Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Millionen für einen Schrei

Munch-Gemälde erzielt Rekordwert

Edvard Munchs "Der Schrei" wurde für eine Rekordsumme versteigert. (picture alliance / dpa / Andrew Gombert)
Edvard Munchs "Der Schrei" wurde für eine Rekordsumme versteigert. (picture alliance / dpa / Andrew Gombert)

In New York ist Edvard Munchs berühmtes Werk "Der Schrei" für die Rekordsumme von 107 Millionen US-Dollar unter den Hammer gekommen. Die Umstände seines Verkaufs während der NS-Zeit hinterlassen nicht nur für viele Kunstkenner einen Nachgeschmack.

Edvard Munchs berühmtes Bild "Der Schrei" ist gestern Abend bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s in New York für die Rekordsumme von rund 107 Millionen Dollar unter den Hammer gekommen. Zuzüglich der Versteigerungsgebühren beläuft sich der Kaufpreis auf knapp 120 Millionen Dollar.

Damit überrundete "Der Schrei" den bisherigen Rekordhalter, Pablo Picassos "Akt mit grünen Blättern und Büste", der bei einer Versteigerung vor zwei Jahren 106,5 Millionen Dollar erzielt hatte. Munchs expressionistisches Werk ist damit das teuerste jemals bei einer Auktion verkaufte Bild.

Bei einem Startpreis von 50 Millionen Dollar beteiligten sich anfangs noch sieben Bieter an der Auktion. Am Ende bekam ein Telefonbieter, dessen Identität aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben wurde, den Zuschlag für das Pastellbild des norwegischen Malers, das in einem von Munch gestalteten Holzrahmen versteigert wurde.

Insgesamt vier Fassungen existieren von Edvard Munchs Gemälde, drei davon hängen in staatlichen Museen in Oslo. Schon zweimal wurde "Der Schrei" aus Museen gestohlen, er tauchte aber immer wieder auf.

Verkäufer des Bilds ist der norwegische Geschäftsmann Petter Olsen, dessen Vater, ein Nachbar und Förderer Edvard Munchs, das Werk während der NS-Zeit gekauft hatte. Olsen will aus dem Erlös des Bildes nun ein neues Munch-Museum bauen.

"Das hat ein Geschmäckle"

Im Vorfeld der Auktion wurden auch kritische Stimmen laut. So meldeten sich Erben des jüdischen Kunstsammlers Hugo Simon zu Wort, der das Bild in den 30er-Jahren verkauft hatte. Der Verkauf sei, so die Erben, im Hinblick auf die Verfolgung durch die Nazis keineswegs freiwillig, sondern nur aus Not geschehen.

Auch Kunstexperte Stefan Koldehoff wies im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur auf "ein Geschmäckle" im Umgang mit dem Werk hin.

Der Kunstkritiker Carsten Probst war bei der Auktion in New York dabei und erläuterte im Programm des Deutschlandradios die Hintergründe rund um die Versteigerung.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Studio LCB

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Sahra Wagenknecht"Europa ist wesentlich unsozialer und brutaler geworden"

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht. (Imago / Metodi Popow)

Nach dem britischen Votum für einen Brexit hat die Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Sahra Wagenknecht, ein sozialeres Europa angemahnt. Gerade Regionen mit einer hohen Arbeitslosigkeit hätten für den Austritt aus der EU gestimmt, sagte sie im DLF. Der Sozialstaat dürfe nicht weiter zerstört, sondern müsse wiederhergestellt werden.

Reaktionen in den USADie Beziehung zu den Briten kühlt ab

US-Präsident Obama wirbt in einer außenpolitischen Rede in Hannover für einstarkes und geeintes Europa. (AFP PHOTO/ Jim Watson)

Washington reagiert besorgt auf das Brexit-Votum. Nicht nur zu Großbritannien wird die Beziehung der USA komplizierter, sondern auch zur EU. Innenpolitisch könnte allerdings einer profitieren.

Referendum als perfekter Serien-TwistGame of Brexit

Leave! Bei Game of Thrones wäre die Brexit-Abstimmung der perfekte Cliffhanger gewesen. Und wie in der Serie verlieren die Guten viel zu oft. Unser Autor Stephan Beuting ist trotzdem gaaanz leicht optimistisch.

Multimedia-ReportageGrimme Online Award für Deutschlandradio Kultur

Tausende Sizilianer zogen in den 1960er-Jahren nach Solingen, um dort zu arbeiten. Was wurde aus ihrem Heimatgefühl, was aus ihren Träumen? Darum geht es in der ausgezeichneten Multimedia-Reportage.

Der Grimme Online Award geht unter anderem an eine Multimedia-Reportage vom Deutschlandradio Kultur. "Trappeto-Solingen-Trappeto" erzählt von Zuwanderern aus Sizilien, die nach Solingen kamen.

EU-Austritt Großbritanniens"Schotten könnten Unabhängigkeit vom Königreich verlangen"

Graham Watson, Vorsitzender der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament (ALDE) (imago stock & people)

In Schottland hat es beim Referendum eine große Mehrheit für den Verbleib in der EU gegeben. Wenn die Engländer nun auf den EU-Austritt bestünden, dann könnte es dazu kommen, dass es kein Vereinigtes Königreich mehr geben werde, sagte Graham Watson, britischer Abgeordneter der Liberaldemokraten im EU-Parlament, im DLF.

BayernVom Freistaat zum freien Staat?

Sogenannte "Schellenrührer" ziehen am beim Faschingstreiben in Mittenwald durch den Ort. Mit dem Lärm der großen Kuhglocken sollen nach altem Brauch die bösen Wintergeister ausgetrieben werden. (dpa / picture alliance /  Angelika Warmuth)

Bayern ist zwar nicht Großbritannien - doch für mehr Unabhängigkeit vom Bund sprechen sich rund 40 Prozent der Bayern aus. Folgt nach dem Brexit bald der bayerische Ausstieg?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  Belgischer Diplomat soll für EU Austrittsgespräche mit Großbritannien führen | mehr

Kulturnachrichten

Homosexuelle wollen vor türkischer Botschaft protestieren  | mehr

Wissensnachrichten

Evolution  Haare, Federn und Schuppen haben ziemlich viel gemeinsam | mehr