Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Milliarden für den Libanon

Zusagen zur Wiederaufbauhilfe höher als erwartet

Arbeiter räumen in der Nähe des Beiruter Flughafens die Reste einer Straßenbarrikade weg, die zum Generalstreik errichtet worden war. (AP)
Arbeiter räumen in der Nähe des Beiruter Flughafens die Reste einer Straßenbarrikade weg, die zum Generalstreik errichtet worden war. (AP)

Rund sechs Monate nach dem Krieg im Libanon hat die internationale Gemeinschaft dem Land Milliardenhilfen zum Wiederaufbau zugesagt. Europa, die USA und Saudi-Arabien versprachen der prowestlichen Regierung bei einer Geberkonferenz in Paris Hilfen in Höhe von rund sechs Milliarden Euro und damit weit mehr als erwartet. Die Zusagen sind teilweise an ein Reformprogramm geknüpft, das Ministerpräsident Fuad Siniora zur Belebung der libanesischen Wirtschaft angekündigt hat.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatte sich bereits vor der Konferenz für Schuldenerleichterungen ausgesprochen. Die von der EU zugesagten 400 Millionen Euro bezeichnete die Außenkommissarin im Deutschlandradio Kultur als "durchaus beachtliche Summe". Ferrero-Waldner forderte Regierung und Opposition im Libanon zum Dialog auf. Sie begrüßte auch die Vermittlungsbemühungen der Arabischen Liga. Opposition und der Regierung müsse klar sein, dass es zu einem Dialog und einem nationalen Konsens keine Alternative gebe.

Deutschland stellt 103 Millionen Euro für das Land bereit. Das kündigte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul auf der Konferenz an. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, es sei die Aufgabe des libanesischen Ministerpräsidenten Siniora, nun Reformen umzusetzen. Die Europäische Union werde die libanesische Regierung dabei unterstützen.

Schuldenlast noch aus Zeit des Bürgerkriegs

Der fünfwöchige Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah im vergangenen Sommer hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise des Zedernstaates drastisch verschärft. Das ehemals als "Schweiz des Nahen Ostens" titulierte Land leidet unter einer Schuldenlast, die sich hauptsächlich während des 15-jährigen Bürgerkriegs bis 1990 angesammelt hatte. Sie beträgt mehr als 30 Milliarden Euro fast den doppelten Umfang des Bruttoinlandsprodukts.

Die Hisbollah hatte den Krieg mit Israel provoziert und liefert den antisyrischen Kräften um Siniora seit Wochen einen heftigen Machtkampf. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen wurde am Donnerstag in Beirut nach Angaben von Krankenhausärzten mindestens drei Studenten getötet, als Anhänger der Opposition und regierungstreue Studenten an der Arabischen Universität in Beirut mit Schlagstöcken und Steinen aufeinander losgingen. 46 Studenten und 4 Soldaten seien verletzt worden, hieß es.

Der Nahost-Experte Michael Lüders warnte im Deutschlandfunk vor andauernder Gewalt im Libanon. "Die Lage ist außerordentlich gespannt", sagte er. Das prowestliche und das prosysrische Lager stünden sich unversöhnlich gegenüber. Zudem sei die Einwirkung aus dem Ausland sehr stark. "Geld allein kann die Probleme des Libanon nicht lösen", betonte er.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:20 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:07 Uhr Länderreport

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Frankreich-Wahl"Macron als Sozialliberaler genau der Richtige"

Emmanuel Macron nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses der ersten Wahlrunde um die französische Präsidentschaft. (Daniel Fouray/MAXPPP/dpa)

Der Ausgang der ersten Wahlrunde zur französischen Präsidentschaft sei eine gute Nachricht, sagte Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Vize-Präsident des Europaparlaments. Er sei sich sehr sicher, dass Emmanuel Macron es schaffen und zum nächsten französischen Präsidenten gewählt werde. Macron stehe für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und habe gleichzeitig den sozialen Ausgleich im Blick.

Frankreich hat gewähltZwei Kandidaten, ein Schock

Unterstützer des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bejubeln in Paris mit französischen Flaggen die ersten Hochrechnungen.   (dpa Bildfunk / AP / Thibault Camus )

Emmanuel Macron und Marine Le Pen haben es bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich in den zweiten Wahlgang geschafft. Der Erfolg Le Pens heißt für den Geografen und Sozialwissenschaftler Boris Grésillon: Frankreich geht es schlecht.

Emanzipation und FeminismusGleichberechtigung - nicht nur Frauensache

Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Es gibt kein Übel, an dem der Feminismus nicht schuld ist. So sehen das zumindest dessen Kritiker. Das Gegenteil ist richtig: Gleichberechtigung zielt auf eine menschenfreundliche Kultur - und davon profitieren auch die Männer.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Loveparade-Katastrophe  Staatsanwaltschaft und Anwälte erfreut über Strafprozess | mehr

Kulturnachrichten

Fähndrich: Verlage übersetzen kaum arabische Literatur  | mehr

 

| mehr