nacht deutscher Zeit) wird Merkel bei einem Staatsbankett mit der amerikanischen Freiheitsmedaille ausgzeichnet. Dies ist die höchste zivile Ehrung der USA. Unter deutschen Politikern bekam bislang nur Ex-Kanzler Helmut Kohl diese Auszeichnung - und das erst nach seiner Amtszeit. Grund für die Ehrung ist Merkels Engagement für Freiheit und Bürgerrechte zur Wendezeit. Obama bezeichnete Merkels DDR-Vergangenheit und ihren unermüdlichen Einsatz für die Freiheit als "Inspiration".

Nach der Enthaltung Deutschlands beim Libyen-Einsatz war das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland zuletzt abgekühlt. Präsident Obama ließ im Vorfeld wissen, dass er sich in der Libyen-Frage mehr Engagement von Deutschland wünsche.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der die Kanzlerin zusammen mit anderen Kabinettsmitgliedern begleitet, erklärte bereits, diesem Wunsch entgegenkommen zu wollen. Die Bundesrepublik werde sich sehr engagieren, natürlich auch bei einem zivilen Wiederaufbau, sagte der FDP-Politiker. Eine militärische Beteiligung lehnte er erneut ab. Deutschland hatte sich im März bei der UNO-Resolution, Luftschläge gegen Libyen zu führen, der Stimme enthalten und weltweit Kritik geerntet.

SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich sieht, nicht zuletzt in diesem Zusammenhang, den Kern der deutsch-amerikanischen Beziehungsfrage in der weltpolitischen Eigeninitiative Deutschlands. Die USA wünschten sich von ihrem deutschen Partner mehr Hilfe bei der Entschärfung von politischen Problemfeldern, sagte Mützenich im Deutschlandfunk.

US-Diplomat John Kornblum hält dagegen die Libyen-Frage bei Merkels Besuch in USA für nicht sehr bedeutend. Einen viel höheren Stellenwert als das Thema Außenpolitik würden die Wirtschaftspolitik und der Außenhandel bei dem Treffen einnehmen, betonte Kornblum im Deutschlandradio Kultur.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Interview: SPD-Außenpolitiker Mützenich zur Erwartungshaltung Washingtons

Interview: US-Diplomat John Kornblum hält Libyen-Frage bei Merkels Besuch in USA für nicht sehr bedeutend

März 2011: Kritik an deutscher Enthaltung bei UNO-Resolution für Libyen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Quasseltag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Attentat von London"Es sieht schon verdammt nach Islamischem Staat aus"

Peter Neumann, Direktor des "International Centre for the Study of Radicalisation" am Londoner King‘s College. (imago / IPON)

Wenn Ermittler in Großbritannien von internationalem Terrorismus sprechen, sei das ein Codewort für Al-Kaida oder den Islamistischen Staat, sagt Peter Neumann, Sicherheitsexperte am Londoner King's College, im DLF. Die Briten seien zwar die Besten bei der Anti-Terror-Abwehr in Europa, aber Anschläge mit Messern und Autos könne man nicht verhindern.

Merkel-Kritikern sammeln sich "Freiheitlich Konservativer Aufbruch" innerhalb der CDU

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen. (AFP / Tobias Schwarz)

Konservative Merkel-Kritiker gründen am Wochenende innerhalb der Union die Plattform "Freiheitlich Konservativer Aufbruch". Der CDU-Politiker Christian Wagner will damit im Parteiprogramm zur Bundestagswahl den Wertkonservatismus wieder stärker verankern.

Wie umgehen mit Erdogan & Co.?Klarheit ist manchmal besser als Diplomatie

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am 04.09.2016 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Treffens. (dpa / picture alliance)

Die AKP will nun doch keine Spitzenpolitiker mehr zu Wahlkampfauftritten nach Deutschland schicken. Ein Verdienst der konsequenten Haltung der Bundesregierung? Der Grüne Memet Kilic sieht eher eine völlig wirkungslose Diplomatie gegenüber Autokraten am Werk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Täter war Brite und den Sicherheitsbehörden bekannt | mehr

Kulturnachrichten

Alfred-Kerr-Preis für Andreas Breitenstein  | mehr

 

| mehr