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Milliardenschaden durch Tornado in Moore

Agentur nannte die Summe von sechs Milliarden Dollar für den Wiederaufbau

Schaden durch Tornado in Oklahoma dürfte in die Milliarden gehen (picture alliance / dpa / MARCUS DIPAOLA)
Schaden durch Tornado in Oklahoma dürfte in die Milliarden gehen (picture alliance / dpa / MARCUS DIPAOLA)

Die Schäden durch den schweren Tornado, der im US-Bundesstaat Oklahoma gewütet hat, gehen nach Meinung von Versicherungsexperten in die Milliarden. Präsident Obama rief den Notstand aus. Die Suche nach Opfern wird fortgesetzt.

Nach dem schweren Tornado in Oklahoma rechnen die US-Behörden nicht mit weiteren Leichenfunden. Er gehe "zu 98 Prozent davon aus", dass unter den Trümmern keine weiteren Toten und Überlebenden entdeckt werden, sagte der zuständige Feuerwehrchef Gary Bird.

Dennoch haben Rettungskräfte am Mittwoch die Suche nach verschütteten Opfern fortgesetzt. Spürhunde sollten zum Einsatz kommen, um letzte Zweifel auszuschließen, sagte ein Behörden-Sprecher.

Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem Wirbelsturm 24 Menschen ums Leben, mehr als 230 wurden verletzt. US-Medien hatten zeitweise von mindestens 90 Todesopfern berichtet. Offenbar seien Leichen doppelt gezählt worden, hieß es zur Begründung. Nur noch wenige Menschen gelten als vermisst.

"Die ganze Stadt sieht aus wie ein Trümmerfeld", sagte der Bürgermeister der am stärksten betroffenen Kleinstadt Moore, Glenn Lewis. Der Tornado war am Montag mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern über Moore hinweggefegt. Mehr als 300 Häuser wurden zerstört. "Es ist entsetzlich, es sieht aus, als hätte jemand etwas gezündet, das Bauten zerstört, nicht über Straßenzüge, über Meilen", so die Gouverneurin. Nur die wenigsten Gebäude in der Gegend verfügen über einen Schutzkeller, was eigentlich in sturmreichen Gegenden sonst üblich ist, wie Deutschlandradio-Korrespondent Marcus Pindur berichtet.

Alt-TextKarte zum Tornado in Oklahoma

Obama: Einer "der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte"

US-Präsident Barack Obama erklärte Teile des Bundesstaats zum Katastrophengebiet und sicherte schnelle Hilfe zu. "Da sind nun leere Flächen, wo einst Wohnzimmer und Schlafzimmer und Klassenzimmer waren. Und wir müssen diese Orte bald wieder mit Liebe und Lachen und Gemeinschaft füllen", sagte Obama in Washington. Der Sturm sei einer "der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte" gewesen.

Die Schäden des verheerenden Tornados dürften in die Milliarden gehen. Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Agentur AIR Worldwide schätzte die Kosten für den Wiederaufbau einer ersten Bestandsaufnahme zufolge auf etwa sechs Milliarden Dollar.

Nur kurze Vorwarnzeit

Der Sturm erreichte bisher Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde. (picture alliance / dpa / Travis Heying)Der Sturm erreichte Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde. (picture alliance / dpa / Travis Heying)Zwar hatten Meteorologen Unwetter vorausgesagt, aber es habe nur eine kurze Vorwarnzeit von wenigen Minuten vor dem Durchzug des Tornados gegeben, hieß es. Daher hätten sich nicht alle Bewohner in Sicherheit bringen können. Eine deutlich frühere Warnung ist nach Angaben des Tornado-Experten des Deutschen Wetterdienstes, Andreas Friedrich, gar nicht zu erreichen. "Ein Tornado ist ein kleinräumiges Ereignis, auch der zeitliche Ablauf ist schnell", sagte Friedrich im Deutschlandfunk. Er könne sich innerhalb von zehn Minuten bilden und sei nicht einmal auf dem Radar zu sehen. Die US-Wetterexperten hätten sich eine Vorwarnzeit von 15 Minuten als Ziel gesetzt, erklärte Friedrich. "Mehr ist aus wissenschaftlichen Gründen nicht möglich."

Der Sturm hatte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde die höchste Stufe auf der in den USA gebräuchlichen Skala. Es habe sich um einen Tornado Stärke EF5 mit Geschwindigkeiten von 320 Stundenkilometern gehandelt. Bereits am Sonntag starben bei einer ganzen Serie von Tornados im Mittleren Westen der USA mindestens zwei Menschen, mehr als 20 wurden nach Medienberichten verletzt. Auch dabei wurden die Bundesstaaten Oklahoma und Kansas am stärksten heimgesucht. Betroffen waren auch Iowa, Illinois und Missouri. Die Tornados wurden durch ein großes Sturmgebiet verursacht, das über die Region zog.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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