Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Milliardenschwere Naturkatastrophen

Münchner Rück veröffentlicht Schadensbilanz 2012

"Sandy" verwüstete unter anderem diese Strandpromenade in New Jersey. (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)
"Sandy" verwüstete unter anderem diese Strandpromenade in New Jersey. (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)

Wirbelstürme und Dürren haben im Jahr 2012 einen Gesamtschaden von 160 Milliarden Dollar angerichtet, so die Bilanz des weltgrößten Rückversicheres, der Münchener Rück. Größtes Einzelereignis: der Wirbelsturm "Sandy" mit 50 Milliarden.

"Ohne diesen außergewöhnlichen Sturm wäre 2012 ein sehr schadenarmes Jahr gewesen", erklärte heute die Münchener Rück. Die Gesellschaft und ihre Branchenkollegen sind dafür zuständig, Katastrophenfolgen für andere Versicherungen, Unternehmen und Staaten abzufedern. Ihre Statistik gilt als verlässliche Messgröße für Erdbeben, Überschwemmungen und Stürme.

Zum Vergleich: 2011 hatte es, etwa durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland, einen Gesamtschaden von geschätzt 400 Milliarden Dollar gegeben. Der langfristige Zehn-Jahres-Durchschnitt beträgt 165 Milliarden. Das entspricht ungefähr der jährlichen Wirtschaftsleistung eines kleinen Industriestaates wie Neuseeland.

Deutlich weniger Menschenopfer

Vergleichsweise glimpflich fiel eine andere Katastrophenbilanz aus: Rund 9500 Menschen kamen 2012 durch Naturunglücke ums Leben. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren es jeweils über 100.000. Die Münchener Rück weist darauf hin, dass ärmere Länder, in denen Naturkatastrophen tendenziell gravierendere Folgen für die Bewohner haben, dieses Mal weniger heftig heimgesucht wurden. Das schlimmste Einzelereignis war der Taifun Bopha auf den Philippinen, der mindestens 1000 Opfer forderte. Durch Hurrikan "Sandy" starben 210 Menschen.

Vor allem enormer Sachschaden wurde durch die Dürre in den USA ausgelöst. Eine vergleichbare Trockenheit hatte es zuletzt in den 1930er Jahren gegeben. In Europa waren zwei Erdbeben in der Region Modena in Italien die Naturkatastrophen mit dem höchsten Sachschaden. Kulturhistorisch bedeutsame Bauten wurden dabei beschädigt, auch viele Häuser in Gewerbebetrieben.

Bebt die Erde oder brechen die Dämme, sorgt das bei Rückversicherern wie der Münchener Rück, der Swiss Re oder der Hannover Rück tendenziell für neue Kunden, belastet aber zugleich ihre Kassen, weil große Schäden auch schwierig zu kalkulieren sind. Von der geschätzten Gesamtsumme der Schäden waren 2012 rund 40 Prozent versichert, so die Münchener Rück.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Jesper Wung-Sung: "Weg mit Knut!"Mit der Macht der Fantasie überleben

Buchcover "Weg mit Knut!" von Jesper Wung-Sung. Im Hintergrund eine Kinderkrebsstation. (Hanser Verlag / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Ein Junge kämpft gegen den Krebs: William stellt sich in "Weg mit Knut!" der bedrohlichen Erkrankung, die er in seiner Fantasie zu einer Figur mit eigenem Namen macht. Jesper Wung-Sung erzählt diese besondere Krankheitsgeschichte sensibel und ohne Pathos.

HOCHWASSERSCHUTZBisams und Nutrias müssen erlegt werden

Ein Waschbär sitzt im Wildpark Grafenberger Wald in Düsseldorf auf einem Baum. (dpa / picture alliance / Horst Ossinger)

Bisamrattenfänger fangen und erlegen Bisams und Nutrias an der niederländischen Küste. Die Tiere unterliegen zwar dem Artenschutz, zum Schutz der Deiche allerdings werden an einigen Stellen die Tiere getötet.

Korruption in EU-Staat"Die Rumänen vertrauen dieser Regierung nicht länger"

Die Europaabgeordnete und frühere rumänische Justizministerin Monica Macovei. (AFP / DANIEL MIHAILESCU)

Nach Ansicht der früheren rumänischen Justizministerin Monica Macovei verfügt das Land über sehr effiziente Antikorruptions-Institutionen. Das Problem: "Es gibt überhaupt keinen politischen Willen, die Korruption zu bekämpfen." Die Menschen würden deshalb weiter auf die Straße gehen, sagte Macovei im DLF.

Nudging bei FacebookSubtiles Stupsen gegen den Terror?

Eine Lupe vor einem Computer-Bildschirm mit Facebook-Logo. (picture alliance/dpa/Sergei Konkov TASS)

Facebook sucht nach Nutzern, die für Terror-Propaganda anfällig sind, und füttert sie ungefragt mit Gegendarstellungen. Geht das Unternehmen damit einer ethischen Pflicht nach oder ist das Manipulation? Das "Nudging" müsse öffentlich kontrolliert werden, fordert die Politologin Lena Ulbricht.

Wahlkampf in FrankreichFemen-Aktivistin stört Le-Pen-Veranstaltung

Eine Femen-Aktivistin störte die Pressekonferenz von Marine Le Pen. (Deutschlandradio/Anne Raith)

Es sollte eine präsidiale Pressekonferenz werden: Die rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hatte zahlreiche Granden ihrer Partei und der internationalen Politik geladen, um ihre Pläne für die Außenpolitik zu skizzieren. Doch dann stürmte eine Femen-Aktivistin die Veranstaltung.

Ausstellung "Post Peace" in Stuttgart Der Krieg in unserem Frieden

Eines der Werke aus der Ausstellung "Post-Peace" im Württembergischen Kunstverein Stuttgart: belit sağ, "Ayhan and me / Ayhan ve ben" ("Ayhan und ich"), 2016 (belit sağ)

Die Stuttgarter Ausstellung "Post-Peace" zeigt Kunstwerke, die sich damit auseinandersetzen, wie viel Krieg in unserem Frieden steckt. Der Direktor des Württembergischen Kunstvereins, Hans D. Christ, beklagt Fälle von Zensur im Kunstbetrieb.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Außenminister Gabriel  Zweifel an Auffanglagern für Flüchtlinge in Nordafrika | mehr

Kulturnachrichten

Dieter-Hildebrandt-Preis für Josef Hader  | mehr

Wissensnachrichten

Kunststoff-Haltbarkeit  Anti-Ageing für Barbies | mehr