Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Militärrat in Ägypten bemüht sich um Deeskalation

Gewalt gegen Demonstranten bedauert

Junge Männer demonstrieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen die Macht der Generäle (picture alliance / dpa / james Keogh)
Junge Männer demonstrieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen die Macht der Generäle (picture alliance / dpa / james Keogh)

Mindestens 40 Menschen starben bei blutigen Zusammenstößen rund um den Tahrir-Platz in Kairo in den vergangenen Tagen. Nun hat sich der Oberste Militärrat von Ägypten für die Gewalt der Polizei entschuldigt - und festgenommene Demonstranten auf freien Fuß gesetzt.

Kleine Zugeständnisse und große Hintertüren

Der Militärrat ordnete eine Untersuchung der tödlichen Gewalt an..Etwa 300 Demonstranten sollen bereits freigelassen worden sein. Außerdem akzeptierte die Armee den Rücktritt des Kabinetts von Ministerpräsident Essam Sharraf Anfang der Woche. Bis Juli 2012, so heißt es, sollen die Präsidentschaftswahlen abgeschlossen sein - und das Militär will sich aus der politischen Verantwortung zurückziehen. Doch andererseits hat der Militärrat Verfassungsgrundsätze veröffentlichen lassen, die der Armee Privilegien und einen dauerhaften Einfluss auf die Politik zusichern.

Gernot Erler, Staatsminister im Bundesaußenministerium (SPD) (Deutschlandradio - Bettina Straub)Gernot Erler (SPD) (Deutschlandradio - Bettina Straub)Für die Opfer bei den Protesten sei in den Augen der Bevölkerung der herrschende Militärrat verantwortlich, sagte der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD). Mit der Hoffnung auf einen wirklichen demokratischen Umbruch in Ägypten werde es nun schwieriger. In den Ländern der arabischen Revolution bleibe Tunesien das einzige Beispiel, wo sich der Erfolg der Proteste auch gehalten habe und nach den Wahlen in geordnete Bahnen überzugehen scheine.

Tausende von Militärprozessen gegen Zivilisten

12.000 Menschen sollen seit dem Frühjahr vor Militärgerichten abgeurteilt worden sein, ohne fairen Prozess. So erklärte es der Blogger Maikel Nabil Sanad, der wegen Beleidigung des Militärs und "Verbreitung falscher Informationen" verhaftet wurde. Er hatte in seinem Internetblog versucht, das Märchen vom Militär als "Retter der Revolution" zu entlarven.

Palästinenserpräsident Machmud Abbas und Hamas-Politbürochef Chalid Maschal in Kairo (picture alliance / dpa)Chalid Maschal (links) und Machmud Abbas in Kairo (picture alliance / dpa)

Treffen von Abbas und Hamas-Politbürochef in Kairo

Am Donnerstag traf sich Palästinenserpräsident Machmud Abbas in Kairo mit Chalid Maschal, dem Chef des Politbüros der radikalislamischen Hamas. Beide vereinbarten prinzipiell, eine palästinensische Einheitsregierung von Fatah und Hamas zu bilden. Der israelische Regierungschefs Benjamin Netanjahu verurteilte die Einigung. Netanjahu warnte vor einer "Rolle rückwärts beim arabischen Frühling": Die arabischen Staaten würden derzeit von einer "islamistischen Welle" überschwemmt, erklärte er.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:10 Uhr Sport am Sonntag

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:30 Uhr Hörspiel

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Eine Stunde History

Aus unseren drei Programmen

SPD-Parteitag in Dortmund"Überdruss an der Großen Koalition"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende, Martin Schulz (r), besichtigt am 24.06.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Westfalenhalle für den SPD-Parteitag. Die Sozialdemokraten wollen am 25.06.2017 auf dem Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Die SPD müsse wieder die spezifisch sozialdemokratischen Politikangebote in den Vordergrund rücken, sagte der Historiker Peter Brandt mit Blick auf den heutigen Parteitag. Bei den Anhängern der SPD und in der Bevölkerung sehe er gleichermaßen ein starkes Bedürfnis nach einem Ende der Großen Koalition.

"Die Temperatur des Willens" beim Filmfest MünchenLegionäre Christi mit Führungsproblemen

(picture alliance / dpa / Mauro Paola)

"Die Temperatur des Willens" bietet Einblicke in das Leben des Ordens der Legionäre Christi. Regisseur Peter Baranowski berichtet von einer Welt, die mit der Aufdeckung zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs durch den Ordensgründer tief erschüttert wurde.

Rätseln Sie mitEin betagter Herr

Geschäftsmann auf einer Treppe schaut durch ein Fernrohr auf Vögel in einem Fragezeichen. (imago)

Das gesuchte Wort hat sechs Buchstaben, drei Silben und bezeichnet eine Ägyptische Gottheit aus der Zeit der Pyramiden. Der Herr, um den es hier geht, hat also schon ein paar Tausend Jahre auf dem Buckel.

documenta 14"So etwas gab es in Griechenland noch nie zuvor"

Ausstellung von Andreas Angelidakis bei der documenta 14 in Athen: graue Blöcke sind in einem Raum gestapelt (dpa / Alexia Angelopoulou)

Mit der documenta 14 in Athen habe die griechische zeitgenössische Kunst plötzlich die internationale Bühne betreten, sagte die Leiterin des Athener documenta-Büros, Marina Fokidis, im Dlf. Sie hatte die "Kunsthalle Athena" zum Klimax der griechischen Finanzkrise initiiert, begleitet von der Wut auf Deutschlands Spardiktat - denn: "Künstler werden stärker in Zeiten der Krise".

Rolf Peter Sieferle und sein "Finis Germania"Eine "fahrlässige und hysterische" Debatte

(picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Die Schrift "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle hat eine Phalanx von Kritikern auf den Plan gerufen. Der Literaturwissenschaftler Rüdiger Safranski verteidigt den Autor, auch wenn er dessen Positionen nicht teilt - und kritisiert die Kritiker scharf.

HIV-Infektionen in ChinaGefahr im Goldenen Dreieck

(picture alliance / dpa)

Ein Viertel der neuen HIV-Infektionen in China wird aus Yunnan im Südwesten des Landes gemeldet. Die Provinz grenzt an das berüchtigte Goldene Dreieck: eine Region, die als größte Produktionsstätte für Heroin gilt. Die Bewohner wissen kaum etwas über die Ansteckungsgefahr durch das Virus, nur wenige Betroffene erhalten Hilfe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Istanbul  Türkische Polizei schießt mit Gummigeschossen auf Gaypride-Teilnehmer | mehr

Kulturnachrichten

Michael Köhlmeier mit Literaturpreis geehrt  | mehr

 

| mehr